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Linux Multimedia Studio – Musik für alle!

Hüllkurven, LFO, Filter, Akkorde

Das Kanal-Fenster (Abbildung 4) enthält mehr als nur das Plugin: Neben dem Plugin-Tab gibt es noch das Hüllkurven/LFO/Filter- und das Arp/Akkorde-Tab. Unter Hüllkurven/LFO/Filter (Abbildung 4) legen Sie einen Filter für den geöffneten Kanal fest und stellen Parameter wie Kennfrequenz (Cutoff Frequency) und die Resonanz ein. Diese zwei Parameter steuern Sie widerum über so genannte Hüllkurven (Envelopes) und Niederfrequenzoszillatoren (LFOs).

Hüllkurven stellen den zeitlichen Verlauf der entsprechenden Größe dar, also zum Beispiel ein schnelles Anschwellen und sanftes Ausklingen. Je größer der Wert des Knopfes Amount, desto mehr beeinflusst die Hüllkurve die zugehörige Größe. Ein Niederfrequenzoszillator verändert die Größe periodisch. Um sich mit der Technik vertraut zu machen, sollten Sie einfach ein wenig experimentieren.

Abbildung 4: Jeder Kanal lässt sich sehr detailliert mit Hüllkurven, Niederfrequenzoszillatoren und Filtern steuern.

Der Arp/Akkorde-Tab hilft, Einstellungen bezüglich automatischer Akkorde und Arpeggien vorzunehmen. Wählen Sie einen Dur-Akkord und einen Bereich von zwei Oktaven, spielt LMMS zu einem Ton automatisch den zugehörigen Dur-Akkord über zwei Oktaven. Möchten Sie diese Töne nicht gleichzeitig, sondern in kurzer Folge hintereinander abspielen, nutzen Sie die Arpeggio-Funktion.

Das Pattern-Freezing versetzt Sie in die Lage, umfangreiche und polyphone Songs zu erstellen, auch wenn Ihr Prozessor nicht genug Leistung bietet, um sie live abzuspielen. Durch einen Klick auf Einfrieren im Kontextmenü eines Patterns spielt LMMS ihn einmal intern ab und speichert das Resultat in einem Puffer.

Beim Abspielen des Songs berechnet die Software die Daten dieses Patterns nicht mehr live, sondern mischt den entsprechenden Teil des Puffers zum Ausgabe-Puffer hinzu. Änderungen an einem eingefrorenen Pattern machen sich erst bemerkbar, wenn Sie diesen auftauen oder erneut einfrieren.

LMMS beherrscht auch die Ansteuerung über ein Midi-Keyboard. Drücken Sie eine Taste auf dem Gerät, spielt LMMS den Ton im aktuellen Kanal ab. Außerdem steuern Sie einen beliebigen Knopf von LMMS mit dem Pitch-Wheel des Keyboards, indem Sie im Kontextmenü eines Knopfes den Punkt Mit MIDI-Gerät verbinden wählen. Anschließend gehorcht der Knopf Ihrem Pitch-Wheel. Achten Sie aber darauf, den Pitch-Bereich am Keyboard auf das Maximum einzustellen.

Wenn Sie Ihren Song fertiggestellt haben, exportieren Sie ihn wahlweise in eine Wav- oder Ogg-Datei. Klicken Sie dazu auf Projekt | Exportieren oder Drücken Sie [Strg]+[E]. Nach Wahl des Dateinamens und -formats öffnet sich ein Fenster, in dem Sie Optionen für den Song-Export festlegen. Nach einem Klick auf Exportieren rendert LMMS Ihren Song in die Ausgabedatei und Sie brennen ihn auf CD geben ihn in einem Musik-Player Ihrer Wahl wieder.

Große Pläne

Für die Zukunft stehen noch viele wichtige Funktionen auf dem Plan, die LMMS erweitern. So fehlt derzeit die Möglichkeit, Effekte jedweder Art (Hall, Echo, Distortion, Chorus, Equalizer und Filter, um nur einige zu nennen) zu verwenden. Aus diesem Grund soll nach Version 0.1.0 die Arbeit an einem Effekt-Management-System beginnen, das unter anderem auch eine LADSPA-Schnittstelle enthält. Mit LADSPA (Linux Audio Developer's Simple Plugin API) bekommen Entwickler von Audio-Software eine einheitliche Schnittstelle für Effekt- und Synthesizer-Plugins.

Ebenso wichtig ist ein System, das es ermöglicht, ausnahmslos alle Knöpfe und Schalter in LMMS dynamisch zu steuern oder steuern zu lassen. So sollen Anwender die Kennfrequenz eines Filters über eine selbstgezeichnete Kurve automatisch ändern können. Zudem wäre es denkbar, die Verstimmung eines Oszillators periodisch von einem Niederfrequenzoszillator steuern zu lassen.

Da das Klangspektrum von LMMS durch den Triple Oscillator noch relativ beschränkt ist, soll es in Zukunft noch mehr Plugins geben. Neben einem LADSPA-Plugin-Hoster wird es möglicherweise auch einmal einen VST-Hoster geben, mit dem sich dann sogar VST-Plugins in LMMS nutzen lassen.

Die Entwicklung dieser Features steht allerdings noch in den Sternen. Im Gegensatz dazu macht die Entstehung eines klassischen Noten-Editors bereits Fortschritte. Auch den Import von verschiedenen Dateitypen (Midi-Dateien, Fruity-Loops-Projekte) soll LMMS in Zukunft beherrschen.

Da wir in den vorgestellten Beispielen noch lange nicht alle Funktionen von LMMS genutzt haben, sollten Sie einfach mit eigenen Projekten experimentieren. Öffnen Sie einmal die Demo-Songs und schauen Sie sich diese näher an. Haben Sie einen schönen Song erstellt, lassen Sie ihn einfach dem Autor zukommen, denn Feedback hilft immer, Software noch besser zu machen.

Infos

[1] LMMS-Homepage: http://lmms.sourceforge.net

[2] Acovea: http://www.coyotegulch.com

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LinuxUser 06/2012

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