Gnomogramm

01.07.2005

Kurz notiert

Das Gimp Documentation Project, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Dokumentation für Anfänger und Profis gleichermaßen in acht verschiedenen Sprachen zu verfassen, veröffentlichte jetzt die Version 0.8 seiner Dokumentation. Selbstverständlich ist auch eine deutsche Ausgabe vertreten. Im Augenblick sucht das Projekt noch Freiwillige, die das Dokument auf Schreibfehler und Verständnisprobleme hin Korrektur lesen oder bei der Übersetzung des englischen Originals mithelfen. Interessierte können das 18 MB große Archiv des Dokuments, das alle Sprachversionen enthält, von http://docs.gimp.org beziehen.

Wie das Gnome-Projekt jetzt bekannt gab, erfreut sich die Gnome 2.10 Live-CD großer Beliebtheit. Bis dato waren über 50 000 Downloads zu verzeichnen, die Leser des Linux-User erhielten die Live-CD bereits mit Heft 06/2005. Das Live-CD-Projekt wurde ins Leben gerufen, um interessierten Anwendern und Journalisten einen Blick auf die neue Gnome-Version zu ermöglichen, ohne eine Installation vornehmen zu müssen. Das griechische Gnome-Team brachte sogar eine eigene, lokalisierte Version der Live-CD heraus. Angesichts dieses Erfolges planen die Entwickler, für Gnome 2.12 wieder eine Live-CD zu veröffentlichen. Wer sich am Live-CD-Projekt beteiligen möchte oder eine ähnliche Initiative plant, wendet sich an das Gnome Marketing Team.

Die Gnome Foundation und das Open Source Consortium (kurz OSC) gaben Ende Mai Ihre Zusammenarbeit bekannt. Das OSC sieht seine Aufgabe in der Propagierung von Open Source Software in der europäischen Geschäftswelt. Die Gnome Foundation erhofft sich von der Kooperation eine größere Verbreitung und Akzeptanz der Benutzeroberfläche. Zur Zeit verfasst das OSC eine Studie über das Sparpotenzial bei einem Wechsel der britischen Schulen zu Open-Source-Software. Kommt es zur Umsetzung der Empfehlung, würde dies die Verbreitung von Gnome in Europa maßgeblich voran treiben.

Nokia veröffentlichte jetzt den Nokia 770 Internet-Table, ein drahtloses Pad, das dem Benutzer das Lesen von E-Mails und das Surfen im Netz von jedem Ort aus ermöglichen soll. Das System besitzt eine GTK-basierte Oberfläche und setzt intern Tools wie Gstreamer, Gnome-VFS, Gconf und DBus ein. Mit http://www.maemo.org/ existiert auch eine Entwicklungsumgebung, die das Entwickeln von Programmen für das Nokia 770 ermöglicht (Siehe auch Hardware-News ab Seite 27).

Havoc Pennington, einer der frührenden Gnome-Entwickler, sprach sich jetzt in seinem Blog für eine Abspaltung der Gnome-3-Entwicklung vom aktuellen Entwicklungsbaum aus. Seiner Ansicht nach soll Gnome 3 in einem mehrjährigen Entwicklungszyklus grundlegend umstrukturiert und modernisiert werden. Das größte Problem stellt dabei die Abwärtskompatibilität dar. Ein Entwicklungspfad, der über Modifikationen von Gnome 2 nach Gnome 3 führt, birgt laut Pennington nur unnötige Stabilitätsprobleme. Die zur Zeit vorherrschende konservative Entwicklungsstrategie, die durch kommerzielle Entwickler und höhere Verbreitung von Gnome dominiert wird, würde, so Pennington, diesen Weg nicht mittragen. Ob und wann eine Abspaltung von Gnome 3 stattfindet, wollte Pennington jedoch nicht vorhersagen.

Guadec 2005

Die "Gnome Users and Developers Conference" (GUADEC) fand von 29. bis 31. Mai in Stuttgart statt. Etwa 400 Entwickler fanden sich ein, um über die Zukunft der Desktop-Oberfläche zu beraten, darunter die prominentesten Köpfe der Gnome-Programmierer. Im Vordergrund stand das Vorhaben, die Bedienbarkeit des Desktops zu verbessern und die Benutzerzahl zu vergrößern.

Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth unterstrich in seiner Keynote die wachsende Bedeutung von Software, die das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten aller Art vereinfacht. Der langjährige Gnome-Programmierer Jeff Waugh nannte als erreichbares Ziel, bis zum Jahr 2010 zehn Prozent aller Desktop-Computer mit einer Gnome-Oberfläche zu versehen.

Außerdem kündigte die Firma Nokia an, den Erlös aus dem Verkauf von 500 Geräten seines bald erhältlichen Linux-basierten Tablet-PC Nokia 770 an die Gnome Foundation zu spenden (Carsten Schnober).

Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth nannte auf der Guadec Collaboration-Software als eines der wichtigsten Themen für die Zukunft.

Binärdateien bequem bearbeiten

Wer Änderungen am Binär-Code einer Datei vornehmen will, ist auf einen komfortablen Hex-Editor wie Bless (http://home.gna.org/bless) angewiesen. Das auf den Mono-Bibliotheken basierende Programm arbeitet relativ schnell und kommt auch mit großen Binärdateien gut zurecht. Als besonderer Vorteil erweist sich der große Redo- und Undo-Speicher. Vorschnelle Änderungen haben so keine verheerenden Folgen.

Binärdateien zeigt Bless in der klassischen Aufteilung an: links Zeilennummern, gefolgt vom Hexadezimal-Code und ganz rechts die ASCII-Anzeige. Diese Aufteilung wird durch eine XML-Konfigurationsdatei vorgegeben. Wünscht der Anwender eine andere Darstellung, kann er eine eigene Konfigurationsdatei erstellen.

Neben diesen Besonderheiten verfügt Bless, das zur Zeit in der Version 0.3.5 vorliegt, über alle notwendigen Editor-Funktionen wie Suchen und Ersetzen oder Ausschneiden und Einfügen. Auch die zeitgleiche Bearbeitung mehrerer Dateien stellt für das Programm kein Problem dar.

Mit bless läßt sich bequem an den Bits drehen.

News und Mail mit Pyne

Der in Python geschriebene Mail- und News-Reader Pyne (http://www.soul-less.pwp.blueyonder.co.uk/pyne/) gehört zu den GTK-basierten News-Clients der ersten Stunde. Seine einfache und übersichtliche Bedienung bietet Funktionen wie das Filtern von Nachrichten und erlaubt die externe Verarbeitung von HTML-Dateien mittels Web-Browser. Der Mailer unterstützt auch die Auswahl aus verschiedenen Identitäten beim Senden von Nachrichten – praktisch für Anwender, die mehr als eine Mail-Adresse verwenden.

Pyne lässt sich nicht nur als News-Reader, sondern auch als Mail-Client einsetzen. Dabei unterstützt das Programm beim Nachrichtenempfang neben POP3 auch das IMAP-4-Protokoll. Der Mail-Versand erfolgt über SMTP und SMTP-Auth. Empfangene Mails kann der Benutzer wahlweise im Pyne-eigenen Format oder im MH-Format ablegen. Wer bereits Mail-Archive im Mbox-Format hat, kann diese bequem importieren und bei Bedarf auch Nachrichten aus Pyne in das Mbox-Format exportieren.

Das seit 2001 ständig weiterentwickelte Programm liegt heute in der Version 1.0 vor. Die neue Version behebt kleinere Fehler während der Installation sowie im User Interface Manager.

Pyne stellt Newsgroups, Threads und die aktuelle Nachricht in einem übersichtlichen Layout dar.

Entwickeln wie die Profis mit Openldev

Der Open Linux Developer (kurz Openldev) http://www.openldev.org/ ist eine integrierte Entwicklungsumgebung, die auf den GTKmm-Bibliotheken basiert. Sie umfasst einen Editor mit Syntax-Highlighting, eine rudimentäre Projektverwaltung und ein grafisches Frontend zu Make und GCC, um Programme zu kompilieren und zu linken.

Zurzeit unterstützt das Programm lediglich die Programmiersprachen C und C++. Für andere Programmiersprachen können Entwickler selbst geeignete API-Templates erstellen.

Version 0.3.10 ist das aktuelle Release von Openldev. Die Entwickler behoben eine Reihe von Fehlern und verbesserten unter anderem die Suchfunktion.

Editor, Projektverwaltung und Unterstützung für GCC und Make: Openldev ist eine integrierte Entwicklungsumgebung.

Gonvert macht das Umrechnen einfach

Müssen Sie regelmäßig zwischen verschiedenen physikalischen oder mathematischen Größenordnungen hin und her rechnen, dann kann Gonvert (http://www.unihedron.com/projects/gonvert/) Ihnen eine Menge Arbeit ersparen. Das Programm beherrscht in der aktuellen Version 0.2.12 über 890 verschiedene Einheiten und Maße aus 50 verschiedene Kategorien. Geben Sie in einer Kategorie einen Wert und eine Einheit an, rechnet Gonvert automatisch die entsprechenden Werte für alle in dieser Kategorie gefundenen Einheiten aus. Bequemer geht es kaum. (Uwe Vollbracht/mhu)

Gonvert rechnet den eingegebenen Wert für alle Einheiten aus einer Kategorie um – hier für Temperaturen.

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