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01.07.2005

Knoppix voll ausreizen

knoppix_hacks.png

Die Live-Distribution Knoppix hat auch Buchverlage in ihren Bann gezogen. Regelmäßig tauchen neue Werke über das CD-Linux auf. Dass sich darunter auch richtig praktische Bücher verbergen, beweist "Knoppix Hacks" aus dem O'Reilly-Verlag.

Zusammen mit den Google Hacks oder Amazon Hacks reiht es sich in eine Serie ein, die nützliche Tipps und Tricks zu allen Lebenslagen im Umgang mit Computern und dem Internet bietet. Knoppix Hacks richtet sich nicht nur an die Linux-Anfänger, sondern enthält auch für die erfahrenen Linuxer viele sinnvolle Tipps.

Das Buch beginnt mit den obligatorischen Knoppix Cheatcodes, mit denen sich das System bereits beim Booten anpassen lässt. Thermometersymbole zeigen bei jedem Hack an, wie komplex die Aufgabe ist. So findet jeder schnell die für ihn passenden Kniffe.

Bei der Erkundung des KDE-Desktops geht der Autor auch auf typische Fallen ein, etwa dass Knoppix Festplattenpartitionen standardmäßig read-only mountet. Statt stupiden Anleitungen gibt das Buch stets Anregungen, das System auf eigene Faust zu erkunden und kennenzulernen. Die nötigen Grundlagen gehen dabei jedoch nicht verloren und Leser lernen die grundlegenden Bedienelemente ihres Linux kennen.

Programme wie Open Office oder Kontact stellt der Autor kurz, aber nicht erschöpfend vor. Für Windows-Anwender ist sicherlich Hack 23 von großem Interesse. Er beschreibt, wie sich die unter Windows gespeicherten Einstellungen von Programmen wie Mozilla, Open Office oder Gaim auf einem Linux-System nutzen lassen.

Vor allem die Hacks im hinteren Teil des Buches sind nicht nur für Knoppix gültig. Sie erleichtern Anwendern auch die Arbeit mit ihrem normalen Linux-System. Ein ganzes Kapitel widmet sich der Reparatur beschädigter MBRs, Festplattenpartitionen oder dem Zurücksetzen vergessener Passwörter. Eigens gekennzeichnete Abschnitte informieren sehr schön über mögliche Gefahren beim Einsatz der entsprechenden Tools.

Einem richtigen Knoppix-Buch darf natürlich auch die Erwähnung derivater Live-CDs nicht fehlen. Diesem Thema widmet der Autor ein eigenes Kapitel mit kurzen Erläuterungen zu Morphix, Gnoppix, Knoppix-STD und Co. Anwender, die auf den Geschmack gekommen sind, ihr eigenes Live-Linux zu erstellen, erfahren die nötigen Schritte im letzten Kapitel.

Infos

Titel: Knoppix Hacks

Autor: Kyle Rankin

Verlag: O'Reilly

ISBN: 3-89721-404-0

Preis: 29 Euro

URL: http://www.oreilly.de

Linux-Desktops maßschneidern und optimieren

desktop_hacks.png

Es ist eine der beliebtesten Beschätigungen von Anwendern, solange es PCs gibt: das händische Optimieren von System und Bedienoberfläche. Spendierte man zu DOS-Zeiten noch dem Prompt mit Escape-Codes etwas Farbe und flocht optimierte Tools zum Verzeichniswechsel in seine Programmsammlung ein, so wollen heute KDE und Gnome ausgereizt werden, und das Suse Linux soll möglichst schneller booten.

Beim Erreichen solcher Ziele hilft "Linux Desktop Hacks" weiter. Von Nick Petreley und Jono Bacon zusammengestellt, kombiniert es die Erfahrungen von knapp zwei Dutzend Linux-Addicts zum Thema System- und Desktop-Optimierung für Anwender. Der angepeilten Zielgruppe entsprechend, bringen die Autoren ihr Wissen in locker-flockigem Alltagsamerikanisch an den Mann – was nicht muttersprachliche Leser gelegentlich in Interpretationsnotstand bringt. Die auf gut 300 dicht beschriebene Seiten gegossenen Tipps zum Desktop-Tuning lassen sich aber meist auch von Anwendern gut entschlüsseln, die mit gebräuchlichem Computer-Denglisch vertraut sind.

Petreley und Bono haben ihre Handreichungen in 100 Workshops aufgearbeitet, die sich in elf sinnig zusammengestellte Kapitel untergliedern. Die Bandbreite der behandelten Themen reicht von der Ausstattung des Bootmanagers mit handgefertigten Splash-Screens über das Ausreizen von KDE- und Gnome-Desktops bis hin zur Automation oder der Erstellung handgefertigter Kernel. Ein eigener Abschnitt widmet sich dabei der Integration widerspenstiger Hardware – seien es Drucker, USB-Massenspeicher, MP3-Player oder 3D-unwillige Grafik-Boards. Auch die Verbesserung der Performance von System, grafischer Oberfläche und Anwendung kommt nicht zu kurz: Rund ein Viertel des Buchs dreht sich um entsprechende Optimierungen.

Alles in allem entpuppt sich "Linux Desktop Hacks" als gelungene Anleitung, mit deren Hilfe man auch das trantütigste Linux-System zu ungeahnten Höhen auflaufen lassen kann. Im – wahrscheinlich unbeabsichtigten – Nebeneffekt eignet es sich aber auch als Einführung für Einsteiger: Durch die weite Streuung der besprochenen Themen bietet es quasi einen Rundgang durch alle Vorgänge im Betrieb eines Linux-Rechners und macht mit den zugrunde liegenden Abläufen vertraut.

Infos

Titel: Linux Desktop Hacks

Autor: Nicholas Petreley, Jono Bacon

Verlag: O'Reilly

ISBN: 0-569-00911-9

Preis: 24 Euro

URL: http://www.oreilly.de/linux/

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