Wer im World Wide Web surft, bekommt längst nicht mehr nur Webseiten zu sehen, die als fertige HTML-Seiten auf den Webservern gespeichert sind. Aktuelle Websites werden nach Wunsch generiert: Suchfunktionen finden genau die Treffer, die zur Anfrage des Benutzers passen. Gästebücher, Foren und Wikis lassen sich von den Besuchern sogar verändern.
Serverseitige Verarbeitung
Bei all diesen Funktionen findet eine Vorverabeitung der Seiten auf dem Server statt, bevor dieser die fertiggestellte Seite an den Rechner des Surfers ausliefert. Unter den Technologien für diese Verarbeitung erfreut sich die Skriptsprache PHP [1] besonderer Beliebtheit. Mit ihr lassen sich Programmieranweisungen leicht in HTML-Code einbetten. Daneben bringt PHP viele vorgefertigte Funktionen für das Web mit und ist auch für Programmieranfänger leicht erlernbar. Erfolge in Form von ansprechenden Webseiten stellen sich schnell ein. Selbst umfangreiche Anwendungen für das Web sind häufig in PHP geschrieben, beispielsweise die mächtige Mediawiki-Software [2], die hinter der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia steht.
Doch bereits mit wenigen Zeilen PHP können Sie die sich den Betrieb und die Aktualisierung einer kleinen Internetpräsenz erleichtern – und lernen dabei die Grundlagen dieser Sprache kennen.
Dieser Artikel geht davon aus, dass Ihr Webspace-Provider bereits PHP installiert hat – das ist heute in vielen Hosting-Angeboten enthalten, und das schon ab Preisen von wenigen Euro monatlich. Möchten Sie einen Webserver mit PHP und weiteren Funktionen zum Ausprobieren zuhause installieren, greifen Sie am einfachsten zu dem Software-Paket XAMPP [2].
Um zunächst festzustellen, ob PHP installiert und richtig konfiguriert ist, bedienen Sie sich der eingebauten Diagnosefunktion von PHP. Schreiben Sie eine Textdatei mit folgendem Inhalt und benennen Sie sie info.php:
<?php phpinfo(); ?>
Diese Datei kopieren Sie in das Document-Root-Verzeichnis Ihres Webservers – bei vielen Webspace-Angeboten handelt es sich dabei um jenes Verzeichnis, in dem Sie sich befinden, wenn sie eine FTP oder SFTP-Verbindung zu Ihrem Webserver aufbauen. Rufen Sie sie nun im Browser auf:
http://ihredomain /info.php
Wenn Sie eine Seite wie in Abbildung 1 mit der installierten PHP-Version und einer Fülle von weiteren Informationen sehen, steht Ihnen PHP zur Verfügung.
Navigation ausgliedern
Ein typischer Internet-Auftritt besteht aus zahlreichen HTML-Seiten, die sich über einen Navigationsbreich mit Links erreichen lassen (Abbildung 2). Das Navigationsmenü wiederholt sich auf jeder einzelnen Seite. Möchten Sie nun dieses Menü ändern, beispielsweise weil weitere Seiten hinzukommen, ist die Aktualisierung der Links in jeder einzelnen HTML-Datei zeitraubend und fehlerträchtig. Bereits eine einzige Zeile PHP schafft hier Abhilfe.
Dazu verwenden Sie die PHP-Funktion include(). Sie veranlasst den Webserver, vor dem Ausliefern einer Seite den Inhalt der in Klammern angegebenen Datei einzufügen. Kopieren Sie den HTML-Code, der die Navigaton Ihrer Website ausmacht, in eine eigene Datei namens menu.php. In den Inhaltsseiten ersetzen Sie nun das gesamte HTML des Navigationsmenüs durch folgenden Code:
<?php
include("menu.php");
?>
Die Konfiguration der meisten Webserver verlangt allerdings, dass Sie nun auch die Dateinamenerweiterung der Inhaltsseiten von *.html zu *.php ändern. Nur dann übergibt der Webserver die Datei an den PHP-Interpreter, der die enthaltenen Programmieranweisungen auswertet. Die Bereiche der Datei, die PHP-Befehle enthalten, erkennt er daran, dass sie mit <?php und ?> umschlossen sind.
Diese Einbettung in HTML-Dateien stellt übrigens einer der Vorteile von PHP dar. Bei der älteren Methode, dynamische Webseiten mit C oder Perl über die CGI-Schnittstelle zu erzeugen, mussten die CGI-Programme den HTML-Code der gesamten Seite ausgeben. Mit PHP hingegen schreiben Sie hauptsächlich wie gewohnt HTML und fügen Programmcode nur ein, wo nötig.



