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JPEG-Bilder automatisch umbenennen und verlustlos bearbeiten

01.10.2005 Digitalkameras vergeben weder sinnvolle Dateinamen, noch drehen sie Bilder automatisch. Eine Handvoll Linux-Programme schafft Abhilfe: Sie geben Fotodateien sinnvolle Namen und manipulieren JPEGs verlustlos. So schaffen Sie Ordnung in der Fotosammlung und schonen beim Betrachten Ihr Genick.

Auch ältere Digicams wie die Olympus Camedia C-860L speichern Fotos im JPEG-Format mit passenden EXIF-Informationen. Diese bettet die Kamera direkt in den Header der JPEG-Bilder ein. EXIF ergänzt dabei nicht nur JPEG-Dateien sondern auch TIFF- oder RIFF-Wave-Dateien.

Zu den Metainformationen, die im Header der Bilddatei landen, gehören je nach Kameramodell Datum und Uhrzeit der Aufnahme, Belichtungszeit, Blendeneinstellung, Belichtungsprogramm, Größe, Auflösung und Orientierung des Bildes. Um die Orientierung festzustellen, besitzen einige Kameras einen Sensor, der feststellt, ob der Fotograf das Gerät hochkant oder gar auf dem Kopf hält.

Bildorientierung

EXIF-Wert

1. Reihe des Bildes

1. Spalte des Bildes

Beispiel

1 oben links
2 oben rechts
3 unten rechts
4 unten links
5 links oben
6 rechts oben
7 rechts unten
8 links unten

Nutzen von EXIF

Es gibt unter Linux mehrere Programme, die EXIF-Informationen tatsächlich verwenden (Tabelle "Anwendungen"). Zudem ermöglicht es eine Reihe von Kommandozeilen-Werkzeugen, mehrere Bilder skriptgesteuert zu verarbeiten.

Eine erste einfache Anwendung besteht darin, sich die EXIF-Informationen zunächst einmal anzeigen zu lassen. Verwenden Sie den KDE-Dateimanager Konqueror, dann rufen Sie im Kontextmenü für die Bilddatei Ihrer Wahl den Menüpunkt Eigenschaften auf. Die EXIF-Informationen finden Sie unter Meta-Info. Dort können Sie einen Kommentar für das Bild eingeben, der im Header der Datei landet. Die Bildorientierung unter Ausrichtung ist ein numerischer Wert (Tabelle "Bildorientierung"). Die KDE-basierten Bildanzeiger Gwenview und Kuickshow unterstützten diesen einheitlichen Dialog ebenfalls.

Abbildung 1: Der Dateimanager Konqueror zeigt EXIF-Informationen von Fotos im Eigenschaften-Dialog an.

Bevorzugen Sie stattdessen Nautilus, finden Sie im Kontextmenü für die Bilddatei ebenfalls den Menüpunkt Eigenschaften. Unter Bild zeigt Nautilus einige EXIF-Werte an, allerdings nicht die Orientierung des Fotos. Den Kommentar, den Sie unter Notizen angeben können, speichert Nautilus übrigens nicht im Bild, sondern unterhalb von ~/.nautilus/metafiles/.

Auf der Kommandozeile bieten die zwei Befehle exiftags und metacam einen großen Funktionsumfang. Da nicht alle Distributionen Pakete dieser Programme mitliefern, finden Sie den Quellcode auf der Heft-CD. Für Exiftags gibt es auf der CD außerdem ein RPM-Paket. Die Quellen übersetzen Sie nach dem Entpacken mit dem Befehl make. Die ausführbare Datei kopieren Sie dann mit Root-Rechten nach /usr/local/bin/.

Dateien automatisch umbenennen

Geben Sie nun zum Test den Befehlsnamen gefolgt von dem Namen einer Bilddatei an, die Sie untersuchen möchten: exiftags Foto.jpg. Eine nützliche Anwendung der EXIF-Daten besteht darin, Fotos mit Datum und Uhrzeit im Dateinamen zu versehen. Dazu dient Jhead: jhead -n%Y-%m-%d_%H-%M-%S *.jpg benennt alle JPEG-Bilder im aktuellen Verzeichnis entsprechend um. Das Format lässt sich sehr flexibel anpassen. Beachten Sie jedoch, dass hinter der Option -n kein Leerzeichen steht.

Mit dem Schalter -nf benennen Sie auch Bilder um, deren Dateinamen nicht hauptsächlich aus Ziffern bestehen. Digitalkameras speichern Bilder nämlich meistens in einem Format, das größtenteils Ziffern verwendet. Damit verhindert Jhead, dass Sie bei Verwendung von -n Dateien umbenennen, die Sie bereits selbst manuell umbenannt haben. Die Option -ft setzt das Datum der Datei auf den Zeitpunkt der Aufnahme.

Auch das KDE-Programm Krename bietet die Möglichkeit, Dateien anhand der EXIF-Informationen umzubenennen. Fügen Sie im Fenster des Programms einige Dateien ein und geben Sie als Muster etwa $-[jpgCreationDate]-[jpgCreationTime] ein. Sie können auch andere EXIF- und JPEG-Informationen wie Kommentar oder JPEG-Qualität verwenden. Die entsprechenden Platzhalter erfahren Sie über den Button Funktionen im Reiter Dateiname. Krename verwendet standardmäßig das im KDE-Kontrollzentrum definierte Datums- und Zeitformat. Mit einem Muster wie $-[7-{[jpgCreationDate]}]-[4-5{[jpgCreationDate]}]-[1-2{[jpgCreationDate]}]-[jpgCreationTime] stellen Sie auf das deutsche Format in der Reihenfolge Jahr-Monat-Tag um, die sich mit einem Dateimanager besser sortieren läßt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit Krename benennen Sie Fotos nach deren Aufnahmedatum um. Die etwas unübersichtlichen Muster der Platzhalter erklärt die Hilfe zum Programm.

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Infos zum Autor

Martin Steigerwald

Martin Steigerwald

Martin Steigerwald arbeitet als Trainer, Consultant und Systemadministrator bei der team(ix) GmbH in Nürnberg. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Linux-Schulungen, die Konzeption, Installation und Wartung solider IT-Infrastruktur auf Basis von Debian Linux sowie Second Level Support für Linux als Business-Desktop bei Kunden von teamix(ix).


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