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Schnellstarter für den Desktop

01.07.2005 Es müssen nicht immer Desktop-Icons sein: Zum schnellen Programmstart erweist sich eine nicht von Fenstern verdeckte Startleiste oft als die bessere Alternative. Mit Tablaunch erhalten Sie nicht nur einen flexiblen, sondern auch optisch ansprechenden Vertreter dieser Gattung.

Die Startleisten der großen Desktop-Umgebungen KDE und Gnome präsentieren sich als Rundum-Sorglos-Pakete, die vom Arbeitsplatzumschalter über ein Menü bis hin zur Uhr nahezu alles mitbringen. Dem Programmierer D. Lam war das zu viel des Guten, und als Nutzer einfacher Fenstermanager wollte er seinen Arbeitsspeicher nicht komplett mit KDE- oder Gnome-Bibliotheken füllen. Als Alternative stach ihm YeahLaunch, der Programmstarter des Window-Managers YeahWM [1] ins Auge. Diese Startleiste zeichnet sich durch geringen Ressourcen-Verbrauch aus und verschwindet automatisch im Hintergrund, wenn man sie nicht benötigt.

Aus Unzufriedenheit über deren schlichtes Erscheinungsbild griff D. Lam zum Text-Editor und entwickelte auf der Basis von YeahLaunch seine eigene Startleiste namens Tablaunch [2]. Ebenfalls nicht sehr ressourcenhungrig, macht der Programmstarter auch optisch einiges her: Er vergrößert das Programmsymbol, über dem sich die Maus befindet mit einem Lupen-Effekt ähnlich dem der KDE-Startleiste. Mögen Sie es lieber schlicht, sind Sie mit Tablaunch ebenfalls bestens bedient. Auf Wunsch präsentiert sich das Programm mit einfachen Schaltflächen statt Icons und stellt damit auch Puristen zufrieden.

Installationshilfe

Um mit Tablaunch zu arbeiten, müssen Sie das Programm aus dem Quellcode übersetzen. Anders als die meisten Open-Source-Anwendungen liegt dem Quelltext-Archiv jedoch ein Installationsskript bei, das Ihnen die meiste Arbeit abnimmt. Entpacken Sie das Archiv und wechseln Sie in das dabei entstandene Verzeichnis tablaunch-0.6. Dem Installer fehlt die Funktion, bei Bedarf das root-Passwort zu erfragen, so dass Sie vor dem Aufruf mit dem Kommando su zum Administrator werden sollten. Die Alternative besteht darin, Tablaunch lokal ins Home-Verzeichnis Ihres Benutzers zu installieren.

Rufen Sie die Installationshilfe mit dem Befehl ./install.sh auf. Daraufhin erfragt das Sktipt zuerst, ob Sie Tablaunch installieren oder eine bereits eingespielte Version entfernen wollen. Mit der Eingabe von 1 gelangen Sie zur Frage, welche Grafikbibliothek die Startleiste verwenden soll. Zur Auswahl stehen imlib und imlib2 (Abbildung 1). Letztere führt zu einem schöneren Ergebnis, wenn Sie für die Programmstarter keine Icons in unterschiedlicher Größe besitzen. Der Vergrößerungseffekt der imlib wirkt in diesem Fall zu grobpixelig.

Bei der letzten Frage des Skripts entscheiden Sie sich für das Installationsverzeichnis. Die Eingabe von 1 kopiert das Programm nach /home/benutzername/bin, 2 bewirkt dagegen eine systemweite Installation in den Ordner /usr/local/bin. Sobald Sie sich für eine Variante entschieden haben, startet der Installer den Compiler und kopiert die Software ins Zielverzeichnis.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Installationsskript erfragt unter anderem, welche Grafikbibliothek Tablauncher nutzen soll.

Erster Eindruck

Um einen ersten Eindruck von Ihrer Neuerwerbung zu erhalten, müssen Sie nicht erst die Dokumentation studieren oder eine Konfigurationsdatei bearbeiten. Im Ordner examples im Quellcode-Verzeichnis finden Sie vier Beispielskripte. Diese starten Tablaunch mit unterschiedlichen Optionen, so dass Sie sich schnell ein Bild von seinen Funktionen machen können. Die in der jeweiligen Konfigurationsdatei definierten Icons bringt das Programm im Unterverzeichnis icons ebenfalls von Haus aus mit.

Wechseln Sie in den Ordner mit den Beispielen und rufen Sie dort ./tablauncher-buttons.sh auf, um Tablauncher in einer gemischten Ansicht am oberen Bildschirmrand zu starten. Er präsentiert sich mit vier Icons zum Start von Konqueror, OpenOffice, einem xterm und dem Taschenrechner xcalc und ebenso vielen einfachen Schaltflächen (Abbildung 2). Über die erste mit der Aufschrift Juggle sperren Sie den Bildschirm via xlock mit einem Bildschirmschoner aus dem XScreensaver-Paket.

Sobald Sie den Mauszeiger in die Bildschimmitte bewegen, verkrümelt sich die Startleiste in den Hintergrund. Sie lässt sich nur durch den Mauszeiger am oberen Bildschirmrand wieder hervorlocken. Neben dieser Standardvariante gibt es auch noch das Skript tablauncher-iconhome, das die Leiste ebenfalls am oberen Bildschirmrand positioniert, jedoch mit poppig pinkem Farbschema daherkommt. Auch dabei ist der Hintergrund der Symbole transparent, so dass der Lupeneffekt über dem gerade aktiven Icons besonders realistisch wirkt. Mit weniger auffälligen Farben zeigt sich Tablauncher, wenn Sie ihn über das Skript tablauncher-bottom starten. Wie der Name schon andeutet, schlägt die Leiste dabei ihr Lager am unteren Bildschirmrand auf (Abbildung 3). Puristen sollten einen Blick auf tablaunch-noicons werfen, das den Programmstarter mit simplen blauen Schaltflächen startet.

Abbildung 2

Abbildung 2: Tablauncher kann sowohl einfache Schaltflächen als auch grafisch animierte Icons als Programmstarter anzeigen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Das Skript "tablauncher-bottom" startet die Programmleiste am unteren Bildschirmrand mit transparentem Hintergrund.

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