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Distribits

01.08.2005

Kurz notiert

Die PowerPC-basierte Distribution Yellow Dog (http://www.yellowdoglinux.com) macht Apples Schwenk auf die Intel-Plattform nicht mit. Der Ableger aus Fedora Core ist speziell auf die PPC-Hardware zugeschnitten: Daher sieht Terrasoft, der Hersteller von Yellow Dog Linux, die Zukunft der Distribution bei PowerPC-Rechnern, die nicht von Apple kommen, und sowie in Cluster-Lösungen wie der hauseigenen Y-HPC.

Die Debian-basierte Distribution SphinxOS (http://www.sphinxos.com) wird als kommerzielles Produkt eingestellt. Als Grund gibt der Hersteller die Konkurrenz durch das kostenlose Ubuntu Linux an. SphinxOS war angetreten, um ein benutzerfreundliches System mit Zugaben wie CrossOver Office zum Ausführen von Windows-Programmen anzubieten. Einige Freiwillige wollen SphinxOS als Community-Projekt weiterführen.

Unter dem Namen Slamd64 (http://slamd64.com) existiert seit kurzem ein 64-Bit-Ableger der beliebten Distribution Slackware. Sie lehnt sich so weit wie möglich an Slackware 10.1 an, wurde aber an die Besonderheiten der x86-64-Architektur angepasst. Die Distribution enthält Kernel 2.6.11, GCC 3.4 und KDE 3.4. Die Desktop-Umgebung Gnome integrierten die Entwickler nicht. Das System besteht aus vier Installations-CDs.

Kurz nach der Veröffentlichung von Fedora Core 4 (http://fedora.redhat.com) gab der amerikanische Distributor Red Hat bekannt, dass er das Fedora-Projekt an eine unabhängige Stiftung abgibt. Durch diesen Schritt möchte Red Hat mehr Programmierer zur Mitarbeit gewinnen. Auch nach der Übertragung unterstützt Red Hat das Fedora-Projekt mit Geld und Mitarbeitern. Auch soll die Distribution weiterhin als Grundlage für eigene Projekte dienen.

Red Hat (http://www.redhat.com) erweitert sein Angebot um einen Directory Server. Der Red Hat Directory Server verwendet LDAP, um Anwendungskonfigurationen, Gruppendaten, Zugangskontrollen und Anwenderprofile zentral zu speichern. Als Basis des Systems kommt der Netscape Directory Server zum Einsatz, den Red Hat im September vergangenen Jahres erworben hat. Der Server soll noch im Juli im Handel erhältlich sein. Zugleich mit dem kommerziellen Enterprise Server startet Red Hat das Projekt Fedora Directory Server, in dessen Rahmen ein freier Directory Server entstehen soll.

Novell (http://www.novell.com) stattet die US-Gesundheitsbehörde (http://www.hhs.gov) mit verschiedenen hauseigenen Linux-Produkten im Server- und Desktop-Bereich aus und leistet technischen Support. Das Volumen des Geschäftes beträgt mehrere Millionen US-Dollar und umfasst Desktop-Lizenzen für alle 700 000 Mitarbeiter.

Die Distribution Linspire (http://www.linspire.com) steht seit Ende Juni auch auf Deutsch zur Verfügung. Sie kostet 69 Euro und ist über den Linux-Discount (http://www.linux-discount.de) erhältlich. Darüber hinaus plant das amerikanische Unternehmen eine Business Edition, die voraussichtlich eine bessere Unterstützung für VPNs und Unternehmens-Software enthält.

Anfang Juni erschien mit Release 6 die letzte Version von Debian Woody (http://www.debian.org). Das Release enthält eine Reihe von Sicherheits-Updates und Fehlerbereinigungen. Offiziell endet die Unterstützung von Woody mit dieser Ausgabe, so dass Benutzer sich selbst um die Behebung von Sicherheitslücken und Fehlern kümmern oder auf die aktuelle Version mit der Bezeichnung Sarge umsteigen müssen.

Die Web-Seite Review Linux (http://www.reviewlinux.com) bildet eine neue Anlaufstelle für Besprechungen der verschiedensten Linux-Distributionen. Die Projektgründer rufen Anwender ausdrücklich zum Mitmachen auf, denn das Forum dient dem Erfahrungsaustausch zwischen Benutzern.

Thinstation (http://thinstation.sourceforge.net) verwandelt einen alten, ausgedienten PC auf einfachste Weise in einen ThinClient, der sich dann mit einem Windows 200/2003 Terminal-Server, einem NX-Server oder Tarantella X verbinden kann. Das System bootet entweder via Etherboot/PXE über das Netzwerk oder lokal von einer CD oder einem anderen Laufwerk. Thinstation erlaubt das Speichern von Daten auf dem Client und unterstützt sowohl Netzwerk- als auch lokale Drucker. Auf der Homepage des Projekts finden Sie eine vorkonfigurierte Live-CD, die das Einrichten eines Thin Clients demonstriert.

Linux für Spielefans

Unter dem Namen DS Linux (http://www.dslinux.org) arbeiten Entwickler an einer Distribution für den Spiele-Handheld DS von Nintendo. Im Mai 2005 gelang es ihnen erstmals, den Linux-Kernel zu starten. Mittlerweile unterstützt die Software eine virtuelle Tastatur auf dem Touchscreen, mit dessen Hilfe sich die Stand-Alone Shell (Sash) bedienen lässt.

Im Forum von DS Linux finden Sie eine Anleitung, die Ihnen hilft, das System auf den Handheld zu kopieren. Momentan wirkt DS Linux noch wie eine große Baustelle. Arbeiten künftig genügend Entwickler an dem Projekt mit, könnte das Gerät zu einer Alternative in Sachen PDA oder Video- und MP3-Player werden. Das Projekt erstellt allabendlich Versionen von DS Linux unter http://kineox.free.fr/DS zur Verfügung.

Gentoo auf der XBox

Die XBox von Microsoft eignet sich als Plattform, um Linux darauf laufen zu lassen. Mit dem Projekt GentooX (http://gentoox.shallax.com) steht ein entsprechender Port der Distribution zur Verfügung. Die aktuelle Version 4.0 enthält die Desktops KDE 3.4.1 und XFCE 4.2.0. Benutzereingaben nimmt das System über eine virtuelle Tastatur entgegen.

Die Home-Edition enthält mit OpenOffice und Mozilla die Programme für die tägliche Arbeit. Die Bildschirmauflösung beträgt wahlweise 640x480 oder 800x600 Punkte. Über DHCP findet die XBox schnell Anschluss an das heimische Netz; Samba-Shares lassen sich problemlos einbinden. Eine Installationsanleitung und die ISO-Images finden Sie auf der Homepage des Projekts.

OpenOffice 2 live testen

Die aktuelle Version 2005.3 von Kanotix (http://www.kanotix.de) enthält neben der neusten KDE-Version 3.4.1 auch eine Beta-Version des kommenden OpenOffice. Herzstuck des Systems bildet ein gepatchter Kernel aus der Serie 2.6. Kanotix arbeitet wie Knoppix als Live-System, lässt sich aber auf die Festplatte installieren und dann als vollwertiges, aktuelles Debian verwenden.

Kanotix gibt es in 32- und 64-Bit-Versionen. Zusätzlich zur 700 MByte großen Ausführung existiert eine kleinere Variante, die ohne OpenOffice und Latex paketiert wurde, dafür aber Abiword und Gnumeric mitbringt.

kanotix.png

Die aktuelle Version von Kanotix enthält das kommende OpenOffice 2.

KOffice zum Ausprobieren

Wer das neue KOffice 1.4 ausprobieren will, ohne es erst auf der Festplatte zu installieren, findet mit Klax (http://ktown.kde.org/~binner/klax/koffice.html) eine kompakte Live-CD, die neben KOffice auch das aktuelle KDE 3.4.1 mitbringt. Klax verwendet die Linux-Live-Skripte, die auch in der Live-Distribution Slax zum Einsatz kommen.

Das System startet sofort in den KDE-Desktop und mountet beim Starten Ext2/3- und FAT-Partitionen. Die Hardware-Erkennung funktioniert zuverlässig. Falls ein DHCP-Server im Netz erreichbar ist, holt sich Klax von dort auch gleich die Netzwerkkonfiguration. Ansonsten steht zum Einrichten des Netzwerks das Konsolen-Programm netconfig zur Verfügung.

Klax eignet sich vor allem zum Testen des neuen KOffice. Folglich lässt sich das System nicht auf eine Festplatte installieren. Auch die Übersetzungen der Oberfläche befinden sich nicht auf der CD, um das System so klein wie möglich zu halten.

Die neu hinzugekommenen Programme Krita für die Bildbearbeitung und Kexi für Datenbanken laufen bereits jetzt erstaunlich stabil und arbeiten mit den bestehenden Komponenten gut zusammen.

klax.png

Klax enthält das aktuelle KDE und KOffice auf einer Live-CD zum Mitnehmen.

Suse for free

Seit dem 27. Juni steht die aktuelle Version von Suse Linux (http://www.suse.de) zum kostenlosen Download bereit. Das mit über vier GByte etwas sperrige ISO-Image lässt sich nach dem Herunterladen auf eine Single-Layer-DVD brennen.

Besitzen Sie kein DVD-Laufwerk oder keinen DVD-Brenner, laden Sie sich das Image der Netzwerkinstallations-CD herunter und nehmen die Systemeinrichtung über FTP vor. Alternativ bietet Suse auch fünf CD-Installations-Images an. Die Download-Version entspricht im Umfang in etwa der Professional-Version von Suse 9.3.

Ein Live-Linux aus Japan

Die Live-Distribution Berry Linux (http://yui.mine.nu/linux/) erweist sich als nützliche Hilfe beim Einstieg in die japanische Schriftsprache: Das auf Fedora Core 3 und Knoppix basierende System ist Japanisch und Englisch lokalisiert. Welche Sprache der Desktop verwendet, stellen Sie vor dem Start in einem grafischen Menü ein.

Als Kernel kommt bei Berry Linux die Version 2.6.12 zum Einsatz, die Libc trägt die Versionsnummer 2.3.5, als GCC werkelt die 4.0er-Variante. Dank Ndiswrapper unterstützt die Distribution eine Vielzahl von kabellosen Netzwerkkarten. Als X-Server verwendet das System X.org 6.8.2

Der Systemstart verläuft problemlos, anschließend landet der Benutzer in einem gut konfigurierten KDE-Desktop. In der sinnvollen Auswahl der Programme findet sich neben Mozilla 1.7.8 auch OpenOffice 2 in der aktuellen Beta-Version. Verschiedene Media-Player und Grafikprogramme rundet die Ausstattung ab.

Berry Linux lässt sich mit Hilfe eines leicht verständlichen grafischen Programms auf der Festplatte installieren und dann mit Programmen aus dem reichhaltigen Fundus von Fedora Core 3 erweitern.

berry.png

Berry Linux hilft beim Einstieg in die japanische Schriftsprache.

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LinuxUser 05/2014

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