Das Distributionskarussel dreht sich weiter, und es wird immer schwieriger, Schritt zu halten. Nach Ubuntu 5.04, Suse 9.3 und Debian Sarge präsentiert nun Red Hat Version 4 ihrer Community-Distribution Fedora Core – dieses Mal nicht nur für Intel- und AMD-Prozessoren, sondern auch gleich für PowerPC.
Fedora Core 4 umfasst eine DVD oder vier CDs, deren Images Sie auf der Site [1] finden. Erfahrene Benutzer können sich auch an einem Online-Update versuchen, das kein Installations-Medium voraussetzt. Einige Tipps dazu gibt der Kasten "Online-Update".
Installation wie gewohnt
Nach dem Booten gelangen Sie in den Fedora-Installer, der sich mehr oder weniger selbst erklärt. Die Distribution verwendet Kernel 2.6.11, der recht aktuell ist und deshalb ein breites Spektrum an Hardware unterstützt. Bei der Installation selbst hat sich wenig geändert: Sie können aus drei fertigen Profilen (Persönlicher Desktop, Workstation, Server) auswählen, die Umfang und Inhalt der installierten Pakete festlegen, oder alles selbst bestimmen (Benutzerdefiniert).
Online-Update
Es ist möglich, wenn auch nicht offiziell von Red Hat empfohlen, ein laufendes Fedora-System ohne Installationsmedium auf Version 4 zu aktualisieren. Als Faustregel gilt: Je aktueller das System, desto weniger Probleme treten auf. Am größten sind die Chancen also mit Fedora Core 3.
An sich ist die Vorgehensweise einfach: Sie laden das Yum-Paket von Fedora Core 4 herunter, installieren es auf dem alten System und führen yum update aus. Das Programm lädt dann die nötigen Dateien vom Fedora-Repository im Internet herunter.
Wenn Yum das Update abbricht, liegt es meist daran, dass es keine aktuelleren Versionen von Paketen findet, die nicht von der ursprünglichen Installation stammen, sondern aus anderen Quellen. Entfernen Sie diese mit rpm -e und starten Sie Yum neu. Weitere Hinweise zum Update älterer Fedora- oder gar Red-Hat-Releases finden Sie unter [6].
Wenn Sie dem System das automatische Partitionieren der Festplatte überlassen, fasst es mit dem Logical Volume Manager (LVM) einzelne Partitionen zu logischen Einheiten zusammen. Den meisten Benutzern werden dabei logische "Volumes" und "Groups" wohl noch fremder erscheinen als Partitionen. Auch die grafische Oberfläche des Volume Managers hilft da kaum weiter (Abbildung 1). Wer nicht als professioneller Systemadministrator arbeitet, sollte wohl fürs Erste bei Partitionen bleiben.
Menüs konfus
Optisch hat sich bei Fedora Core 4 gegenüber dem Vorgänger nicht viel geändert, Login-Screen und Desktop-Hintergrund sind gleich geblieben. Die Menü-Struktur von Gnome 2.10 wirkt etwas aufgeräumter, weist aber immer noch einige Ungereimtheiten auf. So gibt es immer noch drei unterschiedliche Menüs für Einstellungen: Anwendungen | Systemwerkzeuge, System | Präferenzen und System | Systemeinstellungen. In letzterem finden sich unter anderem der Logical Volume Manager und Dienste. Andererseits enthält auch Anwendungen | Systemwerkzeuge ein Programm zur Diskettenverwaltung. die CDs und Disketten mountet oder formatiert. Jedes der drei Einstellungsmenüs führt auch einen Eintrag zur Netzwerkkonfiguration: Netzwerk-Proxy, Netzwerk und Netzwerkgerät-Kontrolle. Unter KDE sieht es ähnlich aus, zu den drei beschriebenen Menüpunkten gesellt sich allerdings noch das KDE-Kontrollzentrum.
In Gnome findet sich unter den Systemwerkzeugen ein praktisches neues Feature: der Eintrag Neu Anmelden, der den Wechsel zu einem anderen Benutzer erlaubt, ohne sich dafür auszuloggen (Abbildung 2). Wer seinen Computer mit anderen gemeinsam nutzt, braucht also nicht mehr seine Arbeit zu unterbrechen und alle Anwendungen zu schließen.



