Zu Befehl
Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder Gnome regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.
Kaum ein Kommando hat so viele Optionen und Parameter wie ls – die Manpage liest sich fast wie ein Bestseller. Welche Inhalte ls anzeigen soll und wie es die Ausgabe dabei formatiert, bestimmen Sie selbst mit zahlreichen Optionen. Wir stellen einige davon vor und zeigen, wie Sie sich mit List und Tücke auf die Suche nach den Daten begeben.
Was steckt drin?
Tippen Sie einfach nur ls am Prompt, sehen Sie den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses; alternativ geben Sie einen relativen oder absoluten Pfad an, um den Inhalt eines anderen Ordners zu betrachten:
ls /etc
oder
ls ../../etc
Erscheint die Ausgabe bunt oder mit zusätzlichen Informationen (Sternchen an ausführbaren Dateien und Schrägstriche an Verzeichnissen), arbeiten Sie wahrscheinlich mit einem so genannten Alias von ls: Viele moderne Distributionen definieren eine solche Abkürzung standardmäßig für ihre Benutzer und übergeben dem Programm dabei direkt Aufrufparameter. Um herauszufinden, ob ls auf Ihrem System ein Alias ist, tippen Sie beispielsweise:
$ alias ls alias ls='/bin/ls $LS_OPTIONS'
Das Alias bewirkt, dass die Shell bei Eingabe von ls das Programm mit vollem Pfadnamen (/bin/ls) und dem Argument $LS_OPTIONS aufruft. Was in der Variable steckt, erfahren Sie ebenfalls auf der Kommandozeile:
$ echo $LS_OPTIONS -N --color=tty -T 0
Um ein Alias für eine einzige Shell-Sitzung außer Kraft zu setzen und das ursprüngliche Feeling des ls-Befehls zu erleben, tippen Sie
unalias ls
Soll dieses Verhalten dauerhaft werden, schreiben Sie den unalias-Befehl entweder in die Konfigurationsdatei der Shell (.bashrc) oder definieren dort ein eigenes Alias für ls (siehe Abschnitt Anpassungsfähig) und überschreiben damit die systemweite Voreinstellung.
Ansichtssache
Standardmäßig erscheinen beim einfachen ls-Aufruf nicht die versteckten Dateien und Verzeichnisse, also die, deren Namen mit einem Punkt beginnen. Wer sie sehen will, setzt als zusätzliche Option -a (für "all") ein:
$ ls -a ./ ../ .bash_history .bash_logout .bashrc
In dieser Liste tauchen auch das aktuelle und das übergeordnete Verzeichnis (gekennzeichnet durch einen Punkt bzw. zwei Punkte) auf. Um deren Anzeige zu unterbinden und dennoch die versteckten Inhalte einzusehen, verwenden Sie statt der Option -a einfach den Parameter -A.



