SCPM steht für System Configuration Profile Management und ist eine Lösung für Anwender, die oft den Standort wechseln. Der Profilmanager speichert dazu verschiedene Systemkonfiguration – nicht zu verwechseln mit Benutzerprofilen unter Windows – und schaltet per Kommandozeile oder Mausklick zwischen diesen um.
Szenario
Frau M. arbeitet mit ihrem Notebook abwechselnd in der Firma und zu Hause. Um dabei stets ins Internet zu kommen, benötigt sie verschiedene Netzwerkeinstellungen. In der Firma bindet sie sich über die Ethernet-Netzwerkkarte per DHCP-Client ins lokale Netz ein. Der Zugriff aufs Internet erfolgt über den zentralen Proxy-Server. Zu Hause surft sie bequem vom Sofa aus über WLAN im WWW und greift über NFS auf den Zweitrechner zu.
Möchte Frau M. in der Firma Dateien auf ihr Notebook spielen, um diese zu Hause auf ihrem Linux-PC bearbeiten zu können, steht sie vor einem weiteren Hindernis: In der Firma kommt auf der Server-Seite Windows zum Einsatz. Frau M. braucht also zwei unterschiedliche Netzwerkeinstellungen:
- Ein Setup für die Ethernet-Karte in der Firma, mit der sie auch auf die Windows-Freigaben zugreifen kann
- Eine Konfiguration für die verschlüsselte Verbindung über WLAN um zu Hause Zugriff via NFS auf ihren privaten PC zu haben.
Da Frau M. als Geschäftsfrau oft unterwegs ist, benötigt sie noch ein drittes Profil für unterwegs. Bei diesem möchte Sie sämtliche Netzwerkdienste deaktiviert haben.
SCPM macht's möglich
Arbeiten Sie mit Suse Linux und unter ähnlichen Umständen wie Frau M., dann sollten Sie einen Blick auf das SCPM-Modul von YaST werfen. Rufen Sie dazu über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kdesu yast2 das Konfigurationswerkzeug von Suse Linux auf und wählen Sie unter System den Menüpunkt Profil-Manager.
Beim ersten Start des Moduls erscheint unter Suse Linux 9.3 ein Hinweisfenster mit einer kurzen Einführung zum SCPM. Haben Sie dieses aus Versehen weggeklickt, gelangen Sie über den Button Einführung zu SCPM zum Intro zurück. Unterstützung zu den einzelnen Optionen leistet auch die ausführliche Online-Hilfe von YaST sowie die URL info:scpm in Konqueror.
Ihre Einstellungen speichert YaST in sogenannten Profilen. Bevor Sie neue Profile anlegen können, müssen Sie den Profilmanager über Optionen erst aktivieren. Markieren Sie dazu die Option Aktiviert. Klicken Sie jetzt auf OK, legt YaST das Profil default an. Dieses enthält Ihre aktuellen Einstellungen und dient als Ausgangsbasis weiterer Konfiguration. Um den Namen des Profils zu ändern, klicken Sie im Fenster Verwaltung der Systemkonfigurationsprofile auf Bearbeiteten.
Um ein Profil zu ändern, gibt es generell zwei Möglichkeiten:
- Sie ändern Systemeinstellungen und speichern die neuen Einstellungen als Profil.
- YaST ändert/speichert das Profil beim Booten oder beim Umschalten automatisch.
Welcher Weg für Sie praktischer ist, müssen Sie selbst entscheiden. Bei der ersten Lösung treffen Sie einfach die Einstellungen, die Sie für Ihre Systemumgebung benötigen, und speichern diese in einem Profil ab. In der Grundeinstellung verwendet SCPM die zweite Methode. YaST speichert dabei beim Wechseln zu einem anderen Profil oder beim Herunterfahren des Rechners automatisch die geänderten Einstellungen. Möchten Sie dies verhindern, müssen Sie unter Optionen bei Umschaltmodus und Boot-Modus den Eintrag Änderungen verwerfen markieren.
Das wechseln eines Profils ist nicht nur über YaST, sondern auch über das SCPM-Symbol in der Taskleiste oder via Kommandozeile möglich. Das Panel-Applet starten Sie mit dem Befehl profile_chooser. Die wichtigsten Kommandozeilen-Optionen finden Sie in der Tabelle "SCPM auf der Kommandozeile".
Um für ein Profil Einstellungen zu tätigen, müssen Sie erst in dieses wechseln. In welchem Profil Sie sich gerade befinden, zeigt Ihnen das Panel-Applet per Mausklick an. Bei einem Wechsel listet ein Fenster sämtliche Dateien und Dienste auf, die sich verändern (Abbildung 1).
Um ein Profil schon beim Booten auszuwählen, drücken Sie während des Systemstarts im Bootmanager F3. Somit sparen sie sich dann das Wechseln des Profils nach dem einloggen. Möchten Sie bei jedem Systemstart vorzugsweise immer das selbe Profil verwenden, tragen Sie dieses in die Bootloader-Konfiguration ein. Dazu erweitern Sie die kernel-Zeile in der Datei /boot/grub/menu.lst um einen Eintrag showopts PROFILE=Profilname (siehe Listing 1).
Listing 1
menu.lst
###Don't change this comment - YaST2 identifier: Original name: linux###
title SUSE LINUX 9.3
kernel (hd0,2)/boot/vmlinuz root=/dev/hda3 vga=0x317 splash=silent showopts PROFILE=Unterwegs
initrd (hd0,2)/boot/initrd
Die Konfigurationsdatei des SCPM liegt unter /etc/scpm.conf. Hier finden sich auch die Pfade zu allen SCPM Systemdateien. Unter /var/log/scpm führt der Profilmanager seine eigene Log-Datei. Die Profile selber sind unter dem Pfad /var/lib/scpm/profiles/ mit dem Namen des jeweiligen Profils abgelegt. SCPM führt auch eine Datenbank, in der das Programm die Pfade der geänderten Dateien speichert. Diese liegt im Verzeichnis /lib/scpm/resource_sets/. Detaillierte Informationen zu SCPM finden Sie unter /usr/share/doc/packages/scpm/. Den Quellcode hostet Novell auf [1].
SCPM auf der Kommandozeile
| Befehl | Bedeutung |
|---|---|
scpm
|
Zeigt alle Optionen des Kommandos an. |
scpm enable
|
Aktiviert SCPM, falls es noch nicht eingeschaltet ist. |
scpm disable
|
Deaktiviert SCPM. |
scpm list
|
Gibt alle verfügbaren Profile aus. |
scpm acitve
|
Zeigt das aktive Profil an. |
scpm switch Profilname
|
Wechselt zu dem angegebenen Profil. |
scpm add Profilname
|
Erstellt ein neues Profil aus der derzeitigen Systemkonfiguration. |
scpm copy quelle ziel
|
Kopiert ein Profil auf ein Neues. Dies ist sinnvoll, wenn das Quellprofil als Ausgangsbasis für das Zielprofil dienen soll. |
scpm rename AlterName NeuerName
|
Umbenennen eines Profils. |
scpm delete Profilname
|
Löscht ein Profil. |



