Farbenfroh
Verbesserungen und Neuheiten im kommenden Suse Linux 10.0
Novell will die Linux-Community mehr an Suse Linux teilhaben lassen: Das Rezept dazu heißt Open Suse [1]. Es bildet ab sofort den Grundstein der neuen Suse Linux Box- und Enterprise-Produkte. Open Suse soll eine von der Community und den Suse-Entwicklern gemeinsam verwaltete Codebasis schaffen. Aus diesem Code entsteht dann im gewohnten Halbjahres-Rhythmus das Boxenprodukt Suse Linux (der Zusatz Professional fällt weg) und die freie Version Suse Linux OSS.
Offenes Suse
Open Suse beinhaltet ausschließlich freie Software und steht jederzeit zum Download zur Verfügung. Unter [2] finden Sie dazu direkte Links zu den ISO-Abbilddateien, sowie Bittorent-Files. Entwickler und andere Interessierte können auch zwischen den offiziellen Releases einen Blick auf den aktuellen Stand von Open Suse werfen. Novell verkauft Suse Linux weiterhin als Box-Produkt. Am Umfang der Box soll sich nichts ändern, neu ist hingegen der Preis von rund 60 Euro. Eine Update- oder Studentenversion ist hingegen nicht mehr geplant. Auf der Codebasis von Suse Linux baut Novell dann die nächste Version der Business-Produkte Suse Linux Enterprise Server, Novell Open Enterprisel Server und Novell Linux Desktop.
Das Konzept von Open Suse gleicht dem Ansatz, den Red Hat mit Fedora Core verfolgt. Während allerdings Red Hat den Code seiner Distribution der Community von einem Tag auf den anderen anvertraute, sieht Novell eine schrittweise Öffnung vor. Maintainer, die Pakete in Open Suse einbringen möchten, müssen deshalb noch etwas Geduld aufbringen. Entwickler, die schon jetzt an Open Suse mitarbeiten möchten, können zum Beispiel Yum-Repositories oder YaST-Installationsquellen auf http://opensuse.org verlinken. Auch das Wiki, Mailinglisten und IRC-Channel ermöglichen bereits jetzt eine aktive Mitarbeit.
Zu einem späteren Zeitpunkt will Novell auch ein komplettes Build-System für RPM-Pakete zur Verfügung stellen und die Suse Support-Datenbank (SDB) in einem Wiki für die Community öffnen.
Installation
Für diesen Artikel stand dem LinuxUser die Beta4 von Suse Linux 10.0 zur Verfügung. Am Installationsworkflow hat sich generell nichts geändert. Nach dem Begrüßungsbildschirm – zur Abwechslung wieder einmal in Blau – und der Auswahl der Sprache müssen Benutzer Novells Lizenzbedingungen akzeptieren, bevor YaST mit der Installation fortfährt. Ein optionaler Media-Check-Dialog hilft, CD- oder DVD-Fehler noch vor der Installation zu bemerken. Open Suse kommt damit den Benutzern entgegen, die ISO-Abbilddateien übers Netz herunterladen.
Novell hat auch am Layout einige kleine Änderungen vorgenommen. Der Übersichtsbildschirm zur Installation ist nun auf zwei Reiter verteilt. In der Grundeinstellung sind nur die Bereiche System, Tastaturlayout und Partitionierung zu sehen. Die vollständigen Informationen zeigt der Reiter Experten an. In einem neuen Auswahldialog entscheidet der Benutzer, welche grafische Oberfläche er installieren möchte. Während Suse Linux in den früheren Versionen bei einem Klick auf Weiter automatisch das KDE-Standardsystem installierte, muss sich der Benutzer jetzt explizit für KDE oder Gnome entscheiden (Abbildung 1).
Novell entfernte in YaST sämtliche Grafiken aus der Kopfzeile. Bei Display-Auflösungen ab 1024 x 768 Bildpunkten wirken deshalb zahlreiche Dialoge etwas leer. Weiter sind an vielen Stellen der Installation kleine Änderungen zu sehen, die allerdings nicht immer zur Benutzerfreundlichkeit des Systems beitragen. Angesichts der Tatsache, dass heutige Linux-Systeme die meisten Hardware-Elemente und Dienste automatisch einrichten, sind einige YaST-Module auch schlicht zu kompliziert. Hier wäre eine vollständige Überarbeitung von YaST wünschenswert. Trotzdem finden sich auch an diversen Stellen Verbesserungen. So ist es zum Beispiel möglich, die wichtigsten Werte der Bildschirmkonfiguration wie Auflösung, Farbtiefe und 3D-Beschleunigung einzustellen, ohne dazu Sax2 starten zu müssen.



