Verbesserungen im Server-Bereich

Fedora Core 4 bringt aktuelle Versionen verbreiteter Anwendungen mit, zum Beispiel Firefox 1.0.4, Gimp 2.2.7 und Evolution 2.2.2. Das OpenOffice-Team konnte seinen Release-Plan nicht einhalten, deshalb enthält das aktuelle Fedora eine Beta von Version 2 (Abbildung 3). Wenn das endgültige OpenOffice erscheint, wird Fedora für Core 4 passende Pakete bereitstellen, wie übrigens auch den Kernel 2.6.12. Dass Fedora auch zwischen den eigentlichen Releases immer wieder Updates anbietet, stellt einen großen Vorteil der Distribution dar.

Abbildung 3: Fedora Core 4 enthält eine Beta-Version von OpenOffice 2. Wer abwechselnd Gnome und KDE benutzt, darf sich über eine Verdoppelung des Mülleimers freuen.

Wie der Name nahe legt, soll der Gnome Keyring Manager (Systemwerkzeuge | Schlüsselbund verwalten) sich um die Verwaltung kryptographischer Schlüssel kümmern. Leider konnten wir im Test davon keinen Gebrauch machen, weil auch das User-Interface etwas kryptisch erscheint, und Dokumentation Mangelware ist. Es wäre ein bisschen unfair, ein Programm zu kritisieren, das als Übungsprojekt für die Leute der Mailing-Liste "Gnome Love" dient [2]. Andererseits sollte Red Hat es dann vielleicht nicht in ihre Distribution einbinden oder zumindest ansatzweise dokumentieren.

Einige Arbeit haben Red-Hat-Mitarbeiter in eine Anwendung namens NetworkManager gesteckt, die das Einrichten von Wireless-LANs mit Gnome vereinfachen soll. Leider funktionierte auch sie nicht einfach von selbst, und die Hilfe zum Programm half nicht weiter. Das mutmaßlich grafische Frontend NetworkManagerInfo zeigte nicht einmal sein Fenster. Manche Anwendungen tauchten zwar im Gnome-Menü auf, ließen sich aber nicht starten. Wählt man das entsprechende Icon an, passiert einfach nichts – so zum Beispiel bei Anwendungen | Programmieren | LogFactor5,

Fehlende Codecs

Der neuentwickelte Dokumentenbetrachter Evince ersetzt in Gnome nun den Vorgänger ggv und zeigt PDF- und Postscript-Dateien. Das einfache Programm scrollt ohne Sprünge durch mehrseitige PDF-Dokumente und lässt den Benutzer im Gegensatz zu ggv auch in darin suchen. Annotations und Formulare beherrscht es dagegen noch nicht.

Wie der Vorgänger lässt Fedora Core 4 gute Multimediafunktionen vermissen. Praktisch alle wichtigen und verbreiteten Codecs fehlen. Mit der Standardinstallation lassen sich weder MP3-Dateien noch DVDs abspielen. Der Helixplayer beherrscht nur die freien Ogg-Codecs Theora und Vorbis. Gleichermaßen hat Red Hat einige Grafik- und Multimediaprogramme aus der Distribution entfernt, so FreeCiv, GNUChess, Maelstrom und einige SDL-Bibliotheken. Diese Anwendungen finden sich nun wenigstens im Extras-Repository – im Gegensatz zu den fehlenden Codecs. Diese führt üblicherweise das Repository livna.org [3], das bei Redaktionsschluss allerdings noch keine Pakete speziell für Core 4 anbot. Immerhin ließ sich zum Beispiel das Xvidcore-Paket für Core 3 problemlos installieren.

Das Ausmisten auf der Anwendungsseite schuf Platz für Erweiterungen im Server-Bereich. Das Clustering-Dateisystem GFS (Global File System) ist nun fester Bestandteil der Distribution. Es handelt sich um ein Netzwerk-Dateisystem, ähnlich Samba oder NFS, allerdings legt es den Schwerpunkt auf Ausfallsicherheit. Fedora Core 4 bringt standardmäßig auch Xen mit, eine Software, die mehrere virtuelle Linux-Systeme unabhängig voneinander laufen lässt und überwacht, siehe [4].

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