Apple iBook unter Debian

Kraftvoll zubeißen

Apple-Hardware ist Kult – und trotzdem gibt sich Apple keine Mühe, andere Betriebssysteme als das hauseigene Mac OS zu unterstützen. Wir zeigen, wie gut ein aktuelles iBook mit dem Pinguin kollaboriert.

Es ist in der Tat schon eine Weile her, dass wir Apple-Hardware in Augenschein genommen haben und prüften, wie gut Linux auf den Geräten aus Cupertino funktioniert. Im Herbst 2003 diente uns znächst die seinerzeit noch recht junge und unbekannte Linux-Distribution Yellow Dog 3.0 als dankbares Testobjekt [1]. Anfang diesen Jahres nahmen wir dann deren Nachfolger Yellow Dog 4.0 [2] auf einem PowerBook G4 in Augenschein.

Doch die Welt ist seither nicht stillgestanden – Apple wirft ebenso schnell neue Computer auf den Markt, wie der spiritus rector Steve Jobs sie sich ausdenken kann. Die G5-Geräte bringen neuerdings noch mehr Rechenpower mit, und wer mit weniger Performance leben kann, kommt mit einem iMac und mittlerweile auch mit den MacMinis gut zurecht.

Alle Macintoshes bringen ein vorinstalliertem Mac OS mit. Freilich lässt sich auch andere Software installieren – aber ist genau das überhaupt eine gute Idee? Wie reibungslos funktioniert Apples aktuelle Hardware mit Linux? Wir haben uns diese Frage gestellt und schließlich auf einem 12-Zoll-iBook den Alltagstest gemacht. Die Wahl eines Laptops als Untersuchungsgegenstand scheint sinnvoll: Auch in der Intel-Welt bereiten besonders die Notebooks immer wieder Probleme – speziell dann, wenn es um erweiterte Funktionen wie Suspend-to-RAM geht.

Aller Anfang

Als Testgerät nutzen wir ein aktuelles 12-Zoll-iBook, das aber mit 1,25 GByte Arbeitsspeicher, einer 60-GByte-Festplatte und Bluetooth aufgerüstet ist. Als Standardausstattung offeriert Apple lediglich 256 MByte RAM sowie eine Platte mit 30 GByte – Bluetooth fehlt. Zur Grundausstattung dagegen zählt inzwischen eine bereits eingebaute WLAN-Karte. Das Notebook kann man in der von uns verwendeten Ausrüstung in jedem Geschäft bestellen, das offiziell Apple-Computer verkauft. Auch eine Bestellung über die Apple-Website stellt kein Problem dar. Allerdings liegen die Preise im Apple-Store zumeist deutlich über den Straßenpreisen.

Eine RAM-Erweiterung sollten Sie dem Rechner auf jeden Fall spendieren, wenn Sie planen, neben Linux auch häufig Mac OS einzusetzen. Aber auch Linux allein zieht aus einem kräftig ausgebauten Arbeitsspeicher durchaus Vorteile. Die Erweiterung um Bluetooth erscheint ebenfalls als sinnvoll – nicht zuletzt, weil man Tastaturen und Mäuse mittels des Protokolls an den Rechner anschließen kann. Diese besetzen dann nicht ständig die USB-Ports, von denen das kleine iBook ohnehin nur zwei Stück anbietet.

Debian Linux

Nach der Beschaffung der Test-Hardware stellt sich die Frage einer passenden Distribution für das Apple-Notebook. Zwar gibt es Yellow Dog Linux [3] noch immer; es ist aber kostenpflichtig und weist in der ESD-Variante auch einen erheblichen Download-Umfang auf.

Als freie Alternativen stehen dem Fedora, Gentoo, Debian oder dessen Derivat Ubuntu gegenüber. Wir entscheiden uns für Debian GNU/Linux, das auf den Servern des Projekts kostenlos zum Download steht. Wer nicht die komplette Distribution herunterladen mag – das sind immerhin zwei DVDs voll Software – verwendet statt dessen nur die erste CD und installiert den Rest der gewünschten Pakete aus dem Netz nach. Ein passendes Image finden Sie auf der Debian-CD-Website [4]. Möchten Sie die komplette CD-Kollektion haben, können Sie diese beispielsweise beim Anbieter LinISO [5] ordern.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Yellow Dog Linux 3.0 auf einem Apple iBook 14''
    Rechner von Apple gelten als die ansehnlichsten, die man bekommen kann. Selbst deren neues Betriebssystem ist vielen aber noch nicht Unix genug. Kein Problem…
  • Linux auf dem aktuellen Powerbook
    Gelobt sei, was hart macht: Zum Beispiel, Linux auf einem aktuellen Apple Powerbook zu installieren.
  • Yellow Dog Linux 4.0 auf Apple-Notebooks
    Die neuen G5-Macs mit ihrer 64-Bit-Architektur bringen Linux-Distributoren in Zugzwang. Die Softwareschmiede Terrasoft bietet Yellow Dog Linux in der überarbeiteten Version 4.0 an. Was taugt die neue Distribution?
  • Mac OS X mit Linux betreiben
    Linux für Apple-Computer gibt es schon lange, es fristet allerdings eher ein Schattendasein. Emulatorprogramme machen es möglich, das das beliebte Mac OS X unter Linux zu betreiben. Damit kommt zusammen, was zusammen gehört.
  • E-Books unter Linux lesen
    Vielleser stöhnen im Urlaub wegen etlicher Kilogramm an Büchern, und auch auf Geschäftsreisen mit der Bahn ist gedruckte Ware oft lästig. E-Books verringern das Gepäck, denn ein Smartphone oder gar ein Notebook haben die meisten ohnehin dabei. Auch Linux ist E-Book-tauglich.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...