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Die Rückkehr der Antenne

DVB-T über USB

Sender einstellen

Rufen Sie nicht mythfilldatabase auf, auch wenn MythTV Sie an dieser Stelle vielleicht dazu auffordert. Wenden Sie sich wieder dem MythTV-Setup-Fenster zu, und verlassen Sie die Videoquellen-Konfiguration. Der vierte Punkt im Hauptmenü verknüpft die DVB-Karte mit den Senderdaten. Wählen Sie dazu einfach unter Videoquelle dvb.guide. Damit erlaubt MythTV-Setup nun im fünften Menüpunkt den Sender-Scan. Klicken Sie den Button Sendersuchlauf und bestätigen Sie die Vorgaben des nächsten Fensters mit Weiter. Das nun folgende Fenster lässt Sie alle wichtigen DVB-Parameter einstellen (Abbildung 3). Wenn Sie keine Werte für Frequenz und Bandbreite eintragen, findet MythTV-Setup überhaupt keine Sender! Diese Daten entnehmen Sie der Scan-Datei für Ihren Wohnort, zum Beispiel de-Muenchen. Nach dem T steht Frequenz, gefolgt von der Bandbreite in MHz. Bei DVB teilen sich mehrere Sender eine Frequenz, sodass Sie im Allgemeinen vier bis sechs Trägerfrequenzen scannen müssen, um an bis zu 24 Sender zu kommen. Dass MythTV-Setup Sender findet, erkennen Sie an der Status-Meldung Signal Locked.

Abbildung 3: Damit MythTV überhaupt DVB-Sender findet, müssen Sie die Trägerfrequenz und die Bandbreite eingeben.

Hat MythTV einige Sender gefunden, gelangen Sie in dessen Konfigurationsfenster, indem Sie ihn auswählen und [Eingabe] drücken. Hat alles geklappt, finden Sie dort die Einstellung EPG über DVB benutzen angekreuzt (Abbildung 4). Wiederholen Sie den Scan für die anderen Frequenzen, bis MythTV alle verfügbaren Sender gefunden hat.

Abbildung 4: Aktuelle Versionen von MythTV beziehen den elektronischen Programmführer EPG über DVB.

Damit steht zeitgesteuerten Aufnahmen mit DVB nichts mehr im Weg: Sie starten mit mythbackend das so genannte Backend (am besten regelmäßig über ein Boot-Skript) und mit mythfrontend die grafische Benutzeroberfläche. Mit den eingelesenen Programminformationen stellt MythTV ein übersichtliches Fernsehprogramm dar, aus dem Sie Sendungen für die Aufnahme auswählen.

Der DVB-EPG führt Programmhinweise allerdingsnur für einige Tage. Wollen Sie länger vorausplanen, müssen Sie zum XMLTV-Skript tv_grab_de_tvtoday greifen, dass Programminformationen von der Website tvtoday.de holt. Die XMLTV-IDs der Sender passen Sie in MythTV an. Das ist etwas schwieriger und zudem fehleranfällig: Jedes Mal, wenn tvtoday.de den Aufbau der Webseiten verändert (zum Beispiel während der Entstehung dieses Artikels), versagt das Skript seinen Dienst und sein Autor Stefan Siegl muss es erneut anpassen.

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Obwohl einige ausgereifte Tools für DVB-T unter Linux zur Verfügung stehen, arbeiten noch nicht alle Programme fehlerfrei zusammen. Um DVB-Kanäle in MythTV zu integrieren und Programminformationen einzulesen, ist bei der Einrichtung noch etwas Handarbeit nötig. Es ist zu erwarten, dass kommende Versionen der Software solche Frickeleien überflüssig machen. Wer die Einrichtungshürden überwunden hat, wird jedoch mit einem gut bedienbaren und funktionierenden digitalen Videorecorder belohnt.

Infos

[1] Mirko Dölle, Digitales Fernsehen über Antenne und Kabel, LinuxUser 11/04, S. 59

[2] MythTV: http://www.mythtv.org

[3] VDR: http://www.cadsoft.de/vdr

[4] Michael Haas, Videorecorder MythTV, LinuxUser 6/05, 66

[5] USB-Geräte für DVB-T: http://www.linuxtv.org/wiki/index.php/DVB_USB

[6] Referenzdesign: http://www.qanu.de/termini.php

[7] Roman Jordan, Kernel übersetzen und installieren, LinuxUser 7/04, S. 64

[8] Scan-Dateien: http://www.linuxtv.org/cgi-bin/viewcvs.cgi/dvb-apps/util/scan/

[9] XML-TV-CVS: http://cvs.sourceforge.net/viewcvs.py/xmltv/xmltv/grab/de_tvtoday

[10] DVB-EPG: http://www.darkskiez.co.uk/index.php?page=tv_grab_dvb

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LinuxUser 06/2012

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