01.07.2005

Kurz notiert

Von zahlreichen Websites kennt man die kleinen Grafiken, die beispielsweise auf den favorisierten Browser verweisen. Vor allem bei Bloggern und Wiki-Fans haben sich die sogenannten Brilliant Buttons etabliert. Auf Web-Seiten platziert, weisen diese auf beliebte Projekte hin. Harald Sitter hat nun eine Reihe von Buttons für KDE-Anwendungen erstellt, die unter http://www.kde.org/stuff/buttons.php zum Download zur Verfügung stehen.

Das Entwickler-Team von KStars spendete das Preisgeld aus einem Wettbewerb von QtForum.org an den KDE e.V. Die 1 500 US-Dollar fließen in die Übernahme von Fahrtkosten der Projektteilnehmer und die Klärung von etwaigen Rechtsstreitigkeiten ein. Den Preis stiftete Trolltech und zeichnete so die beste Qt-Software aus dem Bereich Edutainment aus. Das Desktop-Planetarium gewann die Auszeichnung zusammen mit dem interaktiven Geometrieprogramm Kig.

Kurz vor dem Release von Kolab 2 bietet das KDE-Projekt den Beteiligten einen Account auf dem projekteigenen Kolab-Server an. Sie erhalten somit einen Zugang zu der kommenden Version der Groupware-Lösung und somit erstmalig die Möglichkeit, Aufgaben, Termine, Kontakte und E-Mail im Projekt auf dieser Basis zu koordinieren. Das Projekt möchte den Server auch weiterhin nutzen. Als bevorzugter Client kommt Kontact zum Einsatz.

Mit der ersten Beta-Version von KRadio 1.0 hat der Autor erstmals eine Pause-Funktion für Radiosendungen implementiert. Erhalten Sie beispielsweise einen wichtigen Telefonanruf, so drücken Sie einfach die Pause-Taste, und KRadio puffert das Radiosignal wahlweise in einer MP3- oder Ogg-Vorbis-Datei. Nach dem Telefonat knüpfen Sie natlos an der gleichen Stelle an – vor allem für Interviews und Talkshows ein interessantes Feature.

Mit Version 0.4 von KPDF, das seit dem Release 3.4 Teil der Desktop-Umgebung ist, schwingt sich der Viewer zu einem gleichermaßen ernstzunehmenden wie leichtgewichtigen Konkurrenten zum Adobe Reader auf. Dessen kürzlich erschienen Version 7.0 ist nicht nur wegen ihres enormen Speicherverbrauchs oft unbeliebt. Die aktuelle Entwicklerversion unterstützt nun auch eingefügte Anmerkungen. Damit bietet KPDF so viele PDF-Features wie kein anderes Programm aus diesem Bereich.

Migration auf Subversion komplett

Das KDE-Projekt hat sein Code-Verwaltungssystem erfolgreich auf Subversion umgestellt. Das neue System bietet eine Reihe von Vorteilen für die Entwickler, vor allem den transparenten Zugriff über HTTPS oder SSH sowie vereinfachte Kommandos.

Ein Code-Verwaltungssystem bringt gleich zwei Vorteile mit sich: Zum einen ermöglicht es die Zusammenarbeit mehrerer Entwickler, zum anderen erlaubt es Zugriff auf frührere Stadien einer Datei, sodass sich Fehler schneller lokalisieren lassen.

Im Gegensatz zur Entwicklung des Linux-Kernels, bei dem zuletzt der Streit um die eingesetzte Software Bitkeeper eskalierte, war sich das KDE-Projekt recht schnell einig bei der Verwendung von Subversion. Die Entwicklung bei KDE verläuft zentral und nutzt daher besser die Features der Software. Wer ein wenig stöbern möchte, findet einen Web-Zugang unter http://websvn.kde.org/.

Portierung auf Qt 4 beginnt

Nach der Umstellung auf Subversion hat sich eine kleine Gruppe von Kernentwicklern aufgemacht, KDE auf Qt4 zu portieren. Die aktuellen Snapshots des Toolkits gelten als ausreichend stabil für eine Portierung. Innerhalb von nur zwei Wochen soll nun eine funktionstüchtige Version der KDE-Bibliotheken entstehen.

Zu Redaktionsschluss feilten die Entwickler bereits eifrig an der Portierung der Basisprogramme. Der Editor Kate sowie ein Testprogramm für den HTML-Renderer KHTML funktionierten weitgehend. Der Umstellungsprozess bietet nicht nur Entwicklern die Möglichkeit, früh Erfahrungen mit Qt 4 zu sammeln, sondern gibt auch Trolltech wertvolles Feedback. Daher nehmen Mitarbeiter des norwegischen Unternehmens aktiv am Portierungsprozess teil. Laut Plänen von Release-Koordinator Stephan Kulow konzentriert sich der Hauptteil der Entwicklung bald auf KDE 4.

Benutzer der aktuellen Dreier-Serie müssen jedoch keinen überhasteten Umstieg fürchten: Zunächst steht neben weiteren Fehlerkorrekturen für die Version 3.4 noch ein Release mit der Nummer 3.5 an. Letzteres bringt zahlreiche Verbesserungen mit. Die Entwickler planen für KDE 4, die Codebasis und den Desktop selber gründlich aufzuräumen. Aus diesem Grund erblickt die erste Release voraussichtlich erst 2006 das Licht der Welt.

KDE 3.4.1 freigegeben

Das KDE-Projekt veröffentlichte das erste Bugfix-Release von KDE 3.4. Wie sich dem Changelog entnehmen lässt, behebt die Version vor allem Probleme im HTML-Browser Konqueror sowie in Kontact. Außerdem arbeiten einige Programme besser mit dem Kolab-2-Server zusammen. Die neuen Pakete liegen ab sofort auf den Servern des Projektes.

Verschiedene Distributoren stellen aktualisierte Pakete oder Patches über ihre Update-Server bereit. Ein Update lohnt auf jeden Fall, da die Version 3.4.1 kritische Sicherheitslücken behebt, für die bislang nur einige Distributoren separate Updates zur Verfügung stellten.

Kollaborativ arbeiten

Sitzen zwei Mitarbeiter mehrere Kilometer voneinander entfernt, fällt die gemeinsame Arbeit an einem Dokument meist nicht leicht. Für den Live-Austausch bleibt nur das Instant-Messaging, wobei dann nur einer das Resultat sieht und bearbeitet.

Hier schafft das Programm Mateedit Abhilfe: Das Programm erlaubt mehreren Benutzern, ein Dokument gemeinsam zu bearbeiten. Dabei bietet die Software einen IRC-ähnlichen Kommunikationskanal, über den die Anwender die Gestaltung diskutieren können.

Features wie verschiedenfarbige Texte für jeden Benutzer runden die Applikation ab. Die Version 0.1.5 kommt sogar mit Unterstützung für das Zeroconf-Framework von KDE 3.4 daher. Das ermöglicht, andere Mateedit-Benutzer im lokalen Netzwerk ausfindig zu machen.

Für künftige Versionen gibt es weit reichende Pläne: So soll es in Zukunft etwa möglich sein, via Mateedit KWord- oder andere KOffice-Dokumente gemeinsam zu bearbeiten. Autor Andreas Ramm denkt zudem über eine Integration mit dem Instant Messanger Kopete nach und freut sich über Feedback.

Ganz einfach gemeinsam an einem Dokument arbeiten: Mateedit machts möglich.

Eis zwischen Apple und KHTML-Projekt gebrochen

Das Unternehmen Apple kündigte an, das sogenannte Webkit, einen Fork von KHTML und der KDE-Javascript-Implementation, in ein CVS-Repository zu überführen und dieses als Open-Source-Projekt zu verwalten. Damit näher sich zwei zerstrittene Lager langsam wieder einander an. Durch einen Eintrag in seinem Blog hatte nämlich KDE-Entwickler Zack Rusin vor einiger Zeit eine Diskussion um das Verhältnis zwischen KHTML-Entwicklern und dem Team um Apples Safari-Browser entfacht.

Er nahm dabei Bezug auf ein Posting von Safari-Entwickler David Hyatt, der ankündigte, dass Safari nun den ACID2-Test besteht, eine Seite, die bisher kein Browser korrekt darstellte. Hyatt fügte seinem Posting die notwendigen Webcore-Patches bei. Bei Webcore handelt es sich prinziell um eine Variante von KHTML. SIe unterscheidet sich jedoch zu stark von dem in KDE verwendeten Original, um die Patches direkt in das freie Projekt zu integrieren.

Rusin regt sich über die de-facto nicht vorhandene Zusammenarbeit zwischen Apple und dem KHTML-Team auf. Apple halte zwar die Bestimmungen der LGPL-Lizenz ein: In der Regel finde man auf der Apple-Homepage in unregelmäßtigen Abständen Tarballs mit den Quellen der aktuellen Safari-Version. Man müsse sich die Änderungen und vor allem deren Sinn selber erschließen. Nebenbei seien die Modifikationen oft nicht korrekt. Hier wäre mehr Zusammenarbeit sinnvoll.

Vor allem aber wandte er sich gegen all jene, die ständig eine Übernahme der Änderungen in KHTML forderten, ohne ein Verständnis für die technischen Probleme zu entwickeln: "Wir müssen viele dieser Patches von Grund auf neu implementieren". Es frustiere ihn, dass Apple das Lob und die KHTML-Entwickler die Schelte erbten, obwohl sie viel mehr Arbeit zu leisten hätten, als auf den ersten Blick ersichtlich sei.

Auf die Frage Hyatts, was Apple zur Verbesserung der Situation beitragen könne, kamen einige Vorschläge von Rusin. Von einfachen Szenarien wie einer gemeinsamen Bug-Datenbank bis hin zu einem Apple-Angestellten, die die Arbeiten der beiten Teams koordiniert, spielte er verschiedene Möglichkeiten durch. Schließlich fand ein IRC-Treffen zwischen Safari- und KHTML-Entwicklern statt. Das Ergebnis zeigt sich nun langsam.

KDE-Evangelist Kurt Pfeifle hat unterdessen in seinem Blog die Geschichte von Safari und KHTML nachgezeichnet. Interessierte Leser können die deutsche Übersetzung auf der Homepage der Linux-Community unter http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=16637 nachlesen.

KDE Panel wird benutzerfreundlicher

Das KDE-Panel Kicker gibt sich sehr anpassungsfähig. Trotzdem wissen viele Benutzer nicht um die versteckten Fähigkeiten des Programms, dass im ersten Moment wie ein uneheliches Kind der Windows-Startleiste wirkt. Schuld daran tragen die oft verworrenen Untermenüstrukturen, mit denen Sie sogenannte Miniprogramme ("Applets") einbinden.

Diesen Missstand will Kicker-Betreuer Aaaron Seigo ändern: Durch aussagekräftige Dialoge bietet er Benutzern ein verständliches Interface. Und für KDE 4 plant Seigo den richtig großen Wurf: Unter anderem will er dann das beliebte Programm Superkaramba in Kicker integrieren.

Der neue Applet-Dialog verfügt über aussagekräftige Beschreibungen und gestattet es, Miniprogramme direkt per Drag and Drop im Panel zu platzieren.

Neuer Server für Dokumentenvorlagen

Nachdem die Community-Seiten kde-apps.org und kde-look.org seit Monaten erfolgreich KDE-Benutzer mit Infos zu Anwendungen und neuem Augenschmaus für die Desktop-Umgegung versorgen, hob deren geistiger Vater Frank Kalischek ein neues Portal aus der Taufe: kde-files.org stellt Dokumentenvorlagen für KDE-Benutzer zur Verfügung. Auch OpenOffice-Benutzer kommen nicht zu kurz: Eine ganze Rubrik widmet sich den Vorlagen für die freie Office-Suite.

Zukünftige Versionen von KDE-Programmen bieten dann auf der Site Dokumentenvorlagen zum Download an. Als Grundlage dient das Newstuff-Framework, mit dem sich KDE 3.4 Benutzer beispielsweise Addons herunterladen könnnen. Zusatzdaten für das Desktop-Planetarium KStars, das bereits in KDE 3.4 über die Newstuff-Funktion verfügt, erfreuen sich überdurchschnittlicher Beliebtheit.

KDE-PIM Treffen in den Niederlanden

Entwickler und Mitwirkende des KDE-PIM-Projektes – es vereint Programme wie Kontact, KMail, KOrganizer und KAddressbook unter sich – kamen am Pfingstwochende im niederländischen Annahoeve zusammen. Dort entschieden sie über eine Roadmap für die zukünftige Entwicklung. Die beschlossene Code-Rückführung aus dem KOrganizer-Fork Ko/Pi begann bereits auf dem Treffen. Desweiteren gaben Experten des Open-Usability-Projektes Tipps zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.

Weiterhin stand an dem Wochenende das Bugsquashing auf dem Programm: Weit über hundert Fehlerberichte schlossen die Entwickler in dieser Zeit. Das Team kümmert sich in den kommenden Wochen um die Veröffentlichung von KDE 3.5 und beginnt außerdem pünktlich zum KDE-Treffen aKademy im kommenden August mit der Portierung auf KDE 4.

Dank hochsommerlicher Temperaturen und Wlan verlegten die Teilehmer große Teile des PIM-Treffens in den wunderschönen Garten des Konferenzortes nahe der belgischen Grenze.

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