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Distribits

01.10.2005

Kurz notiert

Selflinux (http://www.selflinux.org), die deutschsprachige Dokumentation zu Linux, liegt jetzt in Version 0.12.0 vor. Die Textsammlung behandelt Themen vom Einstieg in Linux bis hin zur Systemadministration, zahlreiche Bereiche sind aber noch eine große Baustelle. Die Organisatoren suchen daher immer nach neuen Autoren, die beim Erweitern und Verbessern der Dokumentation helfen.

Mandriva 2006 (http://www.mandriva.com) ist als Beta 3 erschienen. Der integrierte Kernel 2.6.12.5 unterstützt sicheres Hyper-Threading, die Virtualisierungstechnologie Xen ermöglicht den Betrieb von Gastsystemen und Verbesserungen am Konfigurationsprogramm DrakX erleichtern die Administration. Wichtige Neuerung für das 64-Bit-Lager: Die entsprechenden Images enthalten erstmals OpenOffice.

Ging (http://glibc-bsd.alioth.debian.org/ging/) ist eine neue Live-Distribution auf Debian-Basis, verwendet jedoch anstelle des Linux-Kernels den von FreeBSD. Als Desktop kommt bei dem System Gnome zum Einsatz. Zur Zeit steht es in einer sehr frühen unstabilen Version 0.0.2 für experimentierfreudige Benutzer zur Verfügung.

Das Projekt TuxMobil (http://www.tuxmobil.org) sammelt Installationsbeschreibungen für Linux auf Notebooks und umfasst mittlerweile über 4 000 Artikel. Diese liegen zum größten Teil in englischer Sprache vor, und die Bandbreite der beschriebenen Geräte reicht von uralten 286er-Laptops bis hin zu modernen Geräten mit AMD64-Prozessoren. Eine Übersicht über Hardware-Kompatibilität und für Linux geeignetes Zubehör runden das Angebot ab.

Minislack war einmal: Das System mit dem neuen Namen Zenwalk (http://www.zenwalk.org) bleibt auch mit der aktuellen Version 1.2 dem Ziel verbunden, ein kompaktes alltagstaugliches System zur Verfügung zu stellen. Als Desktop setzen die Entwickler auf Gnome, die Hardware-Erkennung übernimmt Discover 2.0.7. Auch Firefox und Thunderbird liegen in aktuellen Versionen bei. Das mit 400 MByte erfreulich schlanke ISO-Image steht auf der Projekt-Homepage zum Download bereit.

Die Änderungen von Slackware 10.2 (http://www.slackware.com) im Vergleich zum Vorgänger 10.1 werden nach dem derzeitigen Stand nicht tiefgreifend sein und umfassen im wesentlichen Aktualisierungen bei den Programmpaketen. KDE ist jetzt in Version 3.4.2 enthalten, als Kernel stehen 2.6.12 und 2.4.31 zur Wahl, X.org ist in Version 6.8.2 dabei. Ein ISO-Image der Beta-Version gibt es zur Zeit nur auf (http://www.slackware.no).

Die Version 2005.1 von Gentoo Linux (http://www.gentoo.org) bringt dem Anwender Fehlerbeseitigungen, Sicherheits-Updates und aktuelle Versionen der Desktops KDE und Gnome. Die Entwickler legten besonderen Wert auf eine bessere Dokumentation und gaben den Gentoo-Installer GLI in einer ersten Version frei. Gentoo Linux steht für die Architekturen x86, IA64, AMD64, PowerPC, Sparc und HP-PA zur Verfügung. Eine Live-CD mit Gnome als Desktop hilft beim Testen des Systems.

Mit DesktopBSD (http://www.desktopbsd.net) exisitert neben dem jüngeren PCBSD ein zweites Projekt, das FreeBSD auf den Desktop bringen möchte. Dazu entwickeln die Initiatoren grafische Installations- und Wartungsprogramme, mit denen Anwender das System ohne tiefgreifende BSD-Kenntnisse einrichten und betreiben können. Als Desktop wählten die Entwickler KDE aus.

Mehrere Anbieter von Linux-Distributionen haben sich zur Debian Common Core Alliance (DCC) (http://www.dccalliance.org) zusammengeschlossen. Mit von der Partie sind Credativ, Knoppix, LinEx, Linspire, Mepis, Progeny, Sun Wah, UserLinux und Xandros. Das Konsortiums plant, einen LSB-zertifizierten Distributionskern zu entwickeln, den die beteiligten Unternehmen dann für ihre Zwecke anpassen. Die DCC Alliance agiert dabei als zentraler Ansprechpartner für Hard- und Software-Hersteller agieren, die ihre Produkte an das System anpassen möchten. Alle Erweiterungen, die DCC entwickelt, will die Gruppe an Debian zurückgeben.

OpenSuse in der Beta-Phase

Die Entwickler von OpenSuse (http://www.opensuse.org) haben die vierte Beta-Version von Suse Linux 10 fertig gestellt. Diese Version ist nun vollständig internationalisiert und von zahlreichen Fehlern der letzten Beta befreit. Die Software steht auf zahlreichen Spiegelservern für x86-, x86-64- und PowerPC-Systeme zum Download bereit.

Wer schon die dritte Beta getestet hat, dem ersparen so genannte Delta-ISOs den erneuten Download kompletter Installationsmedien. Außerdem gab Novell bekannt, dass Suse Linux in Zukunft auch die fünf indischen Sprachen Hindi, Tamil, Malayalam, Bengali und Gujarati unterstützt.

Linux an französischen Schulen

Die französiche Region Auvergne verteilt im neuen Schuljahr an alle Schüler zwischen 15 und 19 Jahren eine CD mit freie Software für Windows und sowie dem Knoppix-basierten Live-System Kaella (http://kaella.linux-azur.org)

Auf der ersten CD befinden sich Windows-Versionen von Firefox, Thunderbird, Gimp und OpenOffice. Auf diese Weise sollen Schüler diese Programme zunächst in der gewohnten Windows-Umgebung ausprobieren. Später dann ist dank Kaella ein einfacher Umstieg auf Linux möglich.

Die Organisatoren erhoffen sich von dieser Aktion, die Verbreitung von freier Software und Linux zu vergrößern. Die Schüler sollen lernen, mit Alternativen zu arbeiten und den Umstieg auf Linux probieren, ohne Angst zu haben, ihr laufendes System zu zerstören.

Vorschau auf Enlightenment 17

Elive (http://www.elivecd.org/), eine auf Debian basierende Live-CD, ermöglicht eine Vorschau auf die aktuelle Vorabversion des Desktops Enlightenment 17 (e17). Auch Enlightenment 16 ist als zweiter Desktop dabei. Die Entwickler wollen mit dieser Live-CD das Interesse an e17 wecken, das nach jahrelanger Entwicklungsarbeit inzwischen weitgehend alltagstauglich geworden ist.

Nach dem flotten Start und der sicheren Hardware-Erkennung startet der Desktop schnell und lässt sich auch von der CD gut benutzen. Dabei bietet er allerhand fürs Auge: animierte Programmauswahl-Icons und Fenster sorgen für Bewegung, viele Elemente erscheinen transparent und die Fenster werfen Schatten auf den Hintergrund. Bei all diesen Spielereien reagiert das System dennoch flüssig.

Neben dem Desktop integrierten die Entwickler noch Compiler und andere Enwicklungswerkzeuge sowie Anwendungsprogramme wie Firefox, Thunderbird und OpenOffice auf der CD. Mit Hilfe eines neu entwickelten Installationsprogramms lässt sich Elive auch auf der Festplatte installieren und dann um Programme aus dem riesigen Debian-Fundus erweitern.

Abbildung 1

Abbildung 1: Elive bietet einen Ausblick auf die Version 17 von Enlightenment.

Fedora Live für alle

Mit Hilfe des Programms Kadeschi (http://fedoaproject.org/wiki/Kadeschi) ist es möglich, Live-CDs auf Basis von Fedora zu erstellen. Dazu benutzt das Programm entweder Pakete vom Server oder eine Quelle auf der lokalen Festplatte, und installiert mit Hilfe des grafischen Installers Anaconda ein komplettes System in ein temporäres Verzeichnis.

Danach führt Kadeschi eine Reihe von Skripten aus, die das entstandene Dateisystem so ändern, dass das neue System von einer CD startet. Als nächstes baut das Programm eine Initial Ramdisk und komprimiert diese. Hat alles geklappt, erzeugt Kadeschi ein ISO-Image.

Neben der Fedora-Quelle benötigt das Programm die Pakete Busybox-anaconda, Anaconda, Mkisofs, E2fsprogs und Syslinux. Das Programm Kickstart hilft Ihnen, den Prozess zu automatisieren. Das Build-System ist zur Zeit nur aus dem CVS direkt von der Homepage des Projekts erhältlich.

Linux live aus Taiwan

Kurz und knapp B2D (http://b2d.tnc.edu.tw) heisst eine auf Debian basierende Live-Distribution aus Taiwan, die wahlweise mit Gnome oder KDE als Desktop daher kommt und traditionelles Chinesisch für die Ein- und Ausgabe unterstützt.

In der aktuellen Version konzentrierten sich die Entwickler auf die Korrektur von Fehlern und fügten die Unterstützung für WLAN-Karten hinzu. Die PureKDE-Version bringt ein an Windows angelehntes Oberflächen-Design mit, während die PureGnome-Variante auf den ersten Blick an das aktuelle Apple-Betriebssystem erinnert.

Die Software-Ausstattung genügt für den Büroeinsatz. Ein Installer ermöglicht das Umheben auf die Festplatte zum dauerhaften Gebrauch.

Abbildung 2

Abbildung 2: B2D ähnelt in der Gnome-Version MacOS und beherrscht traditionelles Chinesisch.

Multimedialer Mini

Die Multimedia-Distribution Geexbox (http://www.geexbox.org) hat mit Version 0.98.6 einen weiteren Schritt hin zur ersten stabilen Version 1.0 gemacht. Die Mini-Distribution verwendet MPlayer als Abspielprogramm und verarbeitet alle üblichen Audio- und Videoformate. Über ein Menü erreichen Sie die CD/DVD-Laufwerke und Multimedia-Dateien auf Festplatte sowie Wechsellaufwerken und spielen so bequem die darauf befindlichen Daten ab.

Zusammen mit einem kompakten ITX-Mainboard eignet sich Geexbox zum Aufbau eines kleinen, leisen Multimedia-PCs fürs Wohnzimmer. Die Distribution ist für die x86- und PowerPC-Architektur erhältlich und mit 6 beziehungsweise 11 MByte so kompakt, dass die Installation auch auf preiswerten Speicherkarten oder USB-Sticks problemlos möglich ist.

Brasilianisches Feuerwerk

Das Projekt Goblinx (http://www.goblinx.com.br/en/) verfolgt das Ziel, einen einheitlichen, leicht zu bedienenden und konsistenten Desktop zu entwickeln, der besonders für Anfänger geeignet ist. Bei diesem Unterfangen setzt es auf Slackware auf. Neuester Spross der Goblinx-Familie ist die Goblinx Mini Edition, die XFCE als Desktop verwendet und bis auf OpenOffice nur Programme mitbringt, die GTK als Toolkit benutzen. Neben brasilianisch unterstützt das System noch die Sprachen Deutsch und Englisch.

Das System startet recht flott, schafft es aber nicht immer, eine funktionierende X.org-Konfiguration hinzubekommen. Die Entwickler haben allerdings vorgesorgt und bieten eine Safe-Option an, die den Vesa-Treiber verwendet. Dieser sollte auf den meisten PCs funktionieren. Auch die Konfiguration des Netzwerkes geschieht nicht automatisch, diese holen Sie nach dem Start mit dem Programm Netconfig nach.

Das Design der Oberfläche erscheint auf den ersten Blick konsistent aber gewöhnungsbedürftig, da sehr grelle Farben zum Einsatz kommen. Auch die Symbole in den Werkzeugleisten geben nicht sofort preis, welche Funktion sich hinter dahinter verbirgt.

Schon die Mini-Edition bringt alle für die Büroarbeit nötigen Programme mit und lässt sich nach der Installation auf der Festplatte problemlos durch Multimedia-Anwendungen und Spiele erweiterbar, die auf der Goblinx-Homepage zum Download bereit liegen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Goblinx kommt etwas schrill daher.

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