Auf Knopfdruck
Schnellstarter für den Desktop
Individuelle Starter
So schön die Beispiele auch sind, wohl kaum jemand wird nur mit den vom Programmierer vorgegebenen Anwendungen arbeiten wollen. Welche Icons Tablauncher anbietet, liest er aus der Konfigurationsdatei .tablaunch im Home-Verzeichnis eines Benutzers oder aber aus einer Datei beliebigen Namens, die Sie dem Programm hinter dem Aufrufparameter -c mitgeben. Der Aufbau der Konfigurationsdatei ist denkbar einfach: Für jeden Starter tragen Sie dort eine Zeile der Form
Name "Befehl" Icon Icon_groß
ein. Den Namen eines Eintrags benutzt Tablaunch gleichzeitig als Kurztext, den er einblendet, sobald Sie die Maus über ein Icon bewegen. Anstelle von "Befehl" tragen Sie den gewünschten Programmaufruf ein. Die Anführungszeichen benötigen Sie nur dann, wenn das Kommando Leerzeichen enthält, was immer dann der Fall ist, wenn Sie eine Anwendung mit Parametern starten.
Die Einträge für Icon und Icon_groß sind optional. Geben Sie dort keine Grafikdatei an, arbeitet Tablaunch mit rechteckigen Schaltflächen, auf denen der Name des Programms steht. Mögen Sie es optisch bunter, tragen Sie dort den Namen eines Minibildchens ein. Die gewünschten Grafiken speichern Sie am besten im Ordner $HOME/.icons, da die Startleiste dort standardmäßig nach den Bildern sucht. Um die Qualität des Lupen-Effekts zu verbessern, sollten Sie Tablaunch auch eine größere Datei des Bildes übergeben. Für das Standard-Icon bietet sich eine Größe von 32x32 Pixeln, für die beim Zoomen genutzte Version eine von 48x48 Bildpunkten an. Sofern KDE auf Ihrem Rechner installiert ist, finden Sie viele ansprechende Mini-Grafiken in den Unterverzeichnissen von /usr/share/icons. Wer mit Suse Linux arbeitet, ist dagegen im Ordner /opt/kde3/share/icons an der richtigen Stelle. So erzeugen Sie mit dem Eintrag
Thunderbird "thunderbird" thunde↩ rbird_small.png thunderbird_big.↩ png
ein Icon für das Mail-Programm.
Optionsvielfalt
Mit der passenden Einstellungsdatei haben Sie jedoch erst die halbe Miete. Seine Flexibilität verdankt Tablaunch den vielen Aufrufparametern, mit denen Sie beispielsweise die Farbe für die Tooltips oder die Transparenz der Icons anpassen. Eine List aller möglichen Optioen inklusive kurzer Erklärungen zeigen Sie mit dem Befehl tablaunch --help an. Damit die Einstellungen in einer von der Distribution mitgelieferten Datei .Xressources die Kommandozeilenoptionen nicht überschreiben oder zum Absturz von Tablauncher führen, sollten Sie den Aufrufparameter --ignoreXRM verwenden. Die Vordergrundfarbe legen Sie mit -fg gefolgt von einem Farbnamen fest. Analog dazu passen Sie den Hintergrund des Tooltips mit Hilfe des Parameters -bg an. Welche Farbnamen das System kennt, verrät die Ausgabe des Befehls showrgb | less.
Für die Farben der gepressten Schalter zeichnen die beiden Optionen -sfg und -pfg verantwortlich. Sie erwarten als Argument ebenfalls einen Farbnamen. Möchten Sie nicht, dass die Leiste in der linken oberen Ecke des Bildschirms erscheint, verschieben Sie sie beispielsweise mit dem Kommando tablaunch --ignoreXRM -x 100 um 100 Pixel nach rechts. Finden Sie Icons nicht aussagekräftig genug, zwingen Sie das Programm, die Tooltips immer anzuzeigen. Diesen Text zeigt die Leiste unmittelbar über dem Icon an. Möchten Sie Tablaunch länger im Blick haben als in der Standardeinstellung, erhöhen Sie die Zeitspanne bis zum Ausblenden über den Parameter -d gefolgt von der gewünschten Sekundenzahl. Mit --dock gefolgt von bottom platzieren Sie Tablaunch am unteren Bildschirmrand.
Die Aufrufoptionen lassen sich miteinander kombinieren, so dass die Kommandozeile zum Start von Tablaunch schnell bandwurmartige Ausmaße annimmt. Wollen Sie solch einen langen Befehl nicht jedes Mal erneut tippen, machen Sie es doch so wie der Programmierer in den Beispielskripten: Schreiben Sie einfach den Befehl mit allen Optionen in eine Skriptdatei, über die Sie Ihren persönlichen Programmstarter aufrufen.



