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Abgestaubt und Aufpoliert

Neue Funktionen und unangenehme Überraschungen im neuen Adobe Acrobat Reader 7

Funktionsvielfalt

Mit der aktuellen Release stehen dem Linux-Anwender zahlreiche neue Funktionen zur Verfügung. So kann er einem PDF-Dokument Kommentare hinzufügen, es signieren oder eine Datei anhängen, sofern der Ersteller diese Funktionen eingeschaltet hat. Welche Features im aktuell geöffneten Dokument zur Verfügung stehen, zeigt ein gelb hinterlegter Dialog am oberen Rand des Dokumentes an.

Sehr praktisch ist die Funktion Dynamic Zoom, die die Software als Alternative zu einem Hinein- oder Herauszoomen anbietet. Sie ermöglicht ein beinnahe stufenloses Vergößern oder Verkleinern eines Auschnitts via Mausrad.

Über eine weitere Schaltfläche in der oberen Symbolleiste fügen Sie dem Dokument eine Notiz hinzu. Es erscheint ein Eingabefenster, das an einen Post-It-Aufkleber erinnert. Neben dem Login-Namen und dem Datum speichert der kleine Container die Uhrzeit und natürlich den Text der Anmerkung. Im Dokument selbst erscheint eine kleine, gelbe Sprechblase.

Abbildung 1: Der Acrobat Reader 7 bietet dem Anwender die Möglichkeit, einen Kommentar an ein PDF-Dokument anzuhängen.

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über solch eine Notiz, dann poppt der Text als Tooltipp auf. Ein Doppelklick öffnet das Anhängsel. Dem Anwender stehen eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung, um die Notiz auffälliger zu gestalten.

Text, den Sie mit dem Auswahlwerkzeug in die Zwischenablage kopieren, steht Ihnen in anderen Anwendungen zur Verfügung. So ließ sich im versuch beispielsweise ein Absatz in ein Textdokument im Vi einsetzen. Auch OpenOffice reagiert auf den Klick mit der mittleren Maustaste und fügt den Text ein. Sonderzeichen gingen dabei allerdings verloren.

Sicherheitsbedenken

Sicherheitsbewußte Anwender schalten die Javascript-Unterstützung in den Einstellungen aus. Denn ein Test [1] zeigte, dass ein speziell präpariertes PDF-Dokument das Programm dazu veranlassen kann, mit einem Server im Internet Kontakt aufzunehmen und Informationen dorthin zu übermitteln.

Die Unterstützung für Javascript bietet dem Hersteller sowie dem Empfänger eines Dokumentes viele komfortable Möglichkeiten. Auf der anderen Seite zeigt der scheinbar unbemerkte Austausch von Daten, wie wichtig quelloffene Software ist: Versteckte Routinen, die den Anwender ausspionieren könnten, kommen so schneller ans Licht.

Adobe führte die Unterstützung für Javascript in der Version 6 ein, die nicht für Linux veröffentlicht wurde. Die nun etablierte Technik findet in den Release Notes zu Version 7 kaum Erwähnung und kommt daher für einige Anwender überraschend. Adobe hätte gut daran getan, das mögliche Problem noch einmal ausdrücklich hervorzuheben.

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LinuxUser 06/2012

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