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Desktop-Datenbank Tellico

01.07.2005 Linux ist traditionell mit Server-Datenbanken sehr gut bestückt. Was bisher fehlte, war eine einfach zu bedienende Desktop-Datenbank. Das KDE-Programm Tellico ist ein solches Programm.

Ursprünglich hieß Tellico [1] Bookcase [2] und war als reine Literaturverwaltung konzipiert. Mittlerweile bringt das Programm neben der Literatursammlung Vorlagen für Videosammlungen, Comic-, Münzen-, und Briefmarkensammlungen mit. Selbst den Weinvorrat lässt sich mit Hilfe der Software verwalten.

Seit einiger Zeit unterstützt das Programm sogar das Anlegen benutzerdefinierter Sammlungen, so dass es zur Universallösung für kleine Datenbestände avanciert. Einzige Einschränkung: Zwischen den Tabellen lassen sich keine Relationen bilden.

Tellico speichert alle Datensätze in einer einzelnen XML-Datei. Neben dem eigenen Format unterstützt das Programm eine Reihe von Fremdformaten, so dass die Übernahme bestehender Datenbanken gesichert ist. Für die einzelnen Datenbanken verwendet Tellico den Begriff Sammlungen. Eine solche Sammlung kann unbegrenzt viele Datensätze mit einer beliebigen Anzahl Datenfelder enthalten.

Angenehm für die Anwender hierzulande ist die Tatsache, dass die Community die Programmoberfläche bereits vollständig ins Deutsche übersetzt hat.

Auf die Platte

Die Installation von Tellico gestaltet sich erfreulich einfach: Auf der Homepage finden Sie Links zu fertigen Paketen für Fedora, Suse, Slackware und Mandriva. Falls Sie das Programm selbst übersetzen möchten, benötigen Sie neben dem Quelltextpaket tellico-0.13.6.tar.gz, das Sie ebenfalls dort finden, KDE ab Version 3.1, Qt ab Version 3.1 und die Bibliotheken libxml2 und libxslt samt den dazu gehörenden Entwicklerpaketen.

Zunächst entpacken Sie den Quelltext mit dem Befehl tar -xzvf tellico-0.13.6.tar.gz und wechseln dann mit cd tellico-0.13.6 in das neu entstandene Verzeichnis tellico-0.13.6. Mit dem Befehl ./configure stoßen Sie das Erstellen der Makefiles an, mit einem make starten Sie die Übersetzung des Programms. Ein als Superuser Root eingegebenes make install kopiert das Programm und alle dazu gehörenden Programme in die richtigen Verzeichnisse auf der Festplatte. Von jetzt an starten Sie das Programm durch Eingabe von tellico & in einer Terminalemulation.

Das erste Mal

Beim ersten Start öffnet Tellico eine leere Literatursammlung, die sofort zur Aufnahme von Büchern bereit ist (Abbildung 1). In der Baumansicht im linken Teil des Fensters finden sich die Datensätze, nach Autoren gruppiert. Rechts befindet sich eine Liste der Bücher, sortiert nach Titeln und unten rechts schließlich eine Übersicht der Literatur oder das aktuell gewählte Buch in einer Karteikartenansicht. Die Baumansicht lässt sich nach verschiedenen Kriterien gruppieren. In der Listenansicht haben Sie die Möglichkeit, die dargestellten Felder zu bestimmen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Spaltenkopf. Im Kontextmenü wählen Sie dann die Spalten aus, die das Programm anzeigen soll.

Um die Gruppierung der Datensätze zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Titel der Sammlung und wählen Gruppen-Auswahl | Name der Gruppe aus dem Kontextmenü. Auch einen Filter auf Basis der Gruppierung erstellen Sie aus dem Kontextmenü heraus. Dazu wählen Sie Filtere nach Gruppe aus dem Kontextmenü.

Abbildung 1: Tellico als Literaturverwaltung.

Um einen neuen Datensatz einzugeben, wählen Sie Sammlung | Neuer Eintrag aus dem Menü oder benutzen die Tastenkombination [Strg]+[N]. In einem mehrseitigen Dialog geben Sie nun die Daten für das neue Buch ein (Abbildung 2). Sie finden Felder für Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr genauso wie für eine Bewertung und für einen Scan des Titelbildes. Ein Klick auf Speichere Eintrag befördert die Fundstelle in die Sammlung. Wenn Sie den Datensatz später noch einmal verändern möchten, genügt ein Doppelklick auf den Eintrag in der Liste um den Bearbeitungs-Dialog zu öffnen.

Abbildung 2: Zur Eingabe der Literaturdaten steht ein übersichtlicher Dialog bereit.

Auch die anderen mitgelieferten Vorlagen für Datensammlungen sind durchdacht gestaltet und sofort verwendbar.

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LinuxUser 03/2012

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