Farbenfroh
Verbesserungen und Neuheiten im kommenden Suse Linux 10.0
Bemerkenswert
Handy- und Bluetooth-Freaks können sich freuen. So unterstüzt Suse Linux 10.0 zum Beispiel die Bluetooth-Fernbedienungen von neueren Sony-Ericsson-Telefonen out-of-the-box. Auch die Synchronisation von Handy und PC klappt dank Multisync in der Version 0.90 deutlich besser als in früheren Versionen. Für ältere Mobiltelefone mit IrMC-Support stellt auch Kitchensync eine gut funktionierende Lösung dar.
Suse Linux 9.3 hängt CDs und DVDs nach dem Label des Datenträgers ein. Da dieses Feature mehr Probleme als Lösungen brachte, kehrt die 10.0 nun wieder zu den gewohnten Mount-Punkten /media/dvd, /media/cdrom und so weiter zurück. Konqueror zeigt unter der Adresse media:/ für CDs und DVDs weiterhin das Label an, sodass die Benutzerfreundlichkeit hier bestehen blieb. Externe Festplatten, digitale Kameras und USB-Sticks benutzen – sofern vorhanden – weiterhin das Label des Gerätes als Einhängepunkt.
Grundlegend neu behandelt Suse PCMCIA-Karten. Anstelle des Cardbus-Managers Cardmgr verwaltet nun ein separates Kernelmodul die Erweiterungskarten. Ereignisse koordiniert der HAL, sodass das Startskript /etc/init.d/pcmcia nicht mehr benötigt wird.
Auch Kommandozeilen-Benutzer müssen sich umstellen: Während unter früheren Versionen von Suse Linux ein normaler su-Befehl in der Regel genügte, um Programme als root auszuführen, setzt die Version 10.0 nun auch su - voraus, damit die Shell sämtliche Umgebungsvariablen übernimmt.
Lohnt der Kauf?
Die Beta4 von Suse Linux 10.0 hinterließ einen guten Eindruck. Allein darauf gestützt zum Kauf zu raten oder davon abzuraten, wäre allerdings etwas verfrüht. Da Novell praktisch zeitgleich mit dem Verkaufstart von Suse Linux auch Suse Linux OSS zum freien Download anbietet, stellt sich natürlich die Frage, für wen sich der Kauf der Boxversion lohnt.
Während Open Suse nur freie Software enthält, bringt die Box neben der gedruckten Dokumentation und dem Installationssupport weiterhin einige wichtige, nicht freie Programme mit. Dazu gehören zum Beispiel die CAPI-Treiber für den Faxversand, Real- und Flash-Player, Acrobat Reader und einige weitere Programme. Die Box bringt auch eine werbefreie Version des Browsers Opera und eine Vollversion von AppArmor inklusive YaST-Modul. Einen ausführlichen Test der Box-Version bringt die Ausgabe 12/2005 des LinuxUser.
Infos
[1] Projektseite: http://www.opensuse.org
[2] Download: http://www.opensuse.org/index.php/Download
[3] Hotplug und Hal: Oliver Frommel, Marcel Hilzinger und René Rebe, "Mit heißer Nadel – Hotplugging mit Udev, HAL und D-Bus": LinuxUser 2005/03, S. 91.



