Den Igel auf die Festplatte
Ubuntu Linux (http://www.ubuntulinux.org) bringt mit einfacher Installation ein vollständiges Desktop-System auf die Festplatte. Die Distribution verfolgt das Konzept, für jeden Zweck genau eine Anwendung anzubieten. Damit nimmt sie dem Benutzer die Qual der Wahl und begnügt sich mit einer CD. Wem der Standardumfang nicht genügt, der findet auf dem Ubuntu-Server fast jede Zusatz-Software zur automatischen Installation via Internet.
Die auf der Heft-CD befindliche aktuelle Ubuntu-Version heißt "Hoary Hedgehog" und trägt die Versionsnummer 5.04, nach Jahr und Monat der Veröffentlichung. Sie verwendet als Standard-Desktop die Gnome-Oberfläche der Version 2.10.
Installation
Nach dem Systemstart von der Heft-CD – vorausgesetzt, die BIOS-Konfiguration sieht das CD-Laufwerk als Systemstartmedium vor – erscheint der Boot-Screen mit einer Eingabeaufforderung. [Enter] startet die Installationsroutine, auf Wunsch definieren Sie hier weitere Parameter.
Zur Auswahl stehen drei Installationsmethoden: Neben der Standardvariante erreichen Sie ein System ohne grafische Oberfläche durch die Eingabe von server am Boot-Prompt. Wollen Sie die Installation detailliert kontrollieren, schreiben Sie hier expert.
Ein Druck auf [F1] führt in ein Hilfe-Menü, das zusätzliche Parameter auflistet. Mit [F5],[F6] und [F7] finden Sie Kommandos, die problematische Hardware umgehen. Bleibt die Installation beispielsweise beim Initialisieren von USB-Geräten hängen, geben Sie am Boot-Prompt an:
linux debian-installer/usb=false
Die Installationsroutine verwendet ein Textmenü, das Sie über die Pfeiltasten steuern. Mit [Eingabe] wählen Sie einen Menüpunkt aus, mit [Esc] verlassen Sie ein Untermenü. Geben Sie zunächst die gewünschte Sprache und das Land an. Dann versucht das System, die angeschlossene Hardware zu erkennen und einzurichten, bevor der Partitionsmanager zur Wahl des Installationsziels auffordert.
Hier stehen drei Optionen zur Auswahl. Gesamtes Laufwerk löschen entfernt sämtliche auf der Festplatte vorhandenen Daten, inklusive bereits installierter Betriebssysteme, und belegt den ganzen Platz für Ubuntu mit Beschlag. Haben Sie bereits Partitionen eingerichtet, die Sie behalten möchten, sucht Größten, ununterbrochenen Speicher benutzen freien Plattenplatz für die Ubuntu-Installation. Für das Desktop-System sollten etwa 2 GByte zur Verfügung stehen. Partitionstabelle von Hand eingeben schließlich gibt Ihnen die Möglichkeit, nach eigenem Ermessen neue Partitionen anzulegen und bereits bestehende einzubinden oder zu löschen.
Damit hat die Installationsroutine alle Informationen, die sie braucht, um das Basissystem zu installieren. Ubuntu liefert, um Platz einzusparen, nur die englischen Sprachpakete mit. Wer die etwa 20 MByte großen deutschen Pakete im Laufe der Installation herunterladen möchte, bejaht die folgende Frage, ansonsten bleibt die Oberfläche zunächst Englisch.
Anschließend bestimmen Sie die Zeitzone – der Vorschlag richtet sich nach der eingestellten Sprache – und richten den Standardbenutzer ein. Geben Sie dessen realen und den Benutzernamen ein. Anschließend fragt die Installationsroutine zwei Mal das gewünschte Passwort ab. Die eingegebenen Zeichen bleiben hierbei unsichtbar.
Zweite Runde
Die erste Phase der Installation ist nun abgeschlossen. Nehmen Sie die CD aus dem Laufwerk und wählen Sie im Dialogfenster OK für einen Neustart. Hat die Konfigurationsroutine andere parallel installierte Betriebssysteme oder Linux-Distributionen gefunden, zeigt der Boot-Manager sie in einer Auswahlliste. Nach drei Sekunden startet automatisch Ubuntu Linux.
Es folgt die zweite Installationsphase, in der die verbleibenden Pakete installiert werden. Sofern eine Internet-Verbindung besteht, lädt das Programm danach die Sprachpakete sowie die PGP-Schlüssel der Entwickler herunter, um die Authenzität der Ubuntu-Pakete zu garantieren. Danach erscheint der Login-Bildschirm. Mit dem bei der Installation angegebenen Benutzernamen und Passwort melden Sie sich an und landen auf der Gnome-Oberfläche.



