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Sprücheklopfer

Glückskekse für Linux

Wozu das ganze?

Neben reiner Spielerei auf der Kommadozeile existieren noch weitere Einsatzmöglichkeiten für Fortune, die die tägliche Arbeit angenehmer gestalten. So können Sie einen Fortune-Aufruf an das Ende der Datei ~/.bashrc schreiben, damit Sie jedes neu geöffnete Terminal-Fenster mit einem zufälligen Spruch begrüßt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Aufruf von Fortune in der "~/.bashrc" verwandelt neu geöffnete Terminal-Fenster in Glückskekse.

Weiterhin eignet sich Fortune auch zur Zusammenarbeit mit einigen Bildschirmschonern: Unter KDE können Sie es beispielsweise über das Kontrollzentrum mit dem Phosphor-Bildschirmschoner kombinieren (Abbildung 2). KDE-Abstinenzler kommen mit dem Befehl xlock -mode marquee in den Genuss eines abwechslungsreichen Screensavers.

Abbildung 2: Einige Bildschirmschoner wie etwa KDEs Phosphor arbeiten mit Fortune zusammen.

Ebenso elegant nutzen Sie Fortune als Generator für Zufallsignaturen in Ihren Mails. KMail bietet beispielsweise unter Einstellungen / KMail einrichten die Option, für jede Identität eine eigene Signatur festzulegen. Damit Fortune Ihre elekronische Post mit einem Zitat oder lustigen Spruch versieht, aktivieren Sie im Drop-down-Feld Signatur verwenden aus die Option der Befehlsausgabe und tragen den Fortune-Aufruf hinter Befehl ein (Abbildung 3). Für Mail-Signaturen sollten Sie Fortune mit den Parametern -s -n 320 aufrufen. -s legt fest, das Fortune nur "kurze" Sprüche ausgibt, mit -n 320 bestimmen Sie, dass Fortune alle Zitate als kurz betrachtet, die nicht mehr als 320 Zeichen enthalten. Auf vielen Mailing-Listen gehört es zum guten Ton, keine Signatur zu verwenden, die länger als vier Zeilen mit 80 Zeichen ist. Mit dem angepassten Fortune-Kommando verhindern Sie, unbeabsichtigt ins Fettnäpfchen zu treten.

Abbildung 3: Über die Identitätseinstellungen in KMail aktivieren Sie Fortune als Signaturgenerator.

Auch andere Mail-Programme, wie beispielsweise Sylpheed, bieten die Option, die Ausgabe des Fortune-Kommandos als Signatur zu verwenden. Verwenden Sie ein Mail-Programm, das dieses Kunststück nicht beherrscht, ist auch das kein Problem. Schreiben Sie in dem Fall ein Skript oder richten Sie einen Cronjob ein, der in regelmäßigen Abständen Fortune aufruft und die Ausgabe des Kommandos in die Datei ~/.signature schreibt. Ihr Mail-Programm konfigurieren Sie so, dass es den Inhalt der zufällig gefüllten Datei als Signatur einsetzt.

Der Autor

Hagen Höpfner hat an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Informatik studiert und dort auch seine Promotion zum Dr.-Ing. erfolgreich abgeschlossen. Seit kurzem ist er Lecturer für Datenbanken und Informationssysteme an der International University in Germany (http://www.i-u.de) in Bruchsal.

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LinuxUser 06/2012

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