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Einfach zauberhaft

Bildbearbeitung auf der Shell

01.10.2005 Bildbearbeitung muss nicht zwingend den Start eines grafischen Programms und etliche Mausklicks bedeuten: Das ImageMagick-Paket bietet zahlreiche Kommandozeilen-Tools, mit denen Sie schnell und effektiv Ihre Bilder in die richtige Form bringen.

Bei ImageMagick [1] handelt es sich um eine Sammlung von Bildbearbeitungs-Programmen, die zum Standardumfang sämtlicher Linux-Distributionen gehört. Mit dabei sind nicht nur ein Bildbetrachter (display), sondern auch zahlreiche Kommandozeilen-Tools, mit denen Sie beispielsweise Screenshots erstellen (import), die Bildgröße anpassen (convert), Grafiken in verschiedene Formate konvertieren, Bilder zusammenfügen (montage) und vieles mehr.

Die einzelnen Befehle bringen jede Menge Optionen mit, welche das Arbeiten auf der Kommandozeile flexibel machen, und ganz Shell-typisch lassen sich natürlich Programme kombinieren und große Aufgaben mit kleinen Skripten beschleunigen und vereinfachen – das Arbeiten mit den ImageMagick-Tools ist einfach zauberhaft.

Informativ – Identify

Informationen, wie Höhe, Breite, Dateigröße und Farbtiefe, ja sogar, ob ein Bild beschädigt ist, lesen Sie schnell mit dem Kommando identify aus. Dem Kommando übergeben Sie wahlweise eine oder mehrere Dateien:

$ identify *.png
huhn.png PNG 539x525 DirectClass↩
357kb 0.430u 0:01
hahn.png[1] PNG 599x601 PseudoCl↩
ass 50c 37kb 0.070u 0:01
easter.png[2] PNG 948x764 Direct↩
Class 266kb 0.380u 0:01

Für etwas mehr Informationen hängen Sie zusätzlich die Option -verbose an. Damit dabei die lange Liste der Informationen nicht aus dem Terminal herausscrollt, leiten Sie die Ausgabe am besten an einen Pager wie Less oder More weiter:

$ identify -verbose eas↩ter.png | less

Wem das Zuviel des Guten ist, der schränkt den Informationsfluss mit dem Parameter -format und weiteren Argumenten ein. So steht %w beispielsweise für die Breite, %h für die Höhe, %b für die Dateigröße oder %f für den Dateinamen. Eine vollständige Liste aller Parameter für -format finden Sie in der ImageMagick Manpage. Die einzelnen Argumente hinter -format schließen Sie in Hochkommas ein, damit die Shell das Prozentzeichen nicht auswertet:

$ identify -format "%f:↩ %wx%h %b" easter.png
html.png: 948x764 266kb

Bildschirmfotos mit Import

Unter Linux existieren mehrere Tools, mit denen Sie Screenshots erstellen können. Eine schnelle Alternative zu grafischen Programmen – wie zum Beispiel Gimp oder KSnapshot – bietet ImageMagicks Komponente Import. Den entsprechenden Befehl import tippen Sie entweder auf der Kommandozeile oder in ein Schnellstarter-Fenster unter Gnome oder KDE, das Sie über [Alt-F2] starten.

Weiterhin übergeben Sie dem Programm mindestens noch den Dateinamen für das Bildschirmfoto als Argument. Durch die von Ihnen gewählte Dateiendung weiß das Programm, in welchem Format Sie den Screenshot speichern wollen. Die ImageMagick-Programme unterstützen zahlreiche verschiedene Formate – eine vollständige Übersicht finden Sie in den Handbuchseiten (man imagemagick).

Geben Sie import Dateiname.png ein, legt Import das fertige Bild im PNG-Format ab. Der Mauszeiger verwandelt sich nach dem Drücken der Eingabetaste in eine Art Fadenkreuz: Klicken Sie nun entweder in ein Fenster, um von diesem ein Foto zu machen, oder ziehen Sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste einen Rahmen auf, um einen bestimmten Bereich festzuhalten. Das Programm gibt zwei kurze Signaltöne aus – einen, wenn Import die Arbeit beginnt, und einen, wenn das Foto im Kasten ist.

Wollen Sie zusätzlich zur Anwendung auch den Fensterrahmen mit aufnehmen, setzen Sie die Option -frame ein: import -frame Dateiname.png . Klicken Sie nun mit der Maus beispielsweise in ein Terminalfenster, zeigt der Screenshot anschließend auch dessen Fensterleiste.

Möchten Sie den gesamten Desktop fotografieren, brauchen Sie nicht mühsam mit der Maus einen Rahmen um den ganzen Bereich aufziehen, sondern verwenden den Parameter -window mit dem Bereich root. Soll Import noch 10 Sekunden mit der Aufnahme warten, nehmen Sie einen Shell-Trick zur Hilfe: Das Programm Sleep sorgt dafür, dass sich eine Aktion um eine definierte Anzahl von Sekunden verzögert. Um zwei Befehle nacheinander auszuführen, setzen Sie diese durch ein Semikolon getrennt hintereinander. Der komplette Aufruf lautet also:

sleep 10; import -window roo↩
t desktop.jpg
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LinuxUser 06/2012

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