Fast jede grafische Oberfläche unter Linux stellt mehrere virtuelle Desktops dar. Bei einfachen Fenstermanagern wechseln Sie per Tastenkürzel auf eine andere Arbeitsfläche. Das gelingt zwar auch unter KDE, Gnome und komfortablen Window Managern wie Enlightenment, doch bringen diese zusätzlich einen Pager mit. In dieser grafischen Miniaturansicht der virtuellen Desktops wählen Sie die gewünschte Arbeitsfläche per Mausklick aus. Unter KDE dient dazu das Programm kpager, dass sich gut erreichbar als Applet in der KDE-Leiste befindet. Erscheint Ihnen der Standard-Desktop-Wechsler zu trist, liegt der Griff zu einem komfortableren Tool nahe – zum Beispiel zu KPager2 [1].
Installation
Am schnellsten integrieren Sie den neuen Pager unter Suse und Debian Linux in den KDE-Desktop. Für diese beiden Distributionen liegen unter [2] und [3] fertige Pakete des Tools bereit. Unter anderen Distributionen übersetzen Sie das Programm aus dem Quelltext. Sie finden ihn auf der KPager2-Homepage und unserer Heft-CD. Das Kompilieren erfolgt wie gewohnt mit dem Dreischritt
./configure && make && su -c "make install"
In der aktuellen Version 0.6.0 kommt KPager2 noch nicht mit dem neuen KDE 3.4 zurecht. Die Entwickler arbeiten bereits an diesem Problem. Wer KDE 3.4 nutzt, kann dennoch einen Blich auf KPager2 riskieren: Eine Möglichkeit besteht darin, die Startleiste mit killall kicker kurz in die Knie zwingen und ihr anschließend mit kicker wieder auf die Beine helfen. Nun läßt sich KPager2 auch unter KDE 3.4 problemlos starten. Alternativ rufen Sie den Pager mit dem Kommando appletproxy /usr/kde/3.4/share/apps/kicker/applets/kpager2.desktop in einem eigenen Fenster auf. Den Pfad passen Sie entsprechend an – befindet sich KDE 3.4 bei Ihnen unterhalb von /usr/local, liegt die Datei kpager2.desktop im Ordner /usr/local/share/apps/kicker/applets.
Arbeiten Sie mit einer anderen 3er-Version von KDE, starten Sie den Pager über Zur Kontrollleiste hinzufügenMiniprogramm des Kicker-Kontextmenüs.
Hin und her
KPager2 nistet sich ebenso wie der KDE-Desktopwechsler in der Startleiste ein. Die Anwendung zeigt jeden Desktop in einer Miniaturvorschau an (Abbildung 1). Ein Klick auf eine der Arbeitsflächendarstellungen bringt Sie zum jeweiligen Desktop. Im Gegensatz zum KDE-eigenen Umschalter hat KPager2 jedoch einiges mehr auf dem Kasten: So können Sie die in den Desktop-Rechtecken dargestellten Fenster per Drag&Drop auf die Vorschau einer anderen Arbeitsfläche ziehen.
Ein Rechtsklick in eine Desktop-Vorschau öffnet das in Abbildung 2 dargestellte Kontextmenü. Es listet im Hauptteil die Fenster der jeweiligen Arbeitsfläche auf. Klicken Sie einen der Einträge an, wechseln Sie damit nicht nur den Desktop, sondern KPager2 bringt zusätzlich das ausgewählte Fenster in den Vordergrund. Über das Menü All Windows on Desktop beeinflussen Sie die Eigenschaften aller Fenster einer virtuellen Arbeitsfläche. So lassen sich etwa alle in einem Rutsch minimieren.
Klicken Sie hingegen im Pager auf ein Fenstersymbol, offeriert das aufklappende Menü zusätzlich einen Eintrag, über den Sie nur dieses eine Fenster mini- oder maximieren. Im Kontextmenü eingebettet finden Sie auch den Menüpunkt Configure Virtual Desktops. Ein Klick darauf startet den KDE-Einrichtungsdialog für die virtuellen Arbeitsoberflächen. Dort bestimmen Sie unter anderem, wie viele Desktops KDE Ihnen anbietet. Über das Eingabefeld Run command starten Sie wie aus einem Schnellstartfenster oder der Konsole beliebige Programme.



