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So gut wie druckreif

Scribus in Entwickler-Version 1.3

Erweiterte Importmöglichkeiten

OpenOffice 2.0 ist für Herbst angekündigt, KOffice 1.4 wurde bereits freigegeben: Moderne Office-Programme setzen zunehmend auf das OpenDocument-Format von OASIS, und Scribus zieht mit. Texte importiert Scribus über das modular aufgebaute Plugin GeText. Dieser Textimport unterstützt zahlreiche Formate, darunter reiner Text, einfache HTML, OpenOffice 1.x, und nun auch das OASIS-Format.

Daneben gibt es die paktische Option Text-Filter. Damit können Sie Regeln für das Suchen und Ersetzen in Textdateien definieren, inklusive regulärer Ausdrücke. So können Sie allerhand fremde Formate leicht importieren.

In Sachen Dokumentenimport wird Scribus noch weitere Fortschritte machen: Die modulare Plugin-Schnittstelle ermöglicht es jedermann, Importfilter für alle möglichen Formate zu schreiben und mit Scribus zu verwenden. Das Laden von Dateien haben wir ebenfalls modularisiert. Filter können daher bereits beim Öffnen bestimmter Dateitypen angewendet werden. Einer unserer Wunschträume ist es, komplette OpenOffice-Dokumente einfach mit Scribus zu öffnen.

Neben dem Textimport haben wir auch den Umgang mit Grafikformaten verbessert: Scribus unterstützt nun das Photoshop-Format PSD. Daneben haben uns zahlreiche Entwickler in Sachen CMYK geholfen – nun kann Scribus TIFF- und JPG-Dateien in diesem Farbschema verarbeiten.

Qualitätssicherung

Die Arbeit von Druckvorstufe und Druckerei ist ein großer Kostenfaktor. Daher ist es in Ihrem Interesse schon vor der Datenabgabe zu prüfen, ob Ihre Druckdaten geeignet sind, etwa ob sie der vereinbarten PDF-Version oder dem richtigen Postscript-Level entsprechen.

Viele Druckereien akzeptieren nur PDF 1.3, was oft mit der in den Betrieben eingesetzten Software zusammenhängt. In diesem Fall sind beispielsweise keine Transparenzen erlaubt. Das gilt auch, wenn Sie reines Postscript vereinbart haben.

Abbildung 4: Scribus warnt, wenn Ihr Druckdaten nicht zur gewählten PDF- oder Postscript-Version passen. So vermeiden Sie böse Überraschungen, bevor Sie die Daten in der Druckerei abliefern.

Der Druckvorstufen-Check (Abbildung 4)in Scribus erstetzt zwar nicht die kommerziellen Prüfwerkzeuge der Druckvorstufe (beispielsweise Pitstop von Enfocus), hilft Ihnen aber, Ihre Dokumente bereits beim Anlegen zu überprüfen. Dazu müssen Sie das Dokument noch nicht einmal exportieren. Scribus prüft unter anderem, Ob Textkästen überlaufen, benötigte Fonts fehlen und ob Bilder eine zu geringe Auflösung haben. Das alles können Sie auch gemäß Ihren Anforderungen konfigurieren.

Die Prüfung gegen Standards wie PDF ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die wenigstens Druckereien jemals von Scribus gehört haben. Wir hoffen, dass sich das mit zunehmender Verbreitung unseres DTP-Programms ändert. Tests mit professionellen PDF-Prüfprogrammen haben Scribus bisher ein gutes Zeugnis ausgestellt, auch in der praktischen Zusammenarbeit mit Druckereien hatten wir bisher kaum Probleme mit Scribus-Druckdaten.

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LinuxUser 06/2012

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