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Aber bitte mit XSane!

Scannen mit XSane

Farbenspiele

Das Farb-Management findet bereits während der Vorschau statt. Für den Hausgebrauch genügt häufig die automatische Farbwahl des Scan-Programms – Nachbesserungen sind nicht notwendig. Hat die Vorlage aber einen Farbstich oder fällt die Vorschau blass, sehr dunkel oder sehr hell aus, legen Sie selbst Hand an die Farben. Dazu verwenden Sie das Fenster Histogramm, aber auch das Hauptfenster und die drei Pipetten aus der Vorschau. Mit Hilfe der Pipetten definieren Sie einen eigenen Farbrahmen für Ihr Bild. Jeder Pipette ordnen Sie jeweils – von links nach rechts – einen weißen, grauen und schwarzen Punkt aus dem Vorschaubild zu. Auf dieser Basis errechnet XSane neue Helligkeitswerte für das Bild. Im Fenster Histogramm sehen Sie die Verteilung der Farben in Form einer Grafik (Abbildung 2). Klicken Sie auf die Symbole I, R, G und B, blenden Sie Farben ein oder aus. Um die Helligkeit des Bildes zu verändern, verschieben Sie die kleinen Dreiecke auf dem grauen Balken nach rechts oder links.

Abbildung 2

Abbildung 2: Das Histogramm zeigt die Farbverteilung im gescannten Bild. Über die Schieberegler ändern Sie diese Werte, über die Symbole im unteren Bereich schalten Sie Farben zu oder ab.

Um die einzelnen Farbwerte zu modifizieren, wechseln Sie in das Hauptfenster und klicken auf das farbige linke Icon in der unteren Reihe. Einerseits öffnet sich ein umfangreiches Menü für das exakte farbliche Fein-Tuning (Abbildung 3), andererseits erscheinen die entsprechenden Schieberegler zugleich im Histogramm. Die Regler neben dem Gamma-Symbol setzen Sie für eine Gamma-Korrektur ein, die – stark vereinfacht – Tonwerte im Spektrum zwischen schwarz und weiß verändert. Hinter dem Sonnensymbol verbergen sich Helligkeitseinstellungen, über die Regler neben dem geteilten Kreis beeinflussen Sie die Kontraste.

Abbildung 3

Abbildung 3: Ein Klick auf das farbige Symbol, das wie ein Kerzenständer aussieht, ruft eine Reihe von Reglern für das grafische Fein-Tuning auf. Diese Regler erscheinen auch im Histogramm.

Der Ernstfall

Nun gehts ans Eingemachte: ein Ausschnitt ist gewählt und die Farbe passt. Die abschließenden Einstellungen nehmen Sie im Hauptfenster vor. Überlegen Sie zunächst, wozu das fertige Bild dienen soll, um über den vierten Schalter von oben eine passende Auflösung einzustellen. Der Wert dpi (dots per inch) gibt Auskunft über die verwendeten Punkte pro Inch, wobei ein Inch ungefähr 2,54 cm entspricht. Diese gängige – wenn auch nicht metrische – Maßeinheit stammt aus dem Print-Bereich. Für qualitativ gute Ausdrucke sollten Sie 300 dpi einstellen, wodurch eine A4-Grafik allerdings schon mal auf 20 bis 50 MByte wächst.

Wollen Sie die gescannte Grafik weiterverarbeiten, nutzen Sie zunächst aus dem Menü XSane Modus im Hauptfenster den Standardwert Betrachter. Im Menü darunter bestimmen Sie, mit welcher Qualität der Scanner arbeiten soll: Abhängig davon, ob es sich bei der Vorlage um einen Text, um ein Fax oder um ein Farbfoto handelt, stellen Sie Farbe, Graustufen oder Strichzeichnung ein. Die Einstellung Voller Farbumfang ist korrekt, es sei denn, Sie verwenden als Vorlage ein Filmnegativ. In diesem Fall suchen Sie den entsprechenden Hersteller aus der Liste.

Ein Klick auf das zweite quadratische Icon links unten hilft, um die Farben der gescannten Vorlage zu invertieren. So verwandeln Sie das Negativ in ein Positiv. Verwenden Sie das Icon rechts daneben, schlägt XSane eigene Werte für die Farbverbesserung vor. Missfällt Ihnen der Vorschlag, stellen Sie mit einem Klick auf R die durch den Scan erzeugte Farbverteilung wieder her und speichern sie über den Knopf M. Wählen Sie das Symbol mit den zwei Pfeilen, setzt XSane für Farbe und Helligkeit Durchschnittswerte ein.

Die Zahlen neben dem Knopf Scannen geben Auskunft über die Bildschirmauflösung des aktuell gewählten Ausschnitts, zudem verraten sie, wie viel Speicherplatz das gescannte Bild einnehmen wird und wie hoch seine Farbtiefe ist. Die reale Größe des gewählten Ausschnitts in Zentimetern zeigt das Feld darunter an. Entsprechen die Einstellungen Ihren Erwartungen, starten Sie den Scan-Vorgang mit einem Klick auf Scannen.

Das fertige Bild erscheint im Fenster Betrachter (Abbildung 4). Dort nehmen Sie auf Wunsch noch Nachbesserungen vor, drehen, spiegeln oder skalieren das Bild, entfernen Flecken oder bearbeiten es mit einem Weichzeichner. Auch die Texterkennung starten Sie von hier aus – dazu benötigen Sie jedoch eine externe Texterkennungs-Software.

Abbildung 4

Abbildung 4: Das Betrachter-Fenster zeigt nicht nur die gescannten Fotos an, sondern bietet Ihnen auch gleich eine Reihe von Optionen, um diese zu drehen, zu spiegeln oder zu skalieren.

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LinuxUser 05/2014

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