Scannen mit XSane

Aber bitte mit XSane!

Oh nein, da kommt Ihr analoger Freund mit den unscharfen, aber unzensierten Party-Fotos. Keine Panik – das Scan-Programm XSane hilft beim Bergen der zweifelhaften Schätze.

Vor dem eigentlichen Scannen steht unter Linux eine grundsätzliche Hürde: die Hardware. Die so genannten Backends des Programms SANE kümmern sich um dieses Problem. SANE ist die Abkürzung für Scanner Access Now Easy: Es handelt sich dabei um ein application programming interface (API), das unter der GPL steht und einen Standard für den Zugriff auf bildverarbeitende Geräte schafft. Die Treiber für bildverarbeitende Geräte – wie Scanner – heißen Backends. Verfügt SANE über ein passendes Backend für Ihren Scanner, ist die Installation recht einfach (siehe Kasten Scanner einrichten). Sie bedienen SANE mit Hilfe von Frontends – grafischen Oberflächen wie Kooka, QuiteInsane oder XSane – die Bibliotheken von SANE nutzen.

Es ist angerichtet

Um XSane zu starten, öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben xsane ein. Mitunter fragt das Programm nach dem grafischen Gerät, das es verwenden soll, bevor es verschiedene Fenster öffnet.

Das Hauptfenster erkennen Sie an der Beschriftung xsane, rechts daneben erscheint der Name Ihres Scanners. Über das Menü Fenster blenden Sie die einzelnen Fenster ein oder aus. Wechseln Sie erstmal zum Fenster Vorschau (Abbildung 1). Legen Sie eine farbige Grafik auf die Oberfläche des Scanners und klicken Sie auf Vorschauscan. Nach einer kleinen Aufwärmphase erzeugt der Scanner ein Vorschaubild in niedriger Auflösung. Das hilft Ihnen, einen Ausschnitt für den eigentlichen Scan-Vorgang zu bestimmen und die Farben zu justieren.

Abbildung 1: Im Vorschaufenster bereiten Sie den eigentlichen Scan-Prozess vor. Hier justieren Sie die Farben und wählen den Bildausschnitt, den Sie scannen möchten.

Wahltag

Über die fünf Lupensymbole im oberen Bereich erhalten Sie Einblicke in das Dokument: Die linke durchkreuzte Lupe zeigt das gesamte Bild an, über das zweite Lupensymbol von rechts zoomen Sie direkt in einen ausgewählten Bereich hinein.

Um einen Ausschnitt des Dokuments zu markieren, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie die Maus über den gewünschten Bereich. Eine gestrichelte Linie umgrenzt Ihre Auswahl. Klicken Sie auf das linke der drei Pfeilsymbole rechts neben den Lupen, wählt das Programm automatisch einen Bildausschnitt – über das rechte Symbol markieren Sie den gesamten Bereich. Mit Hilfe des Totenkopfes ganz rechts löschen Sie die aktuelle Vorschau.

Wollen Sie eine Serie 10 x 15 cm großer Fotos scannen, stellen Sie im Drop-down-Menü unten links nicht volle Größe, sondern 10cm x 15cm ein. So scannen Sie einen kleinen Bereich, was den Prozess beschleunigt. Steht das Foto nach dem Scannen auf dem Kopf, hilft das Drop-down-Menü rechts daneben. Über den Eintrag 180 – der für 180 Grad steht – stellen Sie das Foto vom Kopf auf die Füße, über die Angabe 000 spiegeln Sie es an der vertikalen Achse. Das Menü ganz rechts weist dem ausgewählten Bereich ein festes Seitenverhältnis zu.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Scannen unter Linux
    Multifunktionsgeräte kombinieren Drucker und Scanner – wobei aus Linux-Sicht beide Geräte separat auftreten und auch so behandelt werden möchten. Mit der SANE-Bibliothek gelingt der Zugriff auf den Scanner-Teil.
  • Scanner-Software Vuescan im Test
    Beim Scannen lohnt sich der Griff zur kommerziellen Software Vuescan: Sie sticht die freie Konkurrenz in mehrfacher Hinsicht aus.
  • Scan mich!
    Der Scanner-Support gehört unter Linux weiterhin zu den problematischen Gebieten, vor allem was die Kooperation zwischen Drucker und Scanner angeht. Vuescan von Hamrick Software hilft hier mit passender Software und Treiberunterstützung.
  • Trainingsziel Text
    Gute Texterkennungsprogramme sind teuer und lohnen sich daher für Privatanwender kaum. Für Linux gibt es zwar einige freie und kostenlose Tools, die aber meist wenig Zeitersparnis bringen, da die Texte aufwändige manuelle Nachbearbeitung erfordern. GOCR ist besser: Mit etwas Training steigern Sie die Trefferquote.
  • Scannen ohne Treiberprobleme
    Wie könnte die Scanner-Einrichtung noch einfacher als unter Windows sein, wo man Software von der Treiber-CD installiert und dann loslegt? Es könnte ohne jegliche Einrichtung laufen. Für 40 US-Dollar leistet VueScan genau das.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 06/2017: System im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Anfänger Frage
Klaus Müller, 24.05.2017 14:25, 2 Antworten
Hallo erstmal. Habe von linux nicht so viel erfahrung müsste aber mal ne doofe frage stellen. A...
Knoppix-Live-CD (8.0 LU-Edition) im Uefiboot?
Thomas Weiss, 26.04.2017 20:38, 3 Antworten
Hallo, Da mein Rechner unter Windows 8.1/64Bit ein Soundproblem hat und ich abklären wollte, o...
Grub2 reparieren
Brain Stuff, 26.04.2017 02:04, 5 Antworten
Ein Windows Update hat mir Grub zerschossen ... der Computer startet nicht mehr mit Grub, sondern...
Linux open suse 2,8
Wolfgang Gerhard Zeidler, 18.04.2017 09:17, 2 Antworten
Hallo.bitte um Hilfe bei. Code fuer den Rescue-login open suse2.8 Mfg Yvo
grep und sed , gleicher Regulärer Ausdruck , sed mit falschem Ergebnis.
Josef Federl, 15.04.2017 00:23, 1 Antworten
Daten: dlfkjgkldgjldfgl55.55klsdjfl jfjfjfj8.22fdgddfg {"id":"1","name":"Phase L1","unit":"A",...