Distribits

01.09.2005

Kurz notiert

Mandriva hat die erste Beta von Mandriva Linux 2006 zum Download bereit gestellt. Unter http://www.mandrivalinux.com/en/mandrivalinux-2006-beta.php3 finden Sie eine Reihe von Spiegel-Servern, die die ISO-Images enthalten. Die wichtigste Änderung ist die Umstellung der Distribution auf GCC 4.0. Ansonsten sind die neusten Versionen der Desktops KDE und Gnome dabei. Die Fusion mit Conectiva und der Kauf der Desktop-Distribution Lycoris haben sich im Aussehen von Mandriva Linux bis jetzt noch nicht niedergeschlagen, bis zum geplanten Erscheinungstermin im Herbst bleibt aber noch ein bisschen Zeit.

Unter der Website Epia Linux (http://www.epialinux.org) sammelten im Laufe der letzten Monate Anwender Anleitungen zur Installation von Linux auf den Epia-Systemen von VIA. Die Texte erklären, wie Sie die einzelnen Komponenten zum Mitspielen überreden. Die Howtos stehen als PDF- oder PostScript-Datei zum Herunterladen bereit.

Peter Korsgaard hat Debian auf dem "Network Storage Link" von Linksys zum Laufen gebracht (http://peter.korsgaard.com/articles/debian-nslu2.php). Der Network Storage Link for USB 2.0 Disk Drives (NSLU2) verbindet USB-Festplatten als Network Attached Storage direkt mit einem Netzwerk. Peter Korsgaard konnte einen Großteil der Hardware – im NSLU2 arbeitet beispielsweise eine ARM-CPU – zum Laufen bringen, so dass jetzt das ganze Software-Angebot von Debian zur Verfügung steht.

Auf der Webseite BSD Updates (http://bsdupdates.com) finden sich die ersten Sicherheits-Updates für die aktuellen BSD-Varianten. BSD Updates stellt Clients für das automatische Update der Systeme zur Verfügung. Diese spielen die Aktualisierungen automatisch ein, wobei die Übertragung auf das Zielsystem verschlüsselt erfolgt.

Die Netline GmbH verkauft den Groupware-Server Open-Xchange (http://www.open-xchange.com) im Bundle mit Novell Enterprise Linux 9.0. Außerdem trat das Unternehmen dem Novell Technology Partner Programm bei und erhält damit Unterstützung für Vertrieb, Marketing und Entwicklung.

Entgegen einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus liegt München nach Aussage des Limux-Projektleiters Peter Hofmann bei der Umstellung der EDV der Stadtverwaltung auf Linux nach wie vor im Zeitplan. Mitte 2006 erfolgt die Umstellung der ersten Abteilungen, im Jahre 2008 soll die Migration abgeschlossen sein. Die lange Zeitspanne erklärt sich aus der großen Zahl an Fachanwendungen, die entweder auf Linux portiert oder neu geschrieben werden müssen (http://www.muenchen.de/linux).

Vector Linux (http://www.vectorlinux.com) ist in Version 5.1 erschienen. Die kostenlose Standardversion der auf Slackware basierenden Distribution kommt mit einem aktuellen Kernel der Serie 2.6 und einer Reihe schlanker Window-Manager und Desktops wie XFCE und Fluxbox daher. Das System eignet sich auch für ältere Hardware. Eine um KDE und Gnome aufgepeppte Deluxe-Variante ist für 29,95 US-Dollar im Webshop auf der Homepage der Distribution verfügbar.

Die Knoppix-basierte Live-Distribution Snappix (http://snap.sourceforge.net/) zeigt, was mit freien Implementierungen von Java mittlerweile möglich ist. Sie enthält neben der Eclipse IDE auch Apache Tomcat und eine Open Source JVM.

Für das einsteigerfreundliche PC-BSD gibt es eine neue englischsprachige Installationsanleitung: Installing and Configuring PC-BSD http://michael-and-mary.net/intro/?q=node/23. Das Howto zeigt in einfachen Schritten die Einrichtung des Systems in einer Weise, die auch für Benutzer ohne oder mit geringer Erfahrung in BSD verständlich ist.

Konsortium für Linux im Unternehmen

Der umtriebige Debian- und Progeny-Gründer Ian Murdock plant zusammen mit anderen Distributoren die Gründung eines Debian Core Consortiums (DCC) mit dem Ziel, ein Linux für den Unternehmenseinsatz auf der Basis von Debian zu entwickeln. Neben Progeny sollen noch Xandros, Linspire, Credativ, Linex, Sun Wah Linux und andere Debian-orientierte Firmen und Projekte beteiligt sein.

Mandriva und Turbolinux, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Gründung des DCC genannt wurden, haben einer Zusammenarbeit eine Absage erteilt. Nach den Vorschlägen Murdocks soll die gemeinsame Distribution auf Progeny Linux (http://www.progeny.com) basieren, zur Linux Standard Base konform und mit Red Hats Enterprise Linux kompatibel sein.

Geschrumpfte Slackware

Unter dem Namen MiniSlack (http://www.minislack.org) entwickelt Jean-Philippe Guillemin seit zwei Jahren eine stark abgespeckte Version des Distributions-Urgesteins Slackware. MiniSlack enthält Programme zur Internet-Nutzung, für Büroarbeit, Multimedia und zum Programmieren. Der Autor legt großen Wert darauf, dass es für jeden Zweck nur genau ein Programm gibt. Weiterhin ist ihm wichtig, dass die Distribution auch auf langsameren Rechnern noch ausreichend schnell läuft.

Die Software-Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen: Als Kernel werkelt die Version 2.6.11.10 mit Unterstützung für SATA und Bluetooth, der GCC ist in Version 3.3.5 dabei, das Java Runtime Environment trägt die Versionsnummer 1.5.0. Als Desktop verwende MiniSlack XFCE in der aktuellen Version.

Trotz der vollständigen Ausrüstung läuft das System schon auf einem Pentium III mit 128 MByte RAM flüssig, 2 GB Festplattenplatz genügen für die Installation. MiniSlack lässt sich mit Paketen aus dem Slackware-Pool problemlos erweitern.

Brieftaschenbüro

Aus dem Experiment, ein Desktop-Linux als Live-System auf einer 50 MByte großen CD unterzubekommen ist mittlerweile das gestandene Community-Projekt Damnsmall Linux (http://www.damnsmalllinux.org) mit zahlreichen Mitwirkenden geworden. Auch die aktuelle Version 1.3 bringt zahlreiche Veränderungen mit sich: So integrierten die Entwickler eine Reihe neuer Applikationen und arbeiteten am Design des Desktops.

Damn Small Linux startet nicht nur von einer CD, mittlerweile werden auch USB-Sticks und CompactFlash-Speichermedien unterstützt. Das System benötigt nur sehr wenig Speicher und ist auch mit geringen Prozessortakten zufrieden. Schon mit 128 MByte RAM lässt es sich komplett in den Arbeitsspeicher kopieren, so dass das CD-Laufwerk wieder frei ist.

Die Distribution kann mit Hilfe eines Installationsprogramms auf die Festplatte kopiert und dort mit Paketen aus dem riesigen Debian-Pool erweitert werden. Mit dem Programm MyDSL lässt sich das System im laufenden Betrieb mit wenigen Mausklicks ausbauen und für das so erweiterte System ein neues ISO-Image erstellen.

Damnsmall Linux ist ein Arbeitsplatz im Scheckkartenformat.

Fedora sucht Helfer

Das Fedora-Projekt macht Anwender mit wenig oder keiner Programmiererfahrung das Angebot, als Bug Zapper mitzumachen. Bug Zappers sollen die Fehlerdatenbank des Projekts durchforsten und die Einträge darauf untersuchen, ob sie für die Entwickler hilfreiche Hinweise enthalten. Weitere Aufgaben wäre das Aussortieren von doppelten Fehlermeldungen und die Recherche fehlender Details.

Die Initiatoren planen jeden Mittwoch einen Bug Day, an dem sich das Team im IRC trifft und die anstehenden Aufgaben abspricht und verteilt. Dies soll helfen, die Fehlerbehebung zu strukturieren.

Als Anreiz zum Mitmachen möchte das Fedora-Team kleine Preise verlosen. Interessenten finden alle wichtigen Informationen im Wiki von Fedora unter http://www.fedoraproject.org/wiki/BugZappers.

Klein, stark, schwarz

Die Distribution Kate OS (http://kateos.org) aus Polen setzt sich das Ziel, Anwendern und Programmierern ein System für die tägliche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Zum Einsatz kommt vollständig freie Software, wobei die Autoren neben dem Desktop XFCE im wesentlichen Programme verwenden, die auf dem Toolkit GTK basieren.

Sie achteten darauf, dass die Hardware-Anforderungen nicht zu hoch liegen, um das System fit für schwächere Maschinen zu machen. Ursprünglich bildete Slackware die Grundlage, mittlerweile hat sich die Distribution aber von ihren Wurzeln gelöst und es ist nur noch das Paketformat von einst übrig geblieben. Zur Paketverwaltung greift Kate OS auf ein eigenes System zurück.

Zum Ausprobieren der Distribution liegt auf der Homepage ein Live-System zum Download bereit. Dieses System kann dann wie Knoppix oder Kanotix auf der Festplatte installiert werden und bringt dank guter Kompression 2 GByte Software mit.

Kate OS ist komplett ausgestattet, kommt aber sehr düster daher.

Von Ubuntu zurück zu Debian

Unter dem Namen Utnubu (http://utnubu.alioth.debian.org) hat der Debian-Entwickler Joachim Breitner ein Projekt ins Leben gerufen, das Pakete von Ubuntu Linux zurück nach Debian portieren soll.

Zusätzlich möchte Joachim Breitner den Gedankenaustausch zwischen den Debian- und Ubuntu-Entwicklern ausweiten. Sein Ziel ist es, dass die Betreuer der Ubuntu-Pakete ihre Software auch gleich für Debian packen, damit beide Distributionen wieder auf den selben Stand kommen.

Die Mitglieder von Utnubu wollen außerdem Pakete selbst portieren und die Betreuer über die gemachten Änderungen informieren.

Variantenreichtum

Die verschiedenen Varianten der Live-Distribution Mutagenix (http://mutagenix.org) unterscheiden sich im Wesentlichen im mitgelieferten Desktop-Environment. Es gibt eine Version ganz ohne grafische Oberfläche, die vor allem als Rettungssystem gedacht ist, eine Version mit Gnome und eine mit KDE.

Neben den für die tägliche Arbeit notwendigen Internet- und Büroprogrammen bringt die Distribution in jeder Variante den Virenscanner Clamav, Partimage zum Kopieren von Festplattenpartitionen und Parted und GParted zum Partitionsmanagment mit.

Mutagenix lässt sich mit Hilfe eines Skripts auf der Festplatte installieren. Das System basiert auf Slackware und wurde mit Hilfe der Linux-Live Skripte (http://www.linux-live.org) realisiert.

Mutagenix enthält die Grundausstattung für die tägliche Arbeit.

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