Gnomogramm

01.08.2005

Kurz notiert

Bereits in der letzten Ausgabe berichteten wir über Nokias 770 Internet Tablet. Auf der GUADEC in Stuttgart kündigte Nokia jetzt im Rahmen eines Entwicklerprogramms an, mit den Einnahmen aus 500 verkauften Nokia 770 die GNOME Foundation zu unterstützen. Da das Nokia 770 eine auf Gnome basierende Oberfläche verwendet, ist Nokias Schritt nicht ganz uneigennützig. Nichtsdestotrotz zeigte sich Gnomes Executive Director Timothy darüber hoch erfreut.

Inspiriert durch das Debian Women Project haben Hannah Wallach und Mairin Duffy das Gnome Women Project initiiert. Ziel ist es, mehr Frauen für die Gnome-Entwicklung zu gewinnen. Das Projekt steckt noch in den Anfängen und betreibt zur Zeit nur den IRC-Channel "#gnome-women" auf http://irc.gnome.org sowie eine Mailingliste. Interessierten empfehlen die Initiatorinnen, sich über obigen IRC-Channel mit ihnen in Verbindung zu setzen.

Das Gnome Marketing Team startet eine Initiative um Interessierten das Mitwirken an Gnome zu erleichtern. Welche Schritte die Marketing-Abteilung im einzelnen plant, ist im "Getting Involved"-Bereich der Gnome Seite nachzulesen. Dabei ist ein Kernpunkt die Aufwertung der Online-Präsentation. Selbst vor der Idee, GTK+ Applikationen auf properitären Betriebssystemen zu implementieren, schreckt man beim Marketing nicht zurück, wenn so Anwender von Gnome überzeugt werden.

Happy Birthday GnomeFiles.org. Das Repository für GTK-basierte Programme ist gerade mal ein Jahr jung geworden und erfreut sich mit 20 000 Besuchern täglich großer Beliebtheit. Über 840 Programme bietet die Web-Seite zum Download an. Ein Angebot, das im vergangenen Jahr mehr als 240 000 mal genutzt wurde. Wir gratulieren und wünschen auch weiterhin viel Erfolg.

GARNOME bietet ab sofort öffentliche Testversionen der kommenden Version an. Einmal wöchentlich soll künftig Interessierten ein Snapshot des Entwicklungsarchivs zum Download angeboten werden. Das Garnome-Team hofft, dass sich viele an den Tests beteiligen und mit reichlich Feedback den "#garnome" IRC-Channel auf http://irc.gnome.org oder eine der Mailinglisten füttern.

Nachrichten kurz und bündig

Dank sogenannter RSS-Feeds hat man Änderungen auf Nachrichtenseiten im Internet immer schnell im Blick. Das Programm Gfeed (http://gfeed.sourceforge.net/) hilft dem Anwender beim schnellen Durchlesen dieser Feeds.

Allerdings muss der Benutzer für jedes Feed eine eigene Konfigurationsdatei anlegen. Dank zahlreicher Beispiele ist dies in wenigen Augenblicken erledigt. Nach dem Start zeigt Gfeed eine Liste mit Überschriften aller neuen Einträge an. Unterstützt die jeweilige RSS-Seite sogenannte Beschreibungen zu jedem Eintrag, öffnet sich beim Anklicken einer Überschrift ein Fenster mit einer kurzen Zusammenfassung. Will man den vollständigen Artikel lesen, kann der Anwender die jeweilige URL mit der rechten Maustaste in die Zwischenablage kopieren und im Browser aufrufen.

In der feed-spezifischen Konfigurationsdatei kann der Benutzer neben der Feed-URL auch das Erscheinungsbild von Gfeed anpassen und die Aktualisierungszyklen festlegen, in denen Gfeed diese Seite kontrolliert. Wer die grafische Oberfläche von Gfeed nicht benötigt, kann das Programm auch komplett von der Konsole steuern. Sämtliche Ausgaben lassen sich dann in eine Datei umlegen, die der Anwender bequem weiterverarbeiten kann.

Gfeed beschränkt sich auf das Wesentliche: die Information.

In der Doku den Überblick behalten

Ob Man-Page, Info- oder HTML-Dateien, zu jedem Programm sind bei Linux reichlich Informationen vorhanden. Wer nicht den Überblick verlieren will, braucht eine Dokumentenverwaltung wie Documancer (http://documancer.sourceforge.net/).

Angefangen von man- oder info-pages über HTML-Dokumente und Web-Seiten kann Documaner alle Formate verarbeiten. Besonders für Entwickler ist interessant, dass Documancer auch mit DevHelp- und pydoc-Dateien umgehen kann. Die Verwaltung von DevHelp und Web-Seiten führten die Programmier erst mit der aktuellen Version 0.2.6 ein.

Ein großer Vorteil von Documancer ist die einheitliche Oberfläche für alle Formate, was die Recherche erleichtert. Darüber hinaus erstellt das Programm einen Index über alle Dokumente und beschleunigt so die Suchfunktion. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Standardbetrachtern wie man oder info kann der Anwender mit Documancer auch in den Man-Pages Lesezeichen anlegen. Das erleichtert den schnellen Zugriff auf Textpassagen.

Da Documancer auf der Gecko-Engine von Mozilla basiert, kann es primär nur HTML-Dokumente verarbeiten. Um trotzdem man- bzw. info-pages anzeigen zu können behilft sich das Programm mit den Konverten man2html und info2html. Sind beide im System vorhanden, steht dem grenzenlosen Nachschlagewerk nichts mehr im Weg.

Das Betrachten von Man-Pages ist mit Documancer viel komfortabler.

Bequem Faxen machen

Der Faxversand ist von jeher eine elementare Anwendung für jedes Büro. Mit Efax-Gtk (http://efax-gtk.sourceforge.net/) existiert eine Oberfläche für das bekannte Efax, das den Versand erheblich erleichtert.

Die Bedienung von Efax-Gtk ist intuitiv. Der Anwender muss lediglich das zu faxende Dokument angeben, was als Postscript-Datei vorliegen muss. Die Umwandlung in das tiffg3-Format geschieht vor dem Versand automatisiert. Selbstverständlich ist auch ein Versand von mehreren Dokumenten möglich. Nun fehlt nur noch die Telefonnummer des Empfängers, die Efax-Gtk, wenn vorhanden, aus dem eigenen Adressbuch bezieht. Ein Klick auf den Send-Knopf und das Dokument ist unterwegs.

Damit Sie später noch wissen, wem Sie was geschickt haben oder wer Ihnen welches Dokument gesandt hat, führt Efax-Gtk ein Logbuch über alle ein- und ausgehenden Verbindungen. Damit liegt auf der Hand, dass sich Efax-Gtk auch zum Faxversand eignet. Im sogenannten Standby-Modus wartet das Programm geduldig auf Anrufer.

In der aktuellen Version 3.0.2 ist sogar ein Skript enthalten, das die Zustellung eingehender Faxe als PDF-Anhang via e-Mail ermöglicht. So wird faxen zum Kinderspiel.

Efax-Gtk unterstützt alle gängigen Faxklassen.

Wissen welche Software los ist

Liegt ein Programm nicht als fertiges Paket für Ihre bevorzugte Distribution vor, bleibt Ihnen nur, das Programm selber aus den Programmquelle zu kompilieren. Die Paketverwaltung Paco (http://paco.sourceforge.net/) hilft Ihnen dabei, die manuell installierte Software korrekt zu verwalten.

Wie das bekanntere Checkinstall, fängt auch Paco den make install Befehl erst einmal ab und führt ihn dann unter Protokollierung aller Schritte und Änderungen aus. Die jeweiligen Paketinformation speichert das Programm in einem eigenen Unterverzeichnis des Log-Verzeichnisbaums. Jedes Paket wird dabei in einer eigenen Datei abgelegt. Es handelt sich aber nur um die Paketinformationen, portierbare Archive wie Checkinstall schnürt Paco nicht.

Paco selbst ist ein Kommandozeilenprogramm, das via Konfigurationsdatei oder Parameter gesteuert wird. Zur Verwaltung der installierten Pakete dient Gpaco, das Bestandteil des Paco-Archivs ist. Mit seiner Hilfe kann der Anwender in wenigen Augenblicken Paketinformationen abrufen oder aktualisieren und ganze Pakete entfernen.

Paco wurde ursprünglich als Paketverwaltung für die Distribution Linux From Scratch entwickelt und ist jetzt in der Version 1.8.9 erschienen. Diese Version beseitigt einige Fehler, die beim Entfernen von gemeinsamen Dateien auftraten.

Wie es sich für eine Paketverwaltung gehört, kann jedes Paket mit einer Beschreibung versehen werden.

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