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01.08.2005

Kurz notiert

Die Browser-Suite Mozilla lebt unter dem Namen Seamonkey weiter. Nach dem Fork der Teilprojekte stellte die Mozilla Foundation die weitere Entwicklung ein. Das sogenannte Seamonkey Council (http://www.mozilla.org/projects/seamonkey/) übernahm das Projekt und kündigte für die nächste Zeit die Version 1.0 an.

Nachdem Bitmover das Lizenzmodell für die Versionsverwaltung Bitkeeper im April änderte und einen Disput unter den Kernel-Entwicklern vom Zaun brach, suchen jetzt auch andere Open-Source-Projekte wie MySQL, Xen oder ReiserFS nach einer neuen Versionsverwaltung. Während MySQL weiter mit Bitmover verhandelt, testen andere Projekte bereits Alternativen wie Subversion. Ganz gleich wie die Entscheidung ausfällt: Bitmover stellte am 1. Juli den Support für freie Projekte ein und bietet nur noch kommerzielle Konten an.

Die Playstation 3 bekommt eine Erweiterungsmöglichkeit, mit der sie neben dem Betrieb als einfache Spielekonsole auch als vollwertiger Computer einsetzbar ist. Laut dem Präsidenten von Sony Entertainment, Kutaragi, plant das Unternehmen, eine Festplattenerweiterung von 120 GByte mit vorinstalliertem Linux. Mit dem integrierten Cell-Prozessor wären theoretisch auch Windows oder die Tiger-Version von Apple lauffähig. Im Augenblick sei jedoch ein vorinstalliertes Linux am wahrscheinlichsten.

NVidia bringt ihren ersten properitären OpenGL-2.0-Grafiktreiber auf den Markt, der auch Xinerama unterstützt. Dieser liegt auch als 64-Bit-Version vor und lässt sich mit den aktuellen Modellen Quadro G-Sync und Geforce 6200 betreiben. Weggefallen ist dagegen der Support für ältere Modelle wie die Riva-TNT-Reihe.

ATIs proprietäre Grafiktreiber 8.14.13 für XFree86 4.x und X.org 6.8 läuft laut Hersteller stabiler als die Vorversion und verfügt über eine verbesserte 2D-Beschleunigung. Er unterstützt alle Karten ab Radeon 8500 sowie einige Radeon Mobile und FireGL. Mit der TV- und Video-Funktionalität weiß aber auch dieser Treiber nichts anzufangen. Dafür laufen nun Karten mit den Chipsätzen X800 XL, X850 Pro und X850 XT unter Linux.

Linux läuft zwar nicht auf einer Kaffeemaschine, dafür aber auf einem Apple iPod der dritten Generation oder früher. Wie, das beschreibt ein Artikel auf der Web-Seite von Macworld (http://www.macworld.com/2005/05/secrets/julygeekfactor/). Die Installation des iPod-Linux verläuft dank des iPod-Linux-Installers recht einfach und ermöglicht unter anderem das Setup des Web-Servers Boa auf der Hardware. Vor der Installation ist die Datensicherung jedoch oberstes Gebot.

Mitte Juni trat der Gründer von Gentoo-Linux, Daniel Robbins, seinen neuen Job bei Microsoft an. Laut Microsoft soll erdem Unternehmen dabei helfen, das Phänomen Open Source und die Community besser zu verstehen. Auf Gentoo selbst wirkt sich dieser Schritt nicht negativ aus, da Robbins vorher alle Rechte an Software-Projekten an die gemeinnützige Gentoo-Foundation übertrug. Dies betrifft insbesondere das Programm ebuilds und die Gentoo-Logos.

Der Provider AOL veröffentlichte Anfang Juni nach dem AOL-Server zwei Projekte unter freien Lizenz. Es handelt sich dabei um die Plugins Milkdrop und Advanced Visualisation Studio, die unter anderem in Winamp zum Einsatz kommen. Das Unternehmen stellte beide Projekte unter die BSD-Lizenz und transferierte sie zu Sourceforge. Darüber hinaus plant die Firma anscheinend die Freigabe des Ultravox-Streaming-Protokolls und des Nullsoft Video-Dateiformats. Die jeweiligen Spezifikationen liegen bereits jetzt auf der AOL-Website http://ultravox.aol.com vor.

Wie bereits das Original steht jetzt auch die deutsche Übersetzung des Buches Knowing Knoppix, deutscher Titel Knoppix Kompakt, unter GNU-FDL-Lizenz. Ab sofort kann jeder das Werk als PDF- oder OpenOffice-Dokument beim Verlag herunterladen. Der Übersetzer Rainer Hattenhauer passte die deutsche Translription außerdem an die aktuelle Knoppix-Version an und fügte Kapitel zu Themen wie Festplatteninstallation und die Verwendung von UnionFS hinzu.

Jenseits von Emacs und Vim

Außer Vim und Emacs existieren noch andere leistungsfähige Editoren für Linux – so zum Beispiel der Java-basierte RText (http://rtext.sourceforge.net). Ursprünglich als Notepad-Klon geplant, wuchs der Editor zu einem vollwertigem Entwicklungswerkzeug heran, das auch Funktionen wie Syntax Highlighting oder das Erstellen von Makros unterstützt. Ein unbegrenzte Undo-/Redo-Funktion schützt Sie vor einer Katastrophe beim leichtsinnigen Löschen von Text.

Selbstverständlich beherrscht RText die Standardfunktionen jedes Editors. Positiv fällt darüber hinaus die Druckvorschau auf. Insbesondere beim Drucken von Listings erweist sich diese Feature als vorteilhaft. Das Auto-Reload-Funktion erkennt automatisch, wenn eine offene Datei von einem anderen Programm manipuliert wurde und bietet Ihnen an, diese Version zu laden.

Nach über dreijähriger Entwicklung liegt RText in der Version 0.9.1.3 vor. Diese beseitigt einige kleinere Fehler und erlaubt Ihnen jetzt, die Symbole der Funktionsleisten von RText zu verändern und Ihren Wünschen anzupassen.

Eine Druckvorschau zählt zu den besonderen Features des Java-basierten Editors Rtext.

Gamma-Einstellungen bequem ändern

Arbeiten Sie viel mit Bildern oder Grafiken, ist die korrekte Farbdarstellung auf dem Bildschirm ein Muss. Das Programm Monica (http://www.pcbypaul.com/linux/monica.html) hilft Ihnen dabei, den Monitor richtig zu kalibrieren. Es handelt sich dabei um ein Front-End für das Kommandozeilenprogramm xgamma, mit dem Sie die Gamma-Einstellungen von XFree86 und X.org anpassen lassen.

Mit der Software ändern Sie bequem die Intensität der drei Grundfarben, wobei die Änderungen auf Wunsch sofort wirksam werden. So erkennen Sie direkt, wie sich Ihre Änderungen auf die Farbdarstellung der Programme auswirkt. Falls Ihnen das Ergebnis nicht zusagt, stellen Sie mit einen Knopfdruck den Ausgangszustand wieder her.

Die angepasste Gamma-Einstellung sichert das Programm in einer benutzerspezifischen Konfigurationsdatei. Sollen Ihre Änderungen permanent erhalten bleiben, können Sie die Konfigurationsdatei in die .xinitrc integrieren und damit bei jedem XServer-Start wirksam machen. Weitere nützliche Tipps und Anleitungen wie man seinen Monitor richtig einstellt, stehen in einer Readme-Datei, die Monica beiliegt.

In der neuen Version 3.3 unterstützt das Programm erstmals auch die properitären Treiber von ATI für Grafikkarten mit Radeon-Chipsatz. Ein Update lohnt sich also.

Mit dem Programm Monica ändern Sie bequem die Gamma-Werte Ihres Monitors.

Mit Alan auf Touren kommen

Die Behandlung von Turing-Maschinen gehört in jede Vorlesung zum Thema Automatentheorien. Mit Alan (http://sourceforge.net/projects/alan), benannt nach dem Erfinder des Turing-Modells Alan Turing, existiert jetzt ein Programm, das Studenten hilft, die Arbeitsweise eines Turing-Automaten besser zu verstehen.

Das Java-Progamm entstand als Projektarbeit an der Universität Rosenheim. Die intuitiv gestaltete Oberfläche erlaubt es schon nach kurzer Zeit, eigene Turing-Programme einzugeben. Dies setzt natürlich ein theoretisches Verständnis für entsprechende Maschinen voraus. Selbstverständlich lassen sich die eigenen Programme auch speichern. Alan legt sie dazu in einer XML-Datei ab.

Wollen Sie keine eigenen Programme entwerfen, können Sie sich sich anhand der mitgelieferten Beispielroutinen die Funktionsweise einer Turing-Maschine selbst erschließen. Von der Invertierung einer Eingabefolge bis zur Palindromanalyse enthält das Paket sechs Beispiele.

Mit Alan können Sie das Verhalten einer Turing-Maschine schrittweise verfolgen.

Die Antwort ist 42

Pünktlich zum Kinostart der Neuverfilmung von Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" erscheint jetzt der Fortune-Datensatz HG2G (http://www.splitbrain.org/Fortunes/hitchhiker/). Das Programm Fortune gibt beim Aufruf aus einem großen Zitatfundus jeweils eine Zeile zum Besten. Traditionell kommen diese Zitate als Signature-Erweiterung in Mails oder als Teil des Begrüßungstextes beim Konsolen-Login zum Einsatz. Das HG2G-Paket bereichert die Software nun mit markanten Textstellen aus Douglas Adams' Werk.

Wollen Sie nur Hitchhiker-Zitate verwenden, weisen Sie Fortune mit dem Kommando fortune hg2g an, nur diese Zitatquelle zu verwenden. Wenn Sie bereits eine ältere Ausgabe von HG2G besitzen, sollten Sie unbedingt aktualisieren, da die aktuelle Version eine Reihe von Rechtschreib- und Formatierungsfehlern behebt. Falls Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind, finden Sie auf der Web-Seite weitere Fortune-Datensätze mit Zitaten aus der Star-Wars-Reihe, den Simpsons oder der Fernsehserie Akte X.

Der HG2G-Datensatz verhilft dem Fortune-Programm zu Zitaten aus der Reihe "Per Anhalter durch die Galaxis".

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LinuxUser 06/2012

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