Mit List und Tücke

Verzeichnisinhalt en detail mit "ls"

01.09.2005
Das Kommando "ls" listet Ihre Daten auf der Kommandozeile auf und verrät dabei auch allerhand über die Dateieigenschaften. Ob mit oder ohne Farbe – mit diesem Befehl behalten Sie den Überblick über Ihre Daten.

Zu Befehl

Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder Gnome regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

Kaum ein Kommando hat so viele Optionen und Parameter wie ls – die Manpage liest sich fast wie ein Bestseller. Welche Inhalte ls anzeigen soll und wie es die Ausgabe dabei formatiert, bestimmen Sie selbst mit zahlreichen Optionen. Wir stellen einige davon vor und zeigen, wie Sie sich mit List und Tücke auf die Suche nach den Daten begeben.

Was steckt drin?

Tippen Sie einfach nur ls am Prompt, sehen Sie den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses; alternativ geben Sie einen relativen oder absoluten Pfad an, um den Inhalt eines anderen Ordners zu betrachten:

ls /etc

oder

ls ../../etc

Erscheint die Ausgabe bunt oder mit zusätzlichen Informationen (Sternchen an ausführbaren Dateien und Schrägstriche an Verzeichnissen), arbeiten Sie wahrscheinlich mit einem so genannten Alias von ls: Viele moderne Distributionen definieren eine solche Abkürzung standardmäßig für ihre Benutzer und übergeben dem Programm dabei direkt Aufrufparameter. Um herauszufinden, ob ls auf Ihrem System ein Alias ist, tippen Sie beispielsweise:

$ alias ls
alias ls='/bin/ls $LS_OPTIONS'

Das Alias bewirkt, dass die Shell bei Eingabe von ls das Programm mit vollem Pfadnamen (/bin/ls) und dem Argument $LS_OPTIONS aufruft. Was in der Variable steckt, erfahren Sie ebenfalls auf der Kommandozeile:

$ echo $LS_OPTIONS
-N --color=tty -T 0

Um ein Alias für eine einzige Shell-Sitzung außer Kraft zu setzen und das ursprüngliche Feeling des ls-Befehls zu erleben, tippen Sie

unalias ls

Soll dieses Verhalten dauerhaft werden, schreiben Sie den unalias-Befehl entweder in die Konfigurationsdatei der Shell (.bashrc) oder definieren dort ein eigenes Alias für ls (siehe Abschnitt Anpassungsfähig) und überschreiben damit die systemweite Voreinstellung.

Ansichtssache

Standardmäßig erscheinen beim einfachen ls-Aufruf nicht die versteckten Dateien und Verzeichnisse, also die, deren Namen mit einem Punkt beginnen. Wer sie sehen will, setzt als zusätzliche Option -a (für "all") ein:

$ ls -a
./
../
.bash_history
.bash_logout
.bashrc

In dieser Liste tauchen auch das aktuelle und das übergeordnete Verzeichnis (gekennzeichnet durch einen Punkt bzw. zwei Punkte) auf. Um deren Anzeige zu unterbinden und dennoch die versteckten Inhalte einzusehen, verwenden Sie statt der Option -a einfach den Parameter -A.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • ls
    Lassen Sie sich Ihre Dateien doch mal auf der Kommandozeile auflisten! Mit ls behalten Sie dabei den Überblick.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Bequem eingerichtet
    Mit Umgebungsvariablen richten Sie sich die Kommandozeile individuell und gemütlich ein.
  • Cron, At
    Cron- und At-Jobs automatisieren Abläufe auf dem Linux-System, rotieren Logfiles, erstellen automatisch Backups und wecken Sie morgens mit der eigenen MP3-Sammlung – auf Wunsch nur an bestimmten Tagen. Wir zeigen, wie Sie Dinge punktgenau erledigen lassen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2016: Alt-PCs flott machen

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Der Tipp der Woche

Schon gewußt?

14.11.2015

Auch unter Ubuntu 15.10 kann man wieder mit dem Startmedienersteller (alias Startup Disk Creator) ein Live-System auf einem USB-Stick einrichten. ...

Fehler des Startmedienerstellers von Ubuntu 15.10 umgehen

Aktuelle Fragen

Leap 42.1 und LibreOffice
Heinz Kolbe, 09.02.2016 21:54, 0 Antworten
Moin moin, auf meinem Notebook habe ich Leap 42.1 und Win 10 installiert. Alles läuft rund nur...
Tails Update
Val Lerie, 11.01.2016 10:51, 0 Antworten
Hallo zusammen, updaten > update Speichern unter > Persistent nicht möglich, mit der Meldung;...
Recoll
Jürgen Heck, 20.12.2015 18:13, 4 Antworten
Wie kann man mit Recoll nach bestimmten Zeichen/Satzzeichen bzw. Zeichenkombinationen suchen, z....
Wings Platinum 4 auf Linux?
Bodo Steguweit, 18.12.2015 11:37, 4 Antworten
Hallo in die Runde ich nutze für meine Diashows Wings Platinum 4 als Diareferent. Arbeite jetzt...
Bandbreite regulieren
Georg Armani, 25.11.2015 16:50, 1 Antworten
Hallo, ich bin ein Neuling in Sachen Linux und hoffe auf Hilfe. Ich habe zwei Windows Rechner...