Verbindung schaffen
Automatische Netzwerkkonfiguration unter Debian
Ifplugd
Der Einsatz von ifplugd setzt eine Kombination aus Netzwerk-Hardware und Treiber voraus, die eine automatische Erkennung von Netzwerk-Links unterstützt. Mit einem beiden Werkzeuge ethtool und mii-tool finden Sie schnell selbst heraus, ob Ihre Kombination aus Hardware und Treiber dazu fähig ist. Installieren Sie dazu mittels apt-get install ethtool net-tools (oder ein GUI-Frontend Ihrer Wahl) die nötigen Programme. Die Ausgabe von ethtool eth0 oder mii-tool gibt dann an, ob ein Link existiert (Abbildung 2). Klappt dies, sollte ifplugd einwandfrei funktionieren.
Neben kabelgebundenen Netzwerkadaptern unterstützt ifplugd auch WLAN-Karten. Sobald sich die WLAN-Karte mit einem Zugangspunkt (Access Point) verbindet, veranlasst ifplugd die Konfiguration der Netzwerk-Schnittstelle.
Um guessnet und ifplugd zu verwenden, installieren Sie mit apt-get install guessnet ifplugd die passenden Debian-Pakete. Nutzen Sie DSL nutzen, dann richten Sie zusätzlich noch die Pakete pppoe und pppoeconf ein. Verwenden Sie pppoeconf, um die DSL-Verbindung zu konfigurieren.
ifplugd funktioniert für die Schnittstelle eth0 in der Regel ohne weitere Konfiguration. Dennoch sollten Sie einen Blick in die Konfigurationsdatei /etc/default/ifplugd werfen. Unter INTERFACES definieren Sie, welche permanent vorhandenen Netzwerkschnittstellen ifplugd verwaltet. Mit SUSPEND_ACTION bestimmen Sie, was passiert, wenn der Laptop in den Ruhezustand wechselt. Dazu ist vor dem Einschlafen des Laptops /etc/init.d/ifplugd suspend und nach dem Aufwachen /etc/init.d/ifplugd resume aufzurufen.
Beim Booten abschalten
Netzwerkschnittstellen, die ifplugd verwalten soll, dürfen beim Booten nicht automatisch konfiguriert werden. Entfernen Sie deshalb für jedes betroffene Interface eine eventuell vorhandene Anweisung auto Schnittstellen-Name, zum Beispiel auto eth0. Lassen Sie dabei jedoch die automatische Konfiguration der loopback-Schnittstelle auto lo unangetastet.
Testen Sie die Funktion von ifplugd mit ihrer bestehenden Netzwerkkonfiguration, indem Sie das Ethernet-Kabel herausziehen. Die entsprechende Schnittstelle sollte nun automatisch mit ifdown heruntergefahren werden. Stecken Sie das Netzwerk-Kabel wieder einstecken, müsste das Programm die Schnittstelle mit ifup selbständig wieder konfigurieren. Ob das auch funktioniert hat, prüfen Sie mithilfe des Befehls ifconfig. Im nicht konfigurierten Zustand darf die Netzwerk-Schnittstelle keine IP-Adresse besitzen.
Das Programm ifplugd verändert das Paradigma zum Starten von Netzwerk-Diensten: Es macht Sinn, einige Netzwerkdienste wie NTP nicht mehr beim Booten zu starten, sondern immer dann, wenn eine Schnittstelle konfiguriert wird.
Dazu existiert in ifupdown bereits ein passender Mechanismus: Skripte in /etc/network/if-up.d werden bei der Konfiguration der Schnittstelle aufgerufen, Skripte in /etc/network/if-down.d beim Abschalten. Den gleichen Mechanismus gibt es auch für PPP-Verbindungen: /etc/network/ip-up.d und /etc/network/ip-down.d. Einige Debian-Pakete – wie chrony, ein alternativer NTP-Server mit Offline-Funktionalität, postfix und OpenVPN – bringen bereits entsprechende Skripte mit.



