Kurz notiert

Der finnische Handy-Hersteller Nokia wird einen KHTML-basierten Browser auf seinen Series 60 Smartphones anbieten. Dazu wurde die Software auf das im Mobilfunkmarkt populäre Symbian-Betriebssystem portiert. Damit verwendet Nokia KHTML in gleich zwei Produkten: Auf dem Nokia 770 kommt eine GTK-Portierung zum Einsatz. Mit Nokia setzt nach Apple die zweite Firma offiziell auf die vom KDE-Projekt entwickelte HTML-Engine.

Unterdessen scheint der Knoten zwischen KHTML- und Safari-Entwicklern entgültig geplatzt zu sein. Nachdem Apple sein Webkit-CVS geöffnet hat und die Safari-Entwickler als Ansprechpartner im IRC zur Verfügung stehen, geht das Angleichen der Quellbäume nun einfacher von der Hand. Außerdem hat Apple Interesse an KSVG2 angekündigt. KSVG ist ein Renderer für SVG, ein vom W3C spezifiertes Vektorgrafikformat auf XML-Basis. Die Macher haben unter http://www.khtml.info eine herstellerneutrale Seite mit Informationen zu KHTML angelegt.

Das Groupware-Projekt Kolab hat die Version 2.0 ihrer Groupware-Suite vorgestellt. Sie erlaubt Anwendern, Ordner, Kalender oder Kontakte miteinander zu teilen. Kolab gilt als extrem skalierbar, da fast alle Groupware-Operationen vom Client ausgehen. Unter Linux ist dieser Kontact, der ab KDE 3.4.1 mit Kolab 2 zusammenarbeitet. Anwender mit einer älteren KDE Installation ab KDE 3.2 können den angepassten Kontact-Client verwenden, der dem Release beigelegt ist. Unter Windows ermöglicht ein kostenpflichtiges Plugin die Kommunikation zwischen Kolab und Outlook.

Kicker-Entwickler Aaron Seigo hat angekündigt, bald mit der Entwicklung von Plasma beginnen zu wollen, dem gemeinsamen Nachfolger des Panels, des Desktops sowie Superkarambas. Die Vorgaben lesen sich anspruchsvoll: Es soll schneller laden und besser aussehen als seine Vorgänger. Gleichzeitig verspricht die Homepage unter http://plasma.bddf.ca innovative Konzepte im Umgang mit dem Desktop und ein Workflow-orientiertes Design.

Wikipedia und KDE kooperieren

Auf dem LinuxTag in Karlsruhe hat Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in seiner Keynote eine Zusammenarbeit der freien Enzyklopädie mit dem KDE-Projekt angekündigt. Die Programmierer und Administratoren der Wikimedia Foundation arbeiten künftig an einer Webservices-Schnittstelle; parallel entwicklen KDE-Programmierer eine API, die es ermöglicht, über diese Schnittstelle Anfragen an Wikipedia und ihre Schwesterprojekte – etwa das Wörterbuch Wiktionary – zu stellen.

Als eine erste Anwendung, die jedoch noch nicht auf der neuen Schnittstelle beruht, stellte Wales den KDE Audioplayer Amarok vor, der Informationen über Künstler und Album aus der Wikipedia abruft.

Sowohl Wales als auch KDE-Gründer Matthias Ettrich gingen in ihren Vorträgen auf mögliche Anwendungsgebiete ein: So könnte der in der Entwicklung befindliche Weltatlas Globepedia demnächst die Standorte von Bauwerken oder die Schauplätze historischer Schlachten anzeigen und dazu Details aus der Wikipedia liefern. In KOffice ließe sich Wikitionary als Wörterbuch integrieren und die Panel-Uhr bietet dem Benutzer einen kalenderblattartigen Ausriß aus der Geschichte.

Benutzer ohne Internet-Zugang brauchen nicht auf die Integration verzichten: Der Offline-Reader Knowledge ermöglicht es, in Regionen mit eingeschränktem Internet-Zugang Wikipedia-Artikel von einer CD oder DVD zu beziehen. Auch andere KDE-Programme sollen auf diese Quellen zurückgreifen könne, wenn der Rechner offline ist.

Wikipedia-Gründer Jimbo Wales und KDE-Initiator Matthias Ettrich (rechts) besiegeln die Kooperation zwischen der freien Enzyklopädie und KDE.

KOffice 1.4 freigegeben

Das KOffice-Team hat die Version 1.4 der Office-Suite für KDE freigegeben. In die integrierte Programmsammlung für den Büroeinsatz hielten zwei neue Anwendungen Einzug: Das Datenbankfrontend Kexi beherrscht vom Anlegen einer Datenbank über Datenmanipulation bis hin zu SQL-Abfragen alle wichtigen Funktionen. Auch die von Access bekannten Formulare und ein Query Builder sind in der aktuellen Version vorhanden.

Krita, früher auch unter dem Namen KImageshop bekannt, beherrscht neben komplexen Zeichenoperationen den Import von Gimp-Pinseln und stellt eine Fülle von Hilfsmitteln bereit. Obwohl es bislang nicht an Gimp heranreicht, zeigt das erste offizielle Release bereits umfangreiche Fähigkeiten.

Die zweite Neuerung in KOffice betrifft das Datenformat: Die meisten KOffice-Anwendungen können nun ihre Daten im OpenDocument-Format speichern und Daten daraus lesen. Standardmässig legt die Software ihre Daten jedoch vorerst im KOffice-eigenen Format ab, da die Entwickler die OpenDocument-Implementation als noch nicht ausgereift betrachten. OpenDocument ist ein Standard des OASIS-Gremiums und wird auch vom kommenden OpenOffice 2.0 verwendet.

Das aktuelle KOffice-Release wartet mit dem neuen Grafikprogramm Krita auf.

Qt 4.0 freigegeben

Die norwegische Software-Schiede Trolltech hat ihr Qt Toolkit in der Version 4.0 herausgegeben. Das für Windows, Mac OS X und Linux verfügbare Toolkit ermöglicht es Programmieren, ihre Anwendungen plattformunabhängig zu programmieren. Dabei setzt die Firma auf eine Dual-Lizensierung: Autoren freier Software können die GPL-lizenzierte Open-Source-Edition herunterladen, für propritäre Software muss der Programmierer dagegen die kostenpflichtigen Variante des Toolkits erwerben.

Mit Qt4 steht die GPL-Version erstmals auch für Windows zur Verfügung, dort fehlt alledings die Integration in Visual Studio. Statt dessen installiert der Qt4 Installer bei bedarf Mingw (http://www.mingw.org), einen Windows-Port der GCC-Suite. Die neue Version wirft jede Menge alten Ballast von Board und verbannt obsolete Klassen in ein Qt3-Support-Modul.

Aus einer Bibliothek machten die Norweger kurzerhand sieben, schließlich braucht nicht jedes Programm beispielsweise die Datenbankunterstützung. Die Entschlackung zeigt Wirkung: Erste Benchmarks mit portierten KDE Programmen deuten auf einen Geschwindigkeitszuwachs beim Start hin.

Darüber hinaus bringt die neue Version mit der Komponente Arthur ein neuartige Grafikbibliothek mit. Diese ermöglicht Antialiasing und Alphatransparenz. Dank einfach austauschbarer Backends können Qt-Programme ganz einfach von Neurerungen wie Exa (siehe News "X.org auf dem Weg in die Zukunft") oder Änderungen in OpenGL profitieren.

Die Liste der bekannten Probleme nennt nach wie vor die Geschwindigkeit bei der Darstellung unter X11 als eines der Hauptprobleme. Trolltech verspricht jedoch, dieses und viele andere Bugs mit Qt 4.0.1 zu beheben. Insgesamt macht das Paket einen guten Eindruck und dient dem KDE-Projekt bereits als Basis für KDE 4.

Ob der in Eigenregie produzierte "Qt 4 Dance" (http://www.trolltech.com/video/qt4dance.html) zum Sommerhit a la Macarena avanciert, darf indes bezweifelt werden. Anschauen lohnt aber für KDE-Begeisterte trotzdem.

X.org auf dem Weg in die Zukunft

X.org Entwickler Zack Rusin, der für Trolltech an der Verbesserung des X-Servers arbeitet, hat auf der X.org-Konferenz, die am Rande des LinuxTags stattfand, seine neue Beschleunigungswerweiterung für X vorgestellt. Mit einer neuen Qt-Grafikbibliothek könnte diese Erweiterung auch unter dem bereits in Entwicklung befindlichen KDE 4 zum Einsatz kommen.

Exa, so der Name, ist eine Verbesserung der in die Jahre gekommenen XAA-Erweiterung. Sie soll komplexe Zeichenoperationen im X-Server über XRender ermöglichen. XRender vermag diese direkt auf die Grafikkarte abzuwälzen, war aber bislang zu langsam, als dass Programmierer sie sinnvoll verwendet konnten.

Somit mussten komplexere Grafikoperationen bis jetzt zumeist vom Programm selber durchgeführt werden – zu Lasten der CPU. Exa verhilft sogar zu transparenten Fenstern mit Schattenwurf: Die dafür zuständige Composite-Erweiterung ist auf eine schnelle XRender-Implementierung angewiesen.

Die Grafikkartentreiber für X benötigten nur wenige Änderungen, um Exa zu verwenden, so Rusin. Exa sei aber nur als Übergangslösung zu betrachten. Die X.org-Entwickler würden in Zukunft gerne Xgl, einen OpenGL-basierten X-Server, als Standard sehen. Das nächste X.org-Release, das Exa beinhalten soll, erhält voraussichtlich im September die Freigabe.

"Summer of Code" bringt Verbesserungen

Google hat dem KDE-Projekt im Rahmen der Initiative "Summer of Code" 24 Projekte zugesprochen. Im Vorfeld konnten sich Studenten um ein sogenanntes Bounty bei ihrem Lieblings-Open-Source-Projekt bewerben. Nach einer harten Auswahl stehen nun die Kandidaten fest, die an den Start gehen können. Ziel ist es, einen Beitrag zu einem Open-Source-Projekt zu leisten. Google verspricht dabei jedem Teilnehmer 4 500 US-Dollar. Weitere 500 US-Dollar gehen an einen erfahrenen Entwickler, der einem Kandidaten als als Mentor zur Seite steht.

Im KDE-Projekt wurde vereinbart, die Mentorengelder in Höhe von insgesamt 1 200 US-Dollar dem KDE e.V. für die Organisation des nächsten Entwicklertreffens in Malaga zu überlassen. Die ausgewählten Bounties reichen von Verbesserungen im Bereich der Barrierefreiheit, über Powerpoint-Importfilter für KPresenter bis hin zu einer Plugin- und Scripting-Infrastruktur für Kontact.

Außerdem soll Voice-over-IP Einzug halten, genauso wie ein Anzeigeprogramm für verschiedene Dokumentenformate, das einfach per Plugins erweitert werden kann. Auch der Renderer KHTML profitiert: Er bekommt verbesserte Unterstützung für die Ausgabe auf Druckern. Die komplette Liste liegt auf den Entwickerseiten unter http://developer.kde.org/summerofcode/ bereit.

Schneller Zugriff für Usability-Experten

Ein zentraler NX-Server soll künftig die Entwicklung von KDE Applikationen beschleunigen. Die von der italienischen Firma NoMachine entwicklete NX-Technologie besteht aus einem Terminal-Server, der es ermöglicht, eine X-Sitzung sogar über Modem oder ISDN-Kanal zu führen. Da die Kernbibliotheken unter der GPL stehen, entstand unter der Federführung von Kurt Pfeifle und Fabian Franz eine Version des Servers namens FreeNX sowie der KDE-Client kNX.

Nun will das Open-Usability-Projekt die Technologie nutzen, um enger mit Projekten wie KDE zusammenzuarbeiten. Bislang testeten die Usability-Experten nur bereits freigegebene Software. Künftig sorgt dagegen auf dem zentralen Rechner ein Cron-Job dafür, dass jeden Tag der aktuelle Stand der Software zum Test bereitsteht. So lassen sich Usability-Probleme noch vor dem Release besprechen und vermeiden.

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