Sechs Digitalkameras im Test

Schärfevergleich

An der Kamerafront wird längst digital geschossen: Millionen Pixel, ein hoher Zoom und schnelle Auslösezeiten garantieren, dass selbst ein vorbeifliegender Vogel haarscharf auf den Speicher gebannt wird. Sechs aktuelle Digitalkameras mussten der Redaktion beweisen, dass sie auch Schnappschüsse und Außenaufnahmen beherrschen.

Digitalkameras haben im Privatbereich ihre chemischen Artgenossen längst verdrängt, zu verlockend ist die Möglichkeit, unmittelbar nach dem Schnappschuss gleich das Ergebnis anzusehen. Aktuelle Modelle jenseits der Fünf-Megapixel-Marke erlauben sogar qualitativ hochwertige Ausdrucke auf Fotopapier – dazu ist nicht einmal ein Computer nötig, nahezu alle aktuell angebotenen Kameras lassen sich direkt an einen Drucker anschließen, so auch die sechs hier getesteten Modelle.

Weiteres Auswahlkriterien für den Test war eine effektive Auflösung von mindestens fünf Megapixeln sowie ein Preis im Bereich von 200 bis 350 Euro. Für die Bewertung der Bildqualität im Freien fotografierte der Autor einen mit Blumen umstandenen Gartenteich zur besten Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel mit Stativ – so ließ sich gewährleisten, dass alle Kameras unter nahezu identischen Bedingungen arbeiten mussten.

Schnappschüsse

Die Auslöseverzögerung, also die Zeit, die zwischen der Betätigung des Auslösers und der eigentlichen Aufnahme liegt, ist ein wichtiges Kriterium für Schnappschüsse. Hier spielt der Autofokus eine wichtige Rolle, arbeitet er nur langsam oder muss man gar den Auslöseknopf halb gedrückt halten, bis die Kamera fokussiert hat, ist die Situation womöglich schon vorüber, bis das Bild festgehalten ist. Der Autofokus mancher Kameras neigt bei Schnappschüssen sogar dazu, ungenau zu fokussieren, was unscharfe Bilder zur Folge hat, die man kaum gebrauchen kann.

Die Messung der Auslöseverzögerung ist einfach: Dazu fotografierte der Autor alle 10 Sekunden eine laufende Stoppuhr, die Auslösezeit ergibt sich aus der Differenz zwischen Auslösen und der auf dem Bild angezeigten Uhrzeit. Ähnlich einfach ließ sich das Intervall zwischen mehreren Bildern bestimmen, indem die Differenz zwischen den auf zwei Aufnahmen angezeigten Zeiten berechnet wurde.

Canon Ixus 50

Als einzige Kamera im Testfeld eignet sich die Canon Ixus 50 sowohl für Schnappschüsse als auch für längere Bildserien, die schnell hintereinander geknipst werden: Die Auslöseverzögerung von einer halben Sekunde ist unproblematisch, bei Bildserien ist die Ixus 50 mit 1,5 Sekunden der Konkurrenz sogar haushoch überlegen. Selbst bei schnellen Bildfolgen funktionierte der Autofokus einwandfrei, unscharfe Bilder wie beim direkten Konkurrenten Casio Exilim EX-S500 gab es bei der Ixus nicht.

Ein weiterer Vorteil der Ixus 50 ist das externe Ladegerät: Es hat die Abmessungen der Kamera, ist also relativ kompakt, und kann einen optionalen Zweit-Akku aufladen, während die Ixus etwa am Strand im Einsatz ist. Zum Auslesen der Bilder verwendet Canon ein Standard-Mini-USB-Kabel, das es in fast jedem Elektronikmarkt nachzukaufen gibt, sollte man es einmal verlieren oder vergessen.

Die Bilder des Gartenteichs hatten brillante Farben, selbst in den Schatten ließen sich viele Details erkennen. Die Aufnahmen der Casio Exilim EX-S500 wirkten im Vergleich allerdings einen Hauch natürlicher.

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