Einfach Handhabung und volle Flexibilität in einer Distribution vereint

Von Grund auf

Die Distribution Arch Linux verbindet Vorteile aus anderen Konzepten zu einem Gesamtsystem. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das System von der Heft-CD richtig installieren und danach effektiv nutzen.

Linux Distributionen gibt es wie Sand am Meer: Vom Selbstbaukasten bis zum Rundum-Sorglos-Paket findet sich alles. Bei einigen legen Sie eine Installations-DVD ins Laufwerk, beantworten zwei, drei Fragen, und fertig ist ein schönes, buntes System – mindestens so schön und so bunt wie Windows.

Aber wie bei Windows stehen Sie dort auch wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berge, wenn mal irgendwas nicht so läuft, wie es soll. An welcher Schraube sollten Sie drehen, wenn Sie das System verändern wollen? Wie funktioniert das alles? Was passiert unter der Haube der schönen, bunten Maschine?

Das System Arch liefert diese Informationen. Es setzt Sie als Nutzer ans Steuer, nicht in den Fond der Maschine. Schon bei der Installation legen Sie Hand an, sprich: Sie bearbeiten die wichtigen Installationsdateien. Welche das sind und wie Sie sie anpassen, sagt Ihnen die Installationsroutine.

So haben Sie die vollständige Kontrolle über das System; kaum ein Systemdienst startet, den Sie nicht selbst in die einschlägige Datei eingetragen haben. Arch richtet sich also an Benutzer, die ihr System verstehen wollen, die sich der "Diktatur des schönen Scheins" [1] nicht unterwerfen wollen.

Schnell, schlank, aktuell

Das ganze System ist für Prozessoren der i686er Reihe optimiert. Auf älteren Maschinen läuft nicht einmal die Installationsroutine. Da nur die notwendigen Systemdienste initialisiert werden, ist auch die Startzeit extrem kurz. Das vollständige System passt leicht auf eine CD, die Basisinstallation sogar auf eine kleine. Die Entwickler entfernten alles, was nicht unbedingt ist.

Das hervorragende Paketsystems hält die Installation ohne Mühe aktuell. Das ganze System einschliesslich des Kernels bringen Sie mit dem Befehl pacman -Syu auf den neuesten Stand. Das Arch Build System hilft auf einfache Weise beim Bau von angepassten Binärpaketen. Paket- und Build-System gehen dabei Hand in Hand.

Installation

Wenn Sie dieser Ausblick neugierig macht, sollten Sie sich zunächst einmal Archie ansehen – eine Live-CD auf der Basis von Arch. Sie werden staunen, wie schnell und sauber konfiguriert das System ist. Wollen Sie danach Arch selbst installieren, dann nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit.

Um sich die Arbeit so leicht wie möglich zu machen, sei ein Blick in die gut gegliederte und übersichtliche Arch Linux Dokumentation [3] oder die aktuellere englische Fassung, den Arch Linux 0.7 (Wombat) Installation Guide [4], empfohlen. Das erspart Ihnen später unliebsame Überraschungen, und Sie wissen, wo Sie bei Problemen nachschlagen können. Für den Notfall ist auch die Adresse des einschlägigen Wiki hilfreich [5].

Und noch eine Empfehlung vorneweg: Besorgen Sie sich eine Tafel mit der Tastaturbelegung einer amerikanischen Tastatur. Leider erlaubt Ihnen die Installationsroutine nicht die Auswahl der Tastaturbelegung – ein ärgerliches und überflüssiges Manko.

Nach dem Neustart des Rechners bei eingelegter Installations-CD und entsprechend konfiguriertem BIOS befinden Sie sich in einem Boot Prompt, der Ihnen unter anderem die Auswahl zwischen einem IDE- oder SCSI-System ermöglicht und Sie anschliessend in eine Shell befördert.

Jetzt beginnt die eigentliche Installation mit dem Befehl /arch/setup. Das ist eine textbasierte Routine, die Sie durch die einzelnen Schritte der Installation führt; jeden Schritt schließen Sie mit der Menüauswahl DONE ab.

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