Spielwiese für Admins

Das neue Fedora Core 4 im Test

01.08.2005
Im Juni hat Red Hat eine neue Release der Distribution Fedora Core 4 veröffentlicht. Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind vor allem für Entwickler und Server-Betreiber interessant.

Das Distributionskarussel dreht sich weiter, und es wird immer schwieriger, Schritt zu halten. Nach Ubuntu 5.04, Suse 9.3 und Debian Sarge präsentiert nun Red Hat Version 4 ihrer Community-Distribution Fedora Core – dieses Mal nicht nur für Intel- und AMD-Prozessoren, sondern auch gleich für PowerPC.

Fedora Core 4 umfasst eine DVD oder vier CDs, deren Images Sie auf der Site [1] finden. Erfahrene Benutzer können sich auch an einem Online-Update versuchen, das kein Installations-Medium voraussetzt. Einige Tipps dazu gibt der Kasten "Online-Update".

Installation wie gewohnt

Nach dem Booten gelangen Sie in den Fedora-Installer, der sich mehr oder weniger selbst erklärt. Die Distribution verwendet Kernel 2.6.11, der recht aktuell ist und deshalb ein breites Spektrum an Hardware unterstützt. Bei der Installation selbst hat sich wenig geändert: Sie können aus drei fertigen Profilen (Persönlicher Desktop, Workstation, Server) auswählen, die Umfang und Inhalt der installierten Pakete festlegen, oder alles selbst bestimmen (Benutzerdefiniert).

Online-Update

Es ist möglich, wenn auch nicht offiziell von Red Hat empfohlen, ein laufendes Fedora-System ohne Installationsmedium auf Version 4 zu aktualisieren. Als Faustregel gilt: Je aktueller das System, desto weniger Probleme treten auf. Am größten sind die Chancen also mit Fedora Core 3.

An sich ist die Vorgehensweise einfach: Sie laden das Yum-Paket von Fedora Core 4 herunter, installieren es auf dem alten System und führen yum update aus. Das Programm lädt dann die nötigen Dateien vom Fedora-Repository im Internet herunter.

Wenn Yum das Update abbricht, liegt es meist daran, dass es keine aktuelleren Versionen von Paketen findet, die nicht von der ursprünglichen Installation stammen, sondern aus anderen Quellen. Entfernen Sie diese mit rpm -e und starten Sie Yum neu. Weitere Hinweise zum Update älterer Fedora- oder gar Red-Hat-Releases finden Sie unter [6].

Wenn Sie dem System das automatische Partitionieren der Festplatte überlassen, fasst es mit dem Logical Volume Manager (LVM) einzelne Partitionen zu logischen Einheiten zusammen. Den meisten Benutzern werden dabei logische "Volumes" und "Groups" wohl noch fremder erscheinen als Partitionen. Auch die grafische Oberfläche des Volume Managers hilft da kaum weiter (Abbildung 1). Wer nicht als professioneller Systemadministrator arbeitet, sollte wohl fürs Erste bei Partitionen bleiben.

Abbildung 1: Die Benutzeroberfläche des Volume Managers ist nicht selbsterklärend und auch nicht frei von Fehlern: Die Grafik lässt sich nicht weiter nach links schieben, die Beschriftung bleibt deshalb unlesbar.

Menüs konfus

Optisch hat sich bei Fedora Core 4 gegenüber dem Vorgänger nicht viel geändert, Login-Screen und Desktop-Hintergrund sind gleich geblieben. Die Menü-Struktur von Gnome 2.10 wirkt etwas aufgeräumter, weist aber immer noch einige Ungereimtheiten auf. So gibt es immer noch drei unterschiedliche Menüs für Einstellungen: Anwendungen | Systemwerkzeuge, System | Präferenzen und System | Systemeinstellungen. In letzterem finden sich unter anderem der Logical Volume Manager und Dienste. Andererseits enthält auch Anwendungen | Systemwerkzeuge ein Programm zur Diskettenverwaltung. die CDs und Disketten mountet oder formatiert. Jedes der drei Einstellungsmenüs führt auch einen Eintrag zur Netzwerkkonfiguration: Netzwerk-Proxy, Netzwerk und Netzwerkgerät-Kontrolle. Unter KDE sieht es ähnlich aus, zu den drei beschriebenen Menüpunkten gesellt sich allerdings noch das KDE-Kontrollzentrum.

In Gnome findet sich unter den Systemwerkzeugen ein praktisches neues Feature: der Eintrag Neu Anmelden, der den Wechsel zu einem anderen Benutzer erlaubt, ohne sich dafür auszuloggen (Abbildung 2). Wer seinen Computer mit anderen gemeinsam nutzt, braucht also nicht mehr seine Arbeit zu unterbrechen und alle Anwendungen zu schließen.

Abbildung 2: Der Punkt "Neu anmelden" lässt andere Benutzer eine eigene Desktop-Sitzung öffnen, ohne dass Sie sich ausloggen müssen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Fedore Core 3 Preview
    Red Hats freie Community-Distribution Fedora Core erscheint demnächst in Version 3. Oberflächlich hat sich nicht viel geändert, aber einige Neuerungen machen das des Endusers leichter. Ein Blick auf den letzten Release-Kandidaten gibt einen Vorgeschmack.
  • Das neue Fedora im Schnelltest
    Fedora eröffnet die Frühjahrsmode der Saison mit einigen gewagten Software-Stücken. Wir haben einen Blick auf die neue Kollektion geworfen.
  • Fedora Core 5 im Test
  • Die saubere Distro
    Im Mai 2007 erschien die Distribution Fedora in einer neuen Version. Anwender, Entwickler und Admins profitieren von zahlreichen Neuerungen. Wir haben einen ausführlichen Blick auf das Release geworfen.
  • Fedora Core 6 im Test
    Vor kurzem erblickte Fedora Core 6 (Codename: "Zod") das Licht der Welt. LinuxUser hat die aktuelle Version der von Red Hat geförderten Community-Distribution unter die Lupe genommen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2016: Alt-PCs flott machen

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Der Tipp der Woche

Schon gewußt?

14.11.2015

Auch unter Ubuntu 15.10 kann man wieder mit dem Startmedienersteller (alias Startup Disk Creator) ein Live-System auf einem USB-Stick einrichten. ...

Fehler des Startmedienerstellers von Ubuntu 15.10 umgehen

Aktuelle Fragen

Tails Update
Val Lerie, 11.01.2016 10:51, 0 Antworten
Hallo zusammen, updaten > update Speichern unter > Persistent nicht möglich, mit der Meldung;...
Recoll
Jürgen Heck, 20.12.2015 18:13, 4 Antworten
Wie kann man mit Recoll nach bestimmten Zeichen/Satzzeichen bzw. Zeichenkombinationen suchen, z....
Wings Platinum 4 auf Linux?
Bodo Steguweit, 18.12.2015 11:37, 4 Antworten
Hallo in die Runde ich nutze für meine Diashows Wings Platinum 4 als Diareferent. Arbeite jetzt...
Bandbreite regulieren
Georg Armani, 25.11.2015 16:50, 1 Antworten
Hallo, ich bin ein Neuling in Sachen Linux und hoffe auf Hilfe. Ich habe zwei Windows Rechner...
Windows 10 verhindert LINUX
Hans Wendel, 17.11.2015 17:47, 8 Antworten
Hallo alle, mit einem W10-Laptop (vorher war Win7) wollte ich LINUX ausprobieren. Alles, was ni...