Schärfevergleich

Sechs Digitalkameras im Test

01.10.2005
An der Kamerafront wird längst digital geschossen: Millionen Pixel, ein hoher Zoom und schnelle Auslösezeiten garantieren, dass selbst ein vorbeifliegender Vogel haarscharf auf den Speicher gebannt wird. Sechs aktuelle Digitalkameras mussten der Redaktion beweisen, dass sie auch Schnappschüsse und Außenaufnahmen beherrschen.

Digitalkameras haben im Privatbereich ihre chemischen Artgenossen längst verdrängt, zu verlockend ist die Möglichkeit, unmittelbar nach dem Schnappschuss gleich das Ergebnis anzusehen. Aktuelle Modelle jenseits der Fünf-Megapixel-Marke erlauben sogar qualitativ hochwertige Ausdrucke auf Fotopapier – dazu ist nicht einmal ein Computer nötig, nahezu alle aktuell angebotenen Kameras lassen sich direkt an einen Drucker anschließen, so auch die sechs hier getesteten Modelle.

Weiteres Auswahlkriterien für den Test war eine effektive Auflösung von mindestens fünf Megapixeln sowie ein Preis im Bereich von 200 bis 350 Euro. Für die Bewertung der Bildqualität im Freien fotografierte der Autor einen mit Blumen umstandenen Gartenteich zur besten Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel mit Stativ – so ließ sich gewährleisten, dass alle Kameras unter nahezu identischen Bedingungen arbeiten mussten.

Schnappschüsse

Die Auslöseverzögerung, also die Zeit, die zwischen der Betätigung des Auslösers und der eigentlichen Aufnahme liegt, ist ein wichtiges Kriterium für Schnappschüsse. Hier spielt der Autofokus eine wichtige Rolle, arbeitet er nur langsam oder muss man gar den Auslöseknopf halb gedrückt halten, bis die Kamera fokussiert hat, ist die Situation womöglich schon vorüber, bis das Bild festgehalten ist. Der Autofokus mancher Kameras neigt bei Schnappschüssen sogar dazu, ungenau zu fokussieren, was unscharfe Bilder zur Folge hat, die man kaum gebrauchen kann.

Die Messung der Auslöseverzögerung ist einfach: Dazu fotografierte der Autor alle 10 Sekunden eine laufende Stoppuhr, die Auslösezeit ergibt sich aus der Differenz zwischen Auslösen und der auf dem Bild angezeigten Uhrzeit. Ähnlich einfach ließ sich das Intervall zwischen mehreren Bildern bestimmen, indem die Differenz zwischen den auf zwei Aufnahmen angezeigten Zeiten berechnet wurde.

Canon Ixus 50

Als einzige Kamera im Testfeld eignet sich die Canon Ixus 50 sowohl für Schnappschüsse als auch für längere Bildserien, die schnell hintereinander geknipst werden: Die Auslöseverzögerung von einer halben Sekunde ist unproblematisch, bei Bildserien ist die Ixus 50 mit 1,5 Sekunden der Konkurrenz sogar haushoch überlegen. Selbst bei schnellen Bildfolgen funktionierte der Autofokus einwandfrei, unscharfe Bilder wie beim direkten Konkurrenten Casio Exilim EX-S500 gab es bei der Ixus nicht.

Ein weiterer Vorteil der Ixus 50 ist das externe Ladegerät: Es hat die Abmessungen der Kamera, ist also relativ kompakt, und kann einen optionalen Zweit-Akku aufladen, während die Ixus etwa am Strand im Einsatz ist. Zum Auslesen der Bilder verwendet Canon ein Standard-Mini-USB-Kabel, das es in fast jedem Elektronikmarkt nachzukaufen gibt, sollte man es einmal verlieren oder vergessen.

Die Bilder des Gartenteichs hatten brillante Farben, selbst in den Schatten ließen sich viele Details erkennen. Die Aufnahmen der Casio Exilim EX-S500 wirkten im Vergleich allerdings einen Hauch natürlicher.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Neun Digitalkameras im Linux-Test
    Digitalkameras liegen voll im Trend, immer öfter verdrängen sie die chemischen Kleinbildkameras. Doch wie bekommt man die Urlaubsbilder auf den Linux-Computer? Wir haben neun aktuelle Kameras getestet.
  • Digital Kameras im Test
    Etliche digitale Kleinbildkameras arbeiten brav mit dem beliebten freien Betriebssystem zusammen. Allerdings lassen sich nicht alle Leistungsmerkmale bei allen Fabrikaten gleich gut ausreizen. Im Hardware Labor der Linux New Media AG wurden deshalb 12 aktuelle Kameras und die dazupassende Linux-Software unter die Lupe genommen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

WLAN-Signalqualität vom Treiber abhängig
GoaSkin , 29.10.2014 14:16, 0 Antworten
Hallo, für einen WLAN-Stick mit Ralink 2870 Chipsatz gibt es einen Treiber von Ralink sowie (m...
Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...