Sicherheitskopie

Die im Handy gespeicherten Einträge abzugleichen, beugt einem Datenverlust vor, falls das Telefon gestohlen wird oder verloren geht. Das Menü Backup sichert entweder alle oder nur einige der vom Handy heruntergeladenen Daten. Mit Backup | Save öffnen Sie einen Datei-Browser, in dem Sie in der unteren Auswahlliste das Exportformat festlegen.

Wählen Sie entweder Gammu backup [all data], um alle Daten im Gammu-eigenen Format zu speichern. Das Adressbuch sichern Sie einzeln in den verbreiteten Standards LDIF oder VCF; zumindest einen der beiden unterstützen alle gängigen Adressbuchanwendungen. Bei Nokia-Geräten steht zusätzlich das Nokia-eigene Kontaktdatenformat zur Verfügung. Auch die Kalenderdaten bereitet Wammu für die Integration in andere Programme auf. Es schreibt sie entweder im von Apple eingeführten iCal-Format oder im vCal-Standard.

Gammu

Wammu nutzt jedoch nicht alle Möglichkeiten, über die ein Handy verfügt. Die verbleibenden Lücken schließt das Kommandozeilenwerkzeug Gammu. Damit lesen Sie das Dateisystem des Telefons aus und kontrollieren seine Spezialfunktionen, wie ein eingebautes Radio oder eine Kamera. Außerdem verwenden Sie die Selbsttests, um den Vibrationsalarm sowie die Display- und Tastaturbeleuchtung zu überprüfen.

Gammu konfigurieren Sie per Texteditor über die Konfigurationsdatei .gammurc im Home-Verzeichnis oder benutzerübergreifend über /etc/gammurc. Haben Sie das Gammu-RPM installiert, finden Sie die systemweite Konfigurationsdatei unter /etc/ vor. Im Debian-Paket liegt eine komprimierte Beispieldatei unter /usr/share/doc/gammu/examples/config/gammurc.gz. Kopieren Sie diese ins Home-Verzeichnis, entpacken Sie sie mit gunzip gammurc.gz und benennen Sie sie um mit mv gammurc .gammurc.

Um Ihr Telefon zu benutzen, passen Sie zunächst entweder mit Root-Rechten die systemweite oder Ihre persönliche Konfiguration an. Im Abschnitt [gammu] sind die Zeilen port und connection unabdingbar, ein # lässt Gammu die folgenden Zeichen ignorieren. Tragen Sie hier die aus Wammu oder von [4] bekannten Daten ein, unter Port also beispielsweise /dev/ttyS1, /dev/rfcomm0 für eine Bluetooth-Verbindung oder /dev/ttyACM0 für ein Datenkabel. Unter connection kopieren Sie ebenfalls den Eintrag von Wammu.

Die Vielzahl der teilweise gerätespezifischen Gammu-Optionen zeigt das Kommando gammu --help. Details zu einem der dort aufgeführten Themen finden Sie beispielsweise über gammu --help filesystem heraus. Ob Gammu Ihr Telefon entdeckt hat, erfahren Sie mit dem identify-Parameter:

$ gammu --identify
Hersteller    : Nokia
Modell        : 6610 (NHL-4U
Firmware      : 4.74 C (14-04-03)
Hardware      : 0640

Alle Wammu-Funktionen erledigt auch Gammu. gammu --getallcalendar liest sämtliche Kalendereinträge des Telefonbuchs ein und gibt sie im Textformat aus. Beim Telefonbuch kommt es auf die vom Gerät unterstützten Funktionen an: Bei einigen Geräten erhalten Sie mit gammu --getallcategory PHONEBOOK das gesamte Telefonbuch und mit gammu --getcategory PHONEBOOK 1 den ersten Eintrag.

Bei anderen Handys erfolgt der Aufruf mit --getmemory, diese Variante unterscheidet zwischen den Speichertypen: ME steht für das Geräte-interne Telefonbuch, SM für das der SIM-Karte. Außerdem benötigen Sie die Nummer eines einzelnen Eintrags oder eines Bereichs. Die im Gerät gespeicherten Adressbucheinträge von 1 bis 100 erhalten Sie beispielsweise mit:

gammu --getmemory ME 1 100

Auf ähnliche Weise betrachten Sie mit gammu --getmemory DC 1 10 die an den Speicherpositionen 1 bis 10 abgelegten ausgegangenen Anrufe. Verwenden Sie MC an Stelle von DC für die verpassten, RC für die angenommenen Telefonate. gammu --getmemory ON 1 zeigt Ihre eigene Nummer und VM führt die von Ihrer Mailbox gesandten Nachrichten auf. All diese Funktionen benötigen ebenfalls ein Telefon, das die jeweiligen Speichertypen unterstützt.

Das Dateisystem des Telefon durchsuchen Sie mit dem Befehl gammu --getfilesystem; er liefert alle auf dem Telefon gespeicherten Dateien, sortiert nach Verzeichnissen. Eine Datei übertragen Sie dann anhand der am Anfang der Zeile ausgegebenen Nummer auf die Festplatte:

gammu --getfiles 63

Über gammu --help nokia und gammu --help siemens erhalten Sie einen Überblick über die internen Funktionen der Geräte dieser beiden Firmen. Auch hierbei unterstützen nicht alle Handys jedes Kommando. Beispielsweise liefert der Versucht, den Sicherheitscode mit gammu --nokiasecuritycode auszulesen oft nur 12345 zurück.

Wer Klingeltöne auf sein Telefon hoch- oder davon herunterladen möchte, findet mit gammu --help ringtone die zuständigen Gammu-Parameter. Geben Sie gammu --getringtoneslist ein, um eine vollständige List der gespeicherten Klingeltöne zu erhalten. Mit Hilfe von gammu --getringtone 51 klingelton beispielsweise übertragen Sie den an Position 51 gespeicherten Klingelton auf die Festplatte in eine Datei namens klingelton. Ihr Format hängt dabei vom Handy ab.

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