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Grundlagen der digitalen Bildbearbeitung

Der böse Blick

Ein weit verbreitetes Problem lässt sich meist ohne große Arbeit und in Sekunden beheben: Rote Augen, die entstehen, wenn Personen oder Tiere in einer relativ dunklen Umgebung mit Blitz fotografiert werden. Der Grund ist, dass das Licht des Blitzes von der Netzhaut zurück ins Objektiv reflektiert wird. Sowohl die Entfernung und der Winkel von Kamera zu Auge, als auch die Größen der Pupillen ist verantwortlich für diesen unschönen Effekt. Abhilfe beim Fotografieren schafft entweder eine hellere Umgebung oder ein so genannter Vorblitz, der wenige Augenblicke vor dem eigentlichen Foto dafür sorgt, dass sich die Pupillen der Fotografierten verkleinern. So gut wie alle Nachbearbeitungstools (manche nur mit PlugIns) enthalten spezielle Funkionen zum bearbeiten des "Teufelsblicks".

In vielen Bildbearbeiteungsprogrammen genügt es, eine grobe Auswahl um die einzelnen Augen zu erzeugen und die Routine starten. Die Funktionsweise ist simpel: Die roten Farbwerte werden in Ihrer Helligkeit analysiert und durch angepasste dunklere Werte (Abbildung 4) ersetzt. Mit ein wenig Geschick können Sie dieses Vorgehen auch manuell nachvollziehen, die Resultate fallen mit etwas Übung viel besser aus.

Abbildung 4: Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bringen das passende Werkzeug mit, um rote Augen problemlos zu korrigieren.

Vergrößern, verkleinern, Bildformate

Ein Bild zu vergrößern ist schwierig. Natürlich können Sie das bis ins endlose, aber selbst kleine Vergrößerungen funktionieren nicht verlustfrei. Trotzdem brauchen Sie nicht zu verzweifeln. Verschiedene Neuberechnungs-Algorithmen (Abbildung 5) helfen, das Optimum zu erzielen. Alleine Xnview bietet dazu acht Resample-Methoden an. Einige davon zeichnen das Bild eher weich, andere erzeugen deutlich sichtbare Artefakte.

Abbildung 5: Das linke Bild wurde mit dem Mitchell-Algorithmus vergrößert, das rechte mit der Nearest Neighbor Methode.

Auch hier hilft nur ein Ausprobieren von Bild zu Bild. Ihr eigener Eindruck sollte entscheiden, welches Verfahren Sie wann anwenden möchten. Bei Portraits erscheint uns die "Bell"-Einstellung am geeignetsten. Das Verkleinern von Bildern geschieht nach dem gleichen Verfahren, ist aber oberflächlich gesehen einfacher. Natürlich enthält ein kleineres Format auch weniger Platz für Details – aber das "Weglassen" fällt den Routinen verständlicherweise leichter als das "Dazuerfinden".

Wollen Sie Ihr Bild in der Größe minimieren, müssen sie es nochmals komprimiert speichern. Aber Vorsicht: ein wiederholtes Komprimieren potenziert die Gefahr von Bildfehlern. JPEGs sollten Sie nur dann nochmals stark komprimieren, wenn Sie diese nicht zum Druck oder entwickeln verwenden. Ein TIFF dagegen lässt sich für die meisten Anwendungen (beispielsweise zum Entwickeln via Internet) problemlos in ein deutlich kleineres JPEG umwandeln. Auf zusätzliche Kompressionsstufen sollten Sie auch dabei möglichst verzichten. Für die Veröffentlichung im Web bieten professionelle Bildbearbeitungsprogramme spezielle und genau zu dosierende Speicher-- und Kompressionsfunktionen an.

Theoretisch könnte auch ein anderes Dateiformat bei der Datenverkleinerung hilfreich sein. Andere Dateiformate als JPEG spielen allerdings bislang eine Nebenrolle bei der digitalen Bildbearbeitung. Die JPEG Nachfolger JBIG und JPEG2000 bieten zwar viele Vorteile – unter anderem bessere Kompressionsrate bei gleicher Qualität – kommen bisher aber weder im Netz noch bei den Kamaraherstellern oder Bearbeitungsprogrammen erwähnenswert zur Anwendung. Portable Network Graphics (PNG) bietet zwar im Internet immense Vorteile, ist aber auch keine echte Alternative im fototechnischen Umfeld. Auch gibt es bisher wenige Programme, welche die hohe, dabei aber verlustfreie Kompression dieses Formats tatsächlich in entsprechend kleine Dateien umsetzen können. GIF kommt bei Bildern von Haus aus nicht zum Einsatz – dieses Format ist Grafiken vorbehalten.

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LinuxUser 06/2012

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