Software News

01.10.2005

Kurz notiert

Nach dem Vorbild von Red Hat wandelt jetzt auch Novell sein Suse Professional in ein Community-basiertes Projekt um, das unter dem Namen OpenSuse (http://www.opensuse.org) auftritt. Novell will auf diese Weise die Verbreitung seiner Distribution voran treiben und externe Entwickler aktiv beteiligen. Es soll aber weiterhin eine Suse-Box im Handel geben, die im Gegensatz zu OpenSuse auch proprietärer Software wie Mainactor enthält.

Probleme mit der Rechtschreibung unter OpenOffice könnten bald der Vergangenheit angehören. Im Herbst bringt der Duden-Verlag eine Duden OpenOffice.org Suite auf den deutschen Markt. Neben der Suche nach Rechtschreibfehlern prüft das Programm Texte auf Zeichensetzung und fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung. Ein Fremdwörterbuch, ein Synonymwörterbuch und eine Stilhilfe in Form von E-Books runden das Paket ab. Die Duden-Rechtschreibprüfung erscheint für Linux und Windows. Das Paket inklusive OpenOffice kostet rund 50 Euro.

Spieleentwickler id-Software (http://www.idsoftware.com)bleibt der Firmentradition treu und veröffentlicht wie für die Vorgänger auch den Quelltext des Shooters Quake 3 unter der GNU General Public License. Die Code-Freigabe des Spiels aus dem Jahr 1999 sollte ursprünglich Ende 2004 erfolgen. Eine Technologie-Partnerschaft kam diesem Termin dazwischen. Beim freigegebenen Code handelt es sich um die Game-Engine, nicht um das komplette Spiel. Karten und Bots enthalten diese Quellen nicht. Auf Basis der Engine können ambitionierte Programmierer eigene Spiele entwickeln.

Lucasfilm setzt zukünftig bei der Produktion von Videospielen, Animationen und visuellen Effekten auch Linux ein. Zu diesem Zweck lieferte Hewlett Packard jetzt 1 000 Rechner mit Opteron-Dualcore-Prozessoren von AMD und Dual-PCIe-Grafikkarten von Nvidia. Auf den Systemen läuft Linux in einer 32- und 64-Bit-Version.

Die Entwickler der Virtualisierungs-Software Xen haben erstmals Windows XP ohne Modifikationen als Gastsystem in einer virtuellen Sitzung zum Laufen gebracht. Besucher des Intel Developer Forums konnten sich bei einer Demonstration der kommenden Xen-Version 3.0 davon überzeugen. Möglich machte den Durchbruch die Virtualisierungs-Technologie Vanderpool von Intel. Vanderpool wird von kommenden Intel-Prozessoren unterstützt. Die Kombination aus Xen und Intels Virtualisierungstechnologie verspricht nach Meinung der Entwickler einen wesentlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Techniken wie etwa VMWare.

Damit die GNU General Public License (GPL) mit wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen Schritt halten kann, überarbeitet die Free Software Foundation (FSF) zur Zeit den Text des Lizenzmodells. Seit 1991 ist die GPL in Version 2 nahezu unverändert. Ein Ziel für die GPL 3 ist die Anpassung an international geltendes Copyright. Die aktuelle Version hat einen starken Bezug zur US-amerikanischen Gesetzgebung. Zudem sollen die Texte verständlicher sein und aktuelle Technologien wie Web-Services Berücksichtigung finden. Mit einer Freigabe der neuen Version ist aber nicht vor 2007 zu rechnen.

Datenträger und CD-Laufwerk prüfen

Das Programm Cdstatus (http://cdstatus.sourceforge.net/) hilft dem Anwender bei der Problemdiagnose, wenn das CD-Laufwerk eine Disk nicht annimmt. Es erfasst den Systemstatus des Laufwerks und ermittelt den Typ der eingelegten CD. Bei Audio-CDs gibt Cdstatus außerdem eine Track-Tabelle aus, die die Startzeit und Anzahl der Frames jedes Tracks enthält.

Cdstatus dient neben der Analyse auch als CD-Ripper. Über Kommandozeilenparameter schreibt das Tool beliebige Tracks oder die ganze CD im RAW- oder WAVE-Format in ein vorgebenes Verzeichnis. Die integrierte CDDB-Musikdatenbankunterstützung liefert Informationen und die passenden Dateinamen zu den Tracks. Wie die Namensgebung aufgebaut ist, legt der Anwender durch Formatanweisungen fest.

In Version 0.96beta unterstützt Cdstatus über den MP3-Encoder Lame erstmals direkte MP3-Kodierung beim Auslesen der Tracks. Die Parameter dieser experimentellen Funktion sind in der Online-Hilfe noch nicht dokumentiert. Wer sie einsetzen will, findet in der NEWS-Datei, die dem Quellcode beiliegt, die Funktionsweise der Parameter --lame und --lame-opts beschrieben.

Bei Audio-CDs liefert Cdstatus ein vollständiges Inhaltsverzeichnis.

Kurz notiert mit Makagiga

Makagiga (http://makagiga.sourceforge.net/) ist die digitale Version eines Notizblocks. Wie auf einem richtigen Block schreibt der Anwender mit Makagiga Texte, zeichnet kleine Skizzen oder legt To-Do-Listen an.

Während Text-Editor und Zeichenbrett nur Basisfunktionen bieten, fallen die To-Do-Listen ausgefeilter aus. Der Benutzer kann für seine Aufgaben Prioritäten vergeben, Deadlines setzen und den Stand der Abarbeitung in Prozenten bemessen.

Eine Reihe von Import- und Export-Filtern stellt sicher, dass die im Notizblock erstellten Daten mit anderen Programmen kompatibel sind. Texte speichert Makagiga als HTML-Datei oder Plain, Grafiken im PNG-, JPG- oder BMP-Format.

Das Programm ist in Java geschrieben und läuft damit auf nahezu jeder Plattform. Über Plugins lässt es sich erweitern. Die Suchfunktionen enthält bereits Plugins für die Recherche in Google und Wikipedia. Makagiga bringt dafür aber keinen integrierten Browser mit, sondern startet den Standard-Browser mit einem entsprechenden Aufruf für die gewünschte Suchmaschine.

Die aktuelle Version 0.9.2 Beta von Makagiga verfügt über ein verbessertes Benutzer-Interface und einen optimierten Application Launcher für externe Programme wie Mozilla.

Mit To-Do-Liste, Editor und Zeichenbrett hat Makagiga alles, was ein Notizblock braucht.

Xdict hilft über die Sprachbarriere

Wer Xdict (http://pubwww.fhzh.ch/~mgloor/xdict.html) auf seinem Linux-Rechner hat, spart sich das Nachschlagen im Wörterbuch. Im Gegensatz zu anderen grafischen Übersetzern bedient sich Xdict nicht bei Aspell oder Ispell sondern bringt ein eigenes Wörterbuch mit – derzeit allerdings nur für Englisch.

Die Benutzeroberfläche beschränkt sich auf das Wesentliche, unter anderem auf ein Eingabefeld für den gesuchten Begriff. Im Feld Match legt der Anwender in Prozenten fest, wie genau die Übersetzung sein soll. Er verhindert so eine Flut von Anzeigen mit ähnlichen oder möglichen Übersetzungen. Setzt der Benutzer die Rate auf Werte zwischen 95 und 100 Prozent, erhält er nur die Übersetzung, die genau passt. Findet das Programm mit dieser Einstellung nichts, teilt es dem Anwender mit, ab welcher Rate Ergebnisse vorliegen. Der Benutzer entscheidet dann selbst, ob er die ähnlichen Treffer lesen will.

Die Match-Option beschränkt die Anzahl der Suchergebnisse.

Log-Dateien automatisiert auswerten

Wer beim täglichen Auswerten der Log-Dateien den Überblick verliert, findet in Log_analysis (http://lug.umbc.edu/~mabzug1/log_analysis.html) eine Hilfe. In der Standardeinstellung wertet das Programm die Log-Dateien des aktuellen Tages aus. Auf Wunsch dehnt der Benutzer die Auswertung auf alle Log-Dateien oder ein vorgegebenes Zeitintervall aus.

Um die Ausgabe überschaubar zu halten, fasst Log_analysis wiederkehrende Einträge zusammen und gibt lediglich an, wie oft der Eintrag auftaucht. Läuft das Programm im Daemon-Modus auf einem entfernten Rechner, kann sich der Anwender das Ergebnis per Mail schicken lassen. Dabei verschlüsselt das Programm den Mail-Inhalt auf Wunsch via PGP.

Die jetzt erschienene Version 0.43 von Log_analysis ist in der Lage, bz2-komprimierte Dateien zu verarbeiten und verfügt über neue Auswertungsmuster für DNS- und Ipmon-Einträge. Außerdem haben die Entwickler die Unterstützung für Sendmail 8.12.x verbessert.

Wird Log_analysis mit Root-Rechten gestartet, fasst es die Log-Einträge zu Gruppen zusammen.

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