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Diabolisch gut

FreeBSD-Workshop, Teil 1: Installation

Installation

Nun aber genug der Theorie – gehen wir an die Installation eines FreeBSD-Systems. Die folgende Beschreibung geht davon aus, dass Sie FreeBSD parallel zu einem existierenden Linux-System auf einem freien Slice ("Partition") einrichten möchten und dabei Grub als Bootloader zum Einsatz kommen soll.

Grundsätzlich können Sie FreeBSD von einem aus zwei Disks bestehenden Satz von Installations-CDs installieren. Diese besorgen Sie sich als ISO-Images beispielsweise bei Freebsd.org [6]. An der selben Stelle finden Sie aber auch eine "Bootonly"-CD-Variante, die eine Installation über das Netzwerk ermöglicht. Verfügen Sie über eine gute Netzanbindung (Standleitung oder DSL), sollten Sie diese Variante bevorzugten: Auf den Installations-Mirrors lagern stets die aktuellsten Pakete.

Nachdem Sie sich vergewissert haben, dass das CD-ROM-Laufwerk im BIOS ihres Rechners als erstes Boot-Device eingetragen ist, legen sie die Installations-CD ein und starten den Rechner neu. Nach dem Hochfahren sehen Sie als erstes den System-Installer Sysinstall. Dort wählen Sie den Menüpunkt Standard Begin a standard installation (recommended) aus.

Abbildung 2: Nach dem Start von der Installations-CD begrüßt sie Chuck, der Daemon – das Maskottchen von FreeBSD.

Nun wählen Sie die Festplatte an, auf der Sie FreeBSD einrichten wollen, und drücken beherzt OK (Abbildung 2). Daraufhin startet Fdisk (Abbildung 3).

Abbildung 3: Zu Beginn der Installation müssen Sie zunächst die Festplatte auswählen, auf der FreeBSD eingerichtet werden soll.

Abbildung 4: Zur Partitionierung dient auch unter FreeBSD ein Fdisk, das seinem Linux-Bruder recht ähnlich sieht.

Zuerst erstellen Sie auf dem System ein Slice für FreeBSD, der die notwendigen Partitionen beherbergen soll. Diesen legen Sie mit einem Druck auf [C] an, woraufhin FDisk nach der gewünschten Größe des Slice fragt. Diese geben Sie entweder als Anzahl von zu verwendenden Blöcken an, oder komfortabler in M (Megabyte) bzw. G (Gigabyte). Zwei GByte Plattenplatz sollten Sie für FreeBSD minimal veranschlagen, vier GByte lässt Ihnen auf jeden Fall genügend Raum zum agieren. Haben Sie die gewünschte Größe eingegeben, bestätigen sie mit [Q].

Nun ist es an der Zeit, mit dem FreeBSD-Disklabel-Editor Partitionen innerhalb unseres Slice anzulegen. Betätigen Sie dazu [A], dann legt das Tool die Partitionen automatisch anhand von Vorgabewerten an. Diese fallen jedoch – gerade was /tmp und /var angeht – mit je 256 MByte meist zu klein aus. Das gilt insbesondere, falls Sie später viel mit MySQL, Apache oder auch Multimedia-Anwendungen arbeiten wollen. Falls Ihnen jedoch die Standardvorgaben genügen, bestätigen Sie mit [Q]. Daraufhin erstellt und das Disklabel-Editor die einzelnen Partitionen.

Möchten Sie stattdessen die vorgeschlagenen Werte ändern, müssen Sie zunächst mit [D] alle alle vorgeschlagenen Werte löschen. Anschließend können Sie damit beginnen, mit [C] zunächst eine Root-Partition und anschließend die anderen Partitionen in der gewünschter Größe anzulegen (Abbildung 4). Die Vorgehensweise dabei ist stets die selbe: Sie wählen einen leeren Bereich an, drücken [C], geben die Größe an und wählen zwischen FS und swap. Zu guter letzt legen Sie dann den Mountpoint fest. Sie brauchen stets mindestens:

  • eine Root-Partition ("/"), die für ein Client-System etwa ein GByte groß sein sollte,
  • einen Swap-Bereich (/swap), der etwa das doppelte des vorhandenen RAM betragen sollte,
  • eine /usr-Partition sowie
  • je eine Partition für /var und /tmp, die je nach Verwendugszweck des Servers mehr oder minder groß ausfallen können, jedoch nicht unter 512 MByte groß sein sollten.

Abbildung 5: Mit dem Dislabel-Editor legen Sie im Slice die notwendigen Partitionen an. Dabei geben Sie die Größe wahlweise als Blocks, im MByte oder GByte an.

Auch bei der händischen Partitionierung schließen Sie den Vorgang mit [Q] ab. Bei manchen Festplatten kann es übrigens vorkommen, dass FreeBSD bei manueller Eingabe der Partitionswerte nicht den ganzen Rest des Slice belegen kann. Das ist nicht weiter tragisch und bedeutet auch nicht, dass die Festplatte Defekt oder das Slice beschädigt sind.

Nach der Partitionierung fragt FreeBSD nach, ob es einen Bootmanager installieren soll. Da Sie später über Grub booten wollen, wählen Sie hier die Option Leave The Master Boot Record Untouched aus.

Distribution Sets

Jetzt können Sie an die Installation des so genannten Distribution Sets gehen. Falls Sie ein möglichst flexibles Client-System aufsetzen möchten, stellt hier die Option All die geeignet Wahl dar. Die anschließende Frage nach der Installation der Ports Collection beantworten Sie positiv – in diesem Fundus lagern viele hilfreiche Programme. Als Installationsmedium wählen Sie im nächsten Schritt die entweder die eingelegte CD oder – falls Sie über eine entsprechend leistungsfähige Netzwerkverbindung verfügen – einen FTP-Mirror.

Abbildung 6: Über das so genannte Distribution Set legen Sie den Installationsumfang für Ihr System fest.

Sysinstall fragt jetzt noch einmal, ob Sie wirklich mit der Installation fortfahren wollen. Hier haben Sie die letzte Chance, die Einrichtung von FreeBSD noch abzubrechen. Wäheln Sie dagegen Yes aus, wird FreeBSD auf der Festplatte installiert. Dabei zeigt der Installer laufend den Fortschritt der Arbeiten an. Nach dem Abschluss der Kopieraktionen bestätigen Sie den nun auftauchenden Begrüßungsbildschirm mit [Enter] und beginnen nun mit der Basiskonfiguration.

Als erstes geht es an die Einstellungen für die Netzwerkschnittstelle. FreeBSD bietet hier in aller Regel bereits einen passenden Treiber an. Sie müssen nur noch festlegen, ob das Device IPv6 verstehen muss und ob es DHCP oder eine statische IP-Adresse verwenden soll. In den meisten Netzen stellt DHCP die optimale Einstellung dar, sie müssen dann nur noch den Hostnamen für den Rechner angeben.

Alle weiteren Abfragen können Sie zunächst einmal überspringen – die Feinkonfigurierung des Systems nehmen Sie später vor. Beantworten Sie demenstprechend die auftauchenden Abfragen mit No und stellen Sie vorab lediglich die Zeitzone sowie Tastaturbelegung und Maustyp passend ein. Abschließend legen Sie noch mindestens einen Benutzer zusätzlich zu root an (Abbildung 6). Der muss zumindest der Gruppe wheel angehören, damit er später su ausführen kann. Als Shell ist die Bourne-Shell (/bin/sh) voreingestellt, wobei Sie es fürs erste belassen – im weiteren Verlauf der Konfiguration wechseln sie später zur vertrauten Bash.

Abbildung 7: Während der Installation müssen Sie zumindest einen normalen Benutzer anlegen, um später nicht ständig als Root arbeiten zu müssen.

Nun fragt der Installer zu guter Letzt noch das Passwort für root ab. Damit ist die Grundinstallation abgeschlossen, und das System startet neu.

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