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Grundlagen der digitalen Bildbearbeitung

Kontrast und Co.

Oft wirken Fotos kontrastarm und dunkel. Auch die Farben entsprechen nicht dem Motiv, so wie sie es in Erinnerung haben. Ist diese Wirkung nicht zu extrem, können sie solche Aufnahmen mit den Korrekturmethoden der Bildbearbeitungstools aufbereiten, die Sie auf das gesamte Bild anwenden. Probieren Sie Korrekturen vor allem mit den Kontrast- und Helligkeitseinstellungen, die so gut wie jedes Bildbetrachtungs-- oder Bearbeitungsprogramm als Funktion anbietet. Gerade bei Außenaufnahmen wirkt leichtes Erhöhen des Kontrastes oft Wunder (Abbildung 3). Reines Aufhellen bringt selten verbesserte Ergebnisse, sollten Sie aber trotzdem in Kombination mit den Kontrasteinstellungen nicht unversucht lassen. Genauer steuern Sie Helligkeit und den Kontrast mit der Tonwertkorrektur-Funktion. Wollen Sie noch stärker und detailierter an diesen Werten arbeiten, bietet sich die Gradationskurven-Methode an. Beide Möglichkeiten benötigen neben einem richtigen Bildbearbeitungsprogramm wie GIMP auch gewisse Vorkenntnis zum Thema digitale Bildbearbeitung.

Ist Ihr Foto zu blass, erhalten Sie die gewünschte Intensität durch verstärken der Farbsättigung zurück. Sie können auch nur bestimmte Farbwerte anheben bzw. abschwächen oder mit der so genannten Farbtonbalance herumexperimentieren.

Abbildung 3: Mit ein wenig Geschick polieren Sie auch ein flaues Bild auf Hochglanz.

Dabei regulieren Sie die unterschiedlich hellen Bereiche des Bildes (man spricht dabei von Tiefen, Mitteltönen und Lichtern) getrennt und können so sehr genau die farbliche Wirkung des Fotos beeinflussen. Auch die aus der analogen Fotographie bekannten Foto-Filter lassen sich digital "hinzufügen": verschiedene Kalt-, Warm- und Farbfilter lassen ein Foto in ganz anderem Licht erstrahlen. Von reinen Effektfiltern ist dagegen abzuraten. Diese dienen eher zur Verfremdung denn zur Verbesserung. Grundsätzlich sollten Sie alle angesprochenen Möglichkeiten nur nuanciert einsetzen. Zu starkes Anheben der Werte verschlechtert die Wirkung oft oder bringt gar ein starkes Rauschen in Ihre Bilder. Die beschriebenen Methoden können Sie natürlich nicht nur auf das gesamte Bild anwenden, sondern auch auf Teilbereiche. Ist ihr Partyfoto eigentlich gut, nur Ihrer Verlobten kommt der Farbton des neuen Pullis nicht intensiv genug zur Geltung, bearbeiten Sie nur diesen. Erstellen Sie eine möglichst genaue Auswahl (Selection) um den Bereich und bearbeiten sie so gezielt dessen Wirkung.

Alle Bearbeitungsprogramme bieten zu fast jeder Korrekturmaßnahme auch Auto-Funktionen an, welche aber im Ergebnis meist hinter den manuellen Korrekturen bleiben.

Mit 66 Jahren…

Manchmal ist ein Foto eigentlich grundsätzlich gut. Die Farben leuchten und der Kontrast sowie die Motivauswahl stimmen. Nur ein leichtes Zittern im Kameraarm oder eine etwas zu lange Belichtungszeit verwackelte Ihr tolles Bild leicht. Ist diese Verwacklung tatsächlich gering, hilft meist eine einfache Schärfekorrektur. Bietet Ihr Bildbearbeitungsprogramm eine Funktion zum unscharfen maskieren an, können sie die Korrektur extrem fein dosieren. Genauso wie alle anderen Korrekturen am Bild arbeitet auch die Scharfzeichnungsfunktion nur begrenzt sinnvoll. Übertrieben angewendet entstehen oft Zerkräuselungen, halbdurchsichtige Doppel- oder sogenannte Halo-Kanten. Auch beim Nachschärfen bietet sich an, nur partiell vorzugehen. Um ein Hauptmotiv hervorheben, möchten Sie, das der Hintergrund etwas zurücktritt. Sind sowohl Vordergrund als auch Hintergrund scharf, erreichen Sie letzteres auch mit einem Weichzeichner, um dadurch den "plastischen Effekt" erzielen.

Tipp: Wollen Sie die volle Kontrolle über die Bearbeitung ihrer Bilder behalten, sollten Sie, wenn möglich, die meist aktivierte "Vorschärfung" Ihrer Digitalkamera ausschalten.

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LinuxUser 06/2012

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