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Urlaubsfotos retten mit Gimp

01.10.2005 Hand aufs Herz: Vielen Urlaubsfotos merkt man die Eile an, in der sie entstanden sind. Liegen sie aber in digitaler Form vor, sind kleine Unvollkommenheiten kein Grund mehr, Bilder im Archiv zu verstecken.

Sie haben den Bildausschnitt verrissen und nicht optimal belichtet. Der Blitz ist als helles Schlaglicht sichtbar, die Farben im Bild spiegeln leider das trübe Wetter wieder (Abbildung 1). Doch die Urlaubserinnerung, die Sie fotografisch festgehalten haben, ist Ihnen lieb und teuer. Erstaunlich oft zaubert das Bildbearbeitungsprogramm Gimp aus schlechten Aufnahmen passable Erinnerungen und aus Fotos mit kleinen Mängeln richtig gute Aufnahmen. An Hand eines Beispiels demonstrieren wir die wichtigsten Tricks.

Abbildung 1: Trübes Licht und Farbstich, dazu die Kamera beim Auslösen leicht verrissen; Gimp holt aus dem Foto noch etwas heraus.

Abbildung 2: Nach der Bearbeitung hat sich die Qualität der Aufnahme sichtlich verbessert.

Der rechte Blickwinkel

Der auffälligste Fehler bei Fotos entsteht häufig dadurch, dass der Fotograf die Kamera nicht gerade gehalten hat. Das korrigiert Gimp mit Hilfe des Drehwerkzeugs (Ebene oder Auswahl drehen). Im Feld Wirkt auf: behalten Sie die Standardeinstellung Ebene transformieren bei, unter Interpolation stellen Sie Kubisch (am besten) ein, um die Bildqualität vollständig zu erhalten. Nun drehen Sie das Foto mit der Maus, bis die Bildränder gerade stehen.

Die leeren Bereiche an den Bildrändern, die das Drehen verursacht, entfernen Sie anschließend mit dem Schneidewerkzeug (Bildgröße ändern / Bild zuschneiden). Ziehen Sie dazu nach einem Klick ins Bild den Auswahlrahmen an den Griffrechtecken links oben und rechts unten in Form des Bildes auf.

In unserem Beispiel haben wir nicht nur den leeren Rand entfernt. Zugleich haben wir die Ränder so zugeschnitten, dass das Bild dem so genannten goldenen Schnitt entspricht (Abbildung 3). Dieses Konzept findet in der Kunst seit langen Verwendung und besagt, dass ein Bild am harmonischsten wirkt, wenn das Hauptmotiv statt in der geometrischen in der optischen Mitte steht. Um sie zu ermitteln, teilen Sie jede Seite des Bildes in zwei Stücke auf, so dass sich das längere der beiden Stücke zum kleineren ebenso verhält, wie die Summe aus beiden zum größeren Stück. Das entspricht einem Teilungsverhältnis von ca. 1,618:1. Der Schnittpunkt ergibt die optimale Position des Motivs.

Abbildung 3: Der goldene Schnitt, ein zentrales Gestaltungsprinzip in der Kunst.

Farbkorrektur auf Knopfdruck

Als nächstes wenden Sie sich den Farben zu. Unser Beispielfoto ist leicht unterbelichtet, beim Scannen haben sich zudem die Farbtöne ins blaugrüne Spektrum verschoben. In der Natur kommen Farben hingegen meist in allen Schattierungen vor.

Das Tool EbeneFarbenWerte beseitigt solche Mängel. In der Grafik stehen Werte links für die dunklen Töne, rechts für die hellen. Lücken deuten auf eine Farbverschiebung hin, die nicht Scanner, sondern auch Sensoren von Digitalkameras oder schlechte Belichtung verursachen (Abbildung 4). Wählen Sie im Dropdown-Feld Kanal nacheinander die rote, die grüne und die blaue Farbkomponente aus und klicken Sie jeweils auf den Button Automatisch, um diese Lücken zu füllen.

Abbildung 4: Das Werkzeug zum Anpassen der Farbwerte mit eingebauter Automatik.

Zu geringe Beleuchtung gleicht der Regler für die Helligkeitsverteilung aus. Damit er alle drei Farbkanäle gleich anpasst, wählen Sie den zuletzt gewählten Farbkanal ab, so dass im Feld Kanal nur Werte steht. Ziehen Sie den Helligkeitsregler mit der Maus nach links, um das Bild aufzuhellen oder geben Sie ins mittlere Feld einen Wert über 1 ein und klicken Sie auf OK. Ein Wert unter 1 dunkelt das Bild ab.

Zu beachten ist hierbei, dass dieses Werkzeug auch natürliche Farbtönungen wie das Rot einer Abendstimmung entfernt. Einfarbige Flächen und wenige Schattierungen verschlechtern das Ergebnis. In solchen Fällen funktioniert das Tool EbeneFarbenFarbabgleich besser.

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