Für vergessliche Menschen und vielbeschäftigte Termin-Junkies sind PDAs oft der rettende Strohhalm im Alltagsgetriebe. Zwar haben gerade die PalmOS-basierten Geräte ihre Rolle als Statussymbol an Blackberries und Smartphones abgegeben; jedoch ist es nicht jedermanns Sache, seine Termine und Notizen über stecknadelkopfgroße Tasten oder eine Zehnertastatur zu pflegen.
Synchron mit PIMs
Unerlässlich ist es aber, die Daten auf dem Palm mit den Kontakten und Terminen auf dem PC synchron zu halten: Sonst können Sie gleich bei der Zettelwirtschaft bleiben. Für Linux stehen dabei mehrere bewährte Synchronisationsprogramme bereit. Auch die Personal Information Manager (PIMs) von KDE und Gnome haben Pilot-Synchronisation integriert. Seit sich aber USB als Standardverbindung zwischen PDA und Computer durchgesetzt hat, fällt unter Umständen ein bisschen mehr Handarbeit an als das bei den zwar langsamen, aber geradlinig zu konfigurierenden Geräten an der seriellen Schnittstelle der Fall war. Leider haben auch die Distributoren scheinbar wichtigeres zu tun, als dem Anwender hier Arbeit abzunehmen.
Der Klassiker unter den grafischen Synchronisationsprogrammen ist jpilot [1]. Das J im Namen hat übrigens überhaupt nichts mit Java zu tun, sondern kommt von Judd Montgomery, dem Entwickler des Werkzeugs, Bei J-Pilot handelt es sich um eine GTK-Applikation. Aktuell ist Version 0.99.7. Für KDE-Anwender bietet sich alternativ Kontact [2] zur Synchronisation an, der standardmäßige PIM des KDE-Projekts. Kontact bündelt einige locker integrierte KDE-Programme unter einer gemeinsamen Oberfläche. Für das Synchronisieren ist KPilot verantwortlich, der dafür sorgt, dass alle unter dem Kontact-Dach verteilten Anwendungen auf die Daten zugreifen können. Aber um es vorweg zu nehmen: KPilot entpuppte sich bei unseren Kontaktversuchen mit einem Tungsten E als widerspenstig. Besser verhielt sich da J-Pilot, obwohl beide auf die Kommandozeilentools, Bibliotheken und Conduits des Pilot-Link-Projekts [3] zurückgreifen.
Beide Anwendungen verlangen unter Suse 9.3 Professional nach etwas Vorbereitung, wenn ein Palm-PDA mit USB-Anschluss zu synchronisieren ist. Im vorliegenden Fall handelte es sich um einen Tungsten E.
Wechselnde USB-Ports
Bei Verwendung des Hotplug-Daemons findet sich der Palm Pilot an wechselnden Ports wieder, beispielsweise belegt er beim "Erstkontakt" die Ports /dev/usb/ttyUSB0 und /dev/usb/ttyUSB1. Nach einem abgebrochenen Synchronisationsvorgang wandert das Gerät dann auf /dev/usb/ttyUSB2 und /dev/usb/ttyUSB3 Der Synchronisationssoftware gegenüber, etwa dem Kommandozeilen-Werkzeug pilot-xfer oder dem grafischen J-Pilot müssen Sie dabei stets den höheren Port mitgeben, also /dev/usb/ttyUSB1 oder /dev/usb/ttyUSB3. Welcher Port gerade aktuell ist, erfahren sie mit einem tail -f /var/log/messages vor dem Drücken des Synchronisationsknopf am Handheld. Die Dokus der Synchronisationssoftware geben meist an, den unteren der beiden Ports, die sich das Gerät schnappt, in die Konfiguration einzugeben. Das führte zumindest bei Suse 9.3 und Ubuntu nie zum Erfolg. Ein kurzes Howto zu USB und PalmOS-basierten Geräten unter Linux finden Sie unter [4], mehr zum Thema Hotplugging im LinuxUser 03/2005 erfahren [5].



