Bei den Preisen ist es schon fast eine Sünde, keine zu haben: Um Ihre eigenen Webseiten online zu stellen, zahlen Sie bei einigen Providern lediglich 10 Cent pro Monat. Komplettpakete für drei Jahre inklusive Registrierung einer Domäne bekommen Sie bereits ab 10 Euro. Doch der Preis alleine macht noch keine Homepage. Obschon einige Provider in ihrem Angebot auch bunte Vorlagen zum Zusammenklicken bereitstellen, kommen Sie ohne minimale HTML-Kenntnisse nicht weit.
Typischerweise gestaltet der halbwegs professionelle Webmaster seine Seiten nicht per Mausklick, sondern in einem HTML-Editor. Änderungen an Form und Inhalt der Homepage nimmt er auf seinem eigenen Rechner vor. Dann testet er die neuen Seiten auf Fehler und lädt diese anschließend auf den Server des Hosters.
Konzept oder kopflos
Natürlich freut man sich über den ersten Internetauftritt und ist versucht, gleich eine Seite zu gestalten und hochzuladen. Der einfachste Weg dazu führt über Open- oder KOffice. Einfach die Textverarbeitung des Office-Pakets starten, ein paar Zeilen schreiben, Bilder einfügen und über Speichern unter die Inhalte als HTML-Dokument speichern. Diese Seite laden Sie dann mit Konqueror über FTP oder SSH auf Ihren Server.
Doch irgendwann kommt der Moment, wo Ihr Internetauftritt nur noch aus einer Menge einzelner Webseiten besteht, die keine richtig schöne Website bilden. Bevor Sie Ihre erste Seite Online stellen, sollten Sie sich deshalb Gedanken über die zukünftigen Inhalte machen und ein Konzept erarbeiten. Dazu stellen Sie sich folgende Fragen:
- Welche HTML-Kenntnisse besitze ich, will ich dazulernen?
- Wieviele Seiten soll meine Homepage umfassen (ca.)?
- Welche Inhalte möchte ich haben (Texte, Bilder, Animationen, Downloads, Formulare, Gästebuch)?
- Welche Themenbereiche möchte ich anbieten (Linux-Tipps, Persönliches, Bildergalerie, Online-Shop)?
Je nach Inhalt und Themenbereich reicht für Ihre Zwecke ein statischer Webauftritt. Möchten Sie hingegen zum Beispiel ein Gästebuch führen, einen Online-Shop anlegen oder mit PHP-Tricks glänzen (siehe separaten Artikel auf Seite 47), benötigen Sie eine dynamische Site. Ihre Entscheidung wirkt sich auch auf die Kosten der Homepage aus: das Preisbeispiel von 10 Euro für drei Jahre stimmt für einen statischen Auftritt. Die Preisskala für dynamische Sites beginnt bei 5 Euro pro Monat.
Der Editor macht's aus
Sind Ihre HTML-Kenntnisse beschränkt und Sie möchten höchstens ein paar Seiten hochladen, benutzen Sie am besten einen WYSIWYG-Editor, wie Nvu, Mozilla Composer oder OpenOffice Writer. Gut eignet sich auch eine aktuelle Version von KWord. Das KOffice-Programm speichert beim HTML-Export auch CSS-Stilvorlagen (Abbildung 1).
Möchten Sie ein komplexere Homepage mit über 10 Seiten, einer Menüstruktur, einem einheitlichen Layout und PHP-Code erstellen, kommen Sie nicht um den Gebrauch eines echten HTML-Editors herum. Hier bieten sich Bluefish und Quanta Plus an. Programme wie Netobjects Fusion, die Ihnen das Layout und die Seitenanordnung automatisch erstellen, existieren unter Linux zurzeit keine. Eine Übersicht über die bekanntesten HTML-Editoren unter Linux finden Sie im Artikel "Am Web mitstricken" auf Seite 32.
Eine weitere Entscheidung, die Sie bereits vor der Gestaltung der ersten Seite fällen sollten, ist der Einsatz von so genannten Cascading Style Sheets (CSS). CSS-Stilvorlagen nehmen Ihnen das aufwändige Formatieren jeder einzelnen Seite ab. Anstatt auf jeder HTML-Seite von neuem die Schriftgröße, -farbe und den Hintergrund zu bestimmen, legen Sie ein Stylesheet an, das dann für alle Seiten gilt. Der Aufwand für eine minimale Stilvorlage macht sich bereits bei wenigen Seiten bezahlt. Ihr HTML-Auftritt wirkt dadurch auch wesentlich professioneller. Einen ausführlichen Artikel zum Einsatz und zur Funktionsweise von Stylesheets finden Sie auf Seite 42.



