Einfach zauberhaft
Bildbearbeitung auf der Shell
Richtig montiert
Haben Sie mit der Digitalkamera viele einzelne Bilder geschossen und wollen diese zu einer Art Panorama zusammensetzen, hilft das Programm Montage weiter. Um einfach alle JPEGs eines Verzeichnisses zu einer großen Kachel zusammenzusetzen, tippen Sie:
montage *.jpg panorama.jpg
Als letztes Argument geben Sie den Namen des neuen Bildes an. Wie viele Grafiken in der neu entstandenen Montage in einer Reihe nebeneinander stehen, definieren Sie über den Parameter -tile (Default sind drei Bilder pro Reihe).
Auch andere Parameter, die bei den restlichen ImageMagick-Programmen zum Einsatz kommen – wie -resize, -size oder -shadow – sorgen beim Montage-Tool für das richtige Format. Parameter wie -geometry, erfüllen Spezialfunktionen: Zusammen mit Montage eingesetzt, sorgt -geometry für die Größe der einzelnen Kacheln (standardmäßig haben diese die Größe 256x256 Pixel) und nicht des Gesamtbildes.
Tipp
Um die Gesamtgröße eines gekachelten Bildes zu beeinflussen, verwenden Sie einfach die Option -resize.
Um drei Photos ohne Rahmen, Abgrenzungen und in ihrer Originalgröße nebeneinander anzuordnen, tippen Sie:
montage +frame +shadow +labe↩ l -geometry 100% haehne.jpg hueh↩ ner.jpg schafe.jpg montage.jpg
Das fertige Ergebnis zeigt Abbildung 2.
Mit Montage oder alternativ mit Convert erstellen Sie ebenfalls so genannte Visual Directories. Diese zeigen Thumbnails aller Bilder und Informationen zum Namen und der Größe an, die Sie dann jeweils einzeln zum Betrachten auswählen. Mit Montage erstellen Sie ein solches Visual Directory beispielsweise mit dem Befehl:
montage *.jpg dir.vid
Das entsprechende Convert-Kommando lautet:
convert 'vid .jpg' dir.vid
Die so entstandene Datei dir.vid öffnen Sie beispielsweise mit ImageMagicks eigenem Bildbetrachter (display dir.vid). Anschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die verkleinerten Darstellungen der Bilder und wählen aus dem Kontextmenü Load, um das jeweilige Foto zu betrachten.
Schrift einsetzen
Das Programm Convert bietet einige Parameter an, die beim Beschriften Ihrer Bilder helfen. So lassen sich beispielsweise mit wenigen Handgriffen sämtliche Fotos mit einem Wasserzeichen versehen. Die Option -font erwartet als Argument eine Schriftart, beispielsweise TrueType (Dateiendung .ttf).
Mit einem kleinen Trick finden Sie auf der Kommandozeile heraus, welche Schriftarten auf Ihrem System installiert sind. Der Befehl locate *.ttf | less durchforstet das System nach Dateien mit der Endung .ttf und listet diese seitenweise auf. Die so gefundenen Schriftarten verwenden Sie entweder direkt über den Dateinamen mit der vollen Pfadangabe:
-font @/usr/share/fonts/true↩ type/Times_New_Roman.ttf
Altrnative reicht einfach der Name: -font Arial. Die Schriftgröße bestimmen Sie über den Parameter -pointsize, und die Farbe des Wasserzeichens definieren Sie mit der Option -fill. Als Argument geben Sie für letztere entweder einen Namen (blue, white usw.), die RGB-Werte in Hexadezimal- oder Dezimalform an.
Tipp
Das Kommando convert -list color | less zeigt Ihnen eine Liste aller Farben an, die das Programm versteht. Damit die Anzeige nicht aus dem Fenster herausläuft, leiten Sie die Ausgabe wiederum an den Pager Less weiter.
Um den Text entsprechend zu platzieren, brauchen Sie weiterhin noch den Parameter -draw. Diesem teilen Sie darüber hinaus noch mit, was gezeichnet werden soll (in diesem Fall Text) und an welcher Stelle der Text im Bild auftaucht. So sorgt der Aufruf
convert -font Arial -pointsi↩ ze 20 -fill gray -draw "text 800↩ ,750 'Copyright by Petronella'" ↩ bild.jpg bild_font.jpg
dafür, dass mit der TrueType-Schrift Arial in 20 Punkt, grau der Text "Copyright by Petronella" (achten Sie auf den Einsatz der Hochkommas, damit die Shell den Parameter nicht auswertet) erscheint. Der Text ist positioniert durch die Angabe 800,750 (ausgehend von der linken oberen Ecke 0,0), also 800 Pixel nach rechts und 750 nach unten. Das beschriftete Bild heißt huehner_font.jpg und ist in Abbildung 3 zu sehen.



