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So gut wie druckreif

Scribus in Entwickler-Version 1.3

Zusammenspiel mit anderen Anwendungen

Im Desktop Publishing werden nicht nur Seiten layoutet. Da häufig auch Bildbearbeitung und die Erstellung von Grafiken eine Rolle spielen, kommen mehrere Programme zum Einsatz. In der Welt der freien Software besteht das Team neben Scribus aus Gimp und dem Vektorgrafik-Programm Inkscape.

Wenn der Anwender mehrer Programme benötigt, um seine Arbeit zu erledigen, sollte man ihm entgegenkommen und einheitliche Benutzeroberflächen verwenden. Das betrifft die Anordnung von Menüs und Buttons sowie die verwendeten Icons. Keine einfache Aufgabe: Gimp und Inkscape verwendet die Gnome-Grafikbibliothek GTK – Scribus dagegen Qt, auf dem auch KDE basiert. Es gibt dennoch Programmiertechniken, die zur Vereinheitlichung der Oberflächen dienen. Das Scribus-Team sucht den Kontakt zu Anwendern und den Entwicklern der anderen Programme, um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern.

Noch dieses Jahr wird die Firma Trolltech Version 4 von Qt veröffentlichen. Wir arbeiten bereits daran, den Scribus-Code auf die neue Version der Grafikbibliothek umzustellen. KDE 4 und damit Qt 4 werden vermutlich erst 2006 den Weg in die Linux-Distributionen finden. Daher wird Scribus 1.4, die nächste stabile Version unserers DTP-Programms, vermutlich noch Qt 3 verwenden, und erst Scribus 1.6 die nächste QT-Version.

Scribus läuft unter mehreren Linux-Desktop-Umgebungen und daneben auch auf verschiedenen Unix-basierten Betriebssystemen, darunter Mac OS X – hier existiert sogar eine Version mit Aqua-Oberfläche [4]. Dank Cygwin ist es jüngst auch gelungen, unser Programm unter Windows zum Laufen zu bringen.

Die native Unterstützung für Windows und weitere Plattformen ist eines unserer Ziele für die weitere Entwicklung im Scribus-Zweig 1.3. Die Wunschliste umfasst mehrere Druckseiten, der Kasten "Wunschliste" ist nur ein kleiner Auszug. Sie dürfen auf Scribus 1.4 gespannt sein.

Wunschliste

  • Umsetzung von PDF 1.5+
  • Höhere SVG-Kompatibilität bei Im- und Export
  • Typografische Verbesserungen
  • Unterstützung für Zeichensätze jenseits der lateinischen Buchstaben (auf Basis des bestehenden Unicode-Supports)
  • Vererbung von Stilvorlagen für Zeichen, Absätze, und grafische Elemente
  • Unterstützung für Falzung und Weiterverarbeitung
  • Integration von Open Clipart
  • Automatisches Erstellen von Inhalts- und Stichwortverzeichnissen
  • Native Programmversionen für weitere Plattformen

Glossar

DTP

Desktop Publishing. Satz und Typografie am Computer – "vom Schreibtisch aus" statt in der Setzerwerkstatt.

OpenDocument

Ein standardisiertes XML-Format für Office-Dokumente, das den Austausch von Dokumenet zwischen verschiedensten Programmen ermöglichen soll.

CMYK

Cyan, Magenta, Yellow, Key/Black: Dieses Farbschema entsprecht den Filmen im Vierfarbdruck. Bilddateien für den Druck speichert man daher in diesem Modus ab.

TIFF

(Tagged Image File Format) ein Format für Bilddateien, das die meisten Bildberabeitungsprogramme erzeugen können. Es kann gut in Layoutprogramme importiert werden.

Infos

[1] Homepage: http://www.scribus.net

[2] Wiki: http://wiki.scribus.net

[3] Commercial support: http://www.scribus.biz

[4] http://aqua.scribus.net

Der Autor

Craig Bradney gehört seit Version 1.1.1. zum Scribus-Team. Er ist gebürtiger Australier und lebt in Luxemburg. Dort betreibt er die Firma Bit Consulting, die unter anderem kommerzielle Unterstützung für Scribus anbietet.

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