Sonden sondieren

Neben bekannten und unbekannten Planeten und Asteroiden fliegen mittlerweile viele menschengemachte Gerätschaften durch das All, so die Saturnsonde Cassini-Huygens[2]. Sie startete am 15. Oktober 1997 von der Erde und bewegt sich momentan auf einer Umlaufbahn zum Saturn. Mit Celestia können Sie die Sonde nicht nur besuchen, sondern auch ihren kompletten Weg von Anfang bis zum Ende rekapitulieren. Stellen Sie zunächst mit [Shift] und [!] wieder das aktuelle Datum ein, drücken Sie [Eingabe] und tippen Sie Cassini. Bestätigen Sie mit [Eingabe] und begeben Sie sich mit [G] auf die Reise zur Sonde. Die taucht sofort auf, wo aber ist der Saturn? Um den Planeten in den Hintergrund zu holen, drehen Sie entweder die Sonde mit der rechten Maustaste in den richtigen Winkel zum Saturn oder rufen Sie über [Eingabe] den Saturn auf und drücken abschließend [Shift] und [C]. Der Planet erscheint im Hintergrund, ohne dass die Sonde aus dem Blickfeld gerät.

Nun spielen Sie ein wenig mit der Zeit. Mit [L] beschleunigen Sie den Ablauf, mit [J] kehren Sie den Lauf der Zeit um. Das Minuszeichen vor der Zahl oben rechts erscheint, wenn Sie sich rückwärts durch die Zeit bewegen. Drehen Sie die Uhr bis zum 01.07.2004 zurück und entschleunigen Sie die Bewegung wieder. Nun können Sie zuschauen, wie die Sonde den Saturn in großer Nähe passiert (Abbildung 3). Wenn Ihnen der Anblick gefällt, erzeugen Sie einfach einen Bookmark mit [Alt] und [B]. Beim späteren Aufruf des Bookmarks wird exakt diese Situation wiederholt. Nun kehren Sie zum 15.10.1997 zurück, dem Starttermin der Sonde. Sie fliegen eine Weile in hoher Geschwindigkeit rückwärts durch das All, bis kurz vor dem Starttermin im Hintergrund die Erde erscheint. In dem Augenblick verschwindet die Sonde plötzlich. Celestia ist insofern realistisch, dass Sie die meisten Sonden nur dann sehen, wenn sie tatsächlich unterwegs sind. Das gilt ebenso für andere Objekte wie die MIR oder die ISS. Ist die Zeitangabe verkehrt, suchen Sie vergeblich. Erst im Laufe des 15.10. taucht die Sonde unvermittelt aus dem Nichts im Orbit der Erde auf.

Abbildung 3: Am 01.07.2004 passierte die Sonde Cassini-Huygens den Saturn. Seien Sie mit Celestia live dabei. Dabei können Sie die Zeit in beliebiger Geschwindigkeit vorwärts und rückwärts ablaufen lassen.

Map to the stars

Wo Sie gerade in der Nähe der Erde sind: Vielleicht haben auch Sie sich schon einmal gefragt, wo sich wohl die internationale Raumstation ISS zur Zeit befindet? Da hilft das Celestia-Planetarium. Mit ein paar Tastaturkürzeln landen Sie auf der Erde oder einem anderen Objekt und richten dort Ihr privates Planetarium ein.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Erde und wählen Sie Follow aus. Stellen Sie die Zeit ein, zu der Sie den Abendhimmel betrachten wollen, und drücken Sie [Space], um diesen Zeitpunkt einzufrieren. Mit [ALT] und [L] legen Sie nun den Standort Ihres Planetariums fest. Berlin ist als einzige deutsche Stadt vertreten: Geben Sie also als Objekt Berlin ein. Nun holen Sie noch die korrekten Koordinaten aus dem Wikipedia-Eintrag zu Berlin. Die Stadt liegt in 52.3100 Grad Nord (N) und 13.2340 Grad Ost (E): Tragen Sie diese Werte ein. Bei Altitude legen Sie zum Beispiel 3000 km fest und klicken dann auf Apply, wodurch sich das Raumschiff zu den angegebenen Koordinaten bewegt. Suchen Sie die Himmelsrichtung aus, in die Sie von der Erde aus blicken möchten und drehen Ihr Raumschiff in diese Richtung (Abbildung 4). Mit [Strg] und [G] leiten Sie schließlich die Landung auf der Oberfläche ein. Um die Sterne zu sehen, schalten Sie mit [Strg]+[Shift]+[A] die Atmosphäre aus und mit [I] die Wolken ab. Vergleichen Sie nun den realen Sternenhimmel mit den Daten Ihres Planetariums, lernen Sie die Sternbilder kennen und beobachten Sie Satelliten.

Um Ihre eigene Stadt zu ergänzen, wechseln Sie in das Data-Verzeichnis von Celestia. Die Datei world-capitals.ssc müssen Sie als Root bearbeiten – zu Testzwecken soll hier einmal die Stadt München eingetragen werden:

Location "Munich" "Sol/Earth"
{
LongLat [11.3428 48.0823 0]
Importance 365.00
Type "City"
}

Die Angaben zum Längen- und Breitengrad stammen aus der Wikipedia, die Importance bestimmt, wie sichtbar eine Stadt vom Weltall aus ist. Peking ist als große Stadt auch aus großer Entfernung sichtbar, für München muss man näher an den Planeten heran fliegen. Je größer der Wert, desto präsenter ist die Stadt.

Abbildung 4: Tragen Sie Ihre Heimatstadt in die Datei world-capitals.ssc ein. Dann können Sie die Stadt mit ein paar Tastenkürzeln in Ihr persönliches Planetarium verwandeln und den Sonnenuntergang gleich doppelt erleben.

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