Es gibt Hardware, die unter Linux nicht funktioniert. MP3-Player gehören nicht dazu. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die Zen-Player von Creative, Apples iPod und andere Geräte unter Linux effizient nutzen.
Als Creative im Jahre 2001 mit seiner Nomad Jukebox einen MP3-Player mit 6 GByte-Festplatte auf den Markt warf, war die Zeit noch nicht reif für den mobilen Musikgenuss. Der “Nomade” glich zwar äußerlich einem tragbaren CD-Player und ließ sich auch ähnlich bedienen. Das Gewicht von einem knappen halben Kilo schreckte aber selbst jene Käufer ab, die mit dem Kürzel MP3 bereits etwas anzufangen wussten. Zum Durchbruch verhalf den mobilen Soundmachern erst Apples iPod, der sich in den letzten Jahren über 5 Millionen mal verkauft haben soll.
Wie unter Linux üblich, bleibt bei derart populären Geräten auch der Linux-Support seitens der Community nicht aus: Die meisten MP3-Player unterstützt Linux mittlerweile problemlos.
Drei mal iPod
Apple offeriert den iPod in den Varianten Standard, Mini, Shuffle und Photo. Je nach Alter bezeichnet man ihn als iPod erster, zweiter, dritter oder vierter Generation (1G bis 4G). iPods sind je nach Ausführung mit dem Windows Dateisystem FAT oder mit HFS+ formatiert. Für die Tests zu diesem Artikel standen dem Autor ein iPod 4G mit 20 GByte und dem Dateisystem HFS+, ein FAT-formatierter iPod Mini mit 4 GByte und ein Shuffle mit einer Kapazität von 1 GByte zur Verfügung.
Mit Ausnahme des iPod Shuffle, den man wie einen USB-Memory-Stick an den PC anschließt, verfügen iPods über ein Firewire- und ein USB-Kabel. Bei den allerneusten Modellen ist das Firewire-Kabel allerdings nicht mehr im Lieferumfang enthalten. Während ältere iPods auch über USB arbeiten, funktionieren die 4G-Geräte ohne Änderung des Kernels nur mit Firewire problemlos. Besitzen Sie einen iPod der neuesten Generation, lohnt sich deshalb die Anschaffung einer Firewire-Karte (ab 30 Euro).
Maxi und Mini
iPods der Generationen 1, 2 und 3 funktionieren in der Regel problemlos unter Linux. Nach dem Anschließen des Gerätes erkennt Linux den iPod als USB-Storage-Gerät. iPods besitzen mindestens zwei Partitionen, wovon eine die Firmware enthält, die andere die Daten. Auf welcher Partition sich die Daten befinden, unterscheidet sich je nach Typ und Formatierung. In der Regel liegen auf /dev/sda1 die Firmware und auf /dev/sda3 (iPod Mini) oder /dev/sda2 (iPod) die Daten.
Der direkte Zugriff auf die MP3-Sammlung ist zwar nach dem Einhängen der Datenpartition über iPod_Control | Music möglich, der iPod spielt aber nur Songs ab, die sich auch in der internen Datenbank befinden. Diese speichert Informationen zu den einzelnen Titeln, zum Beispiel die Bewertung des Liedes, wie oft das Stück gespielt wurde und welchen Playlisten es angehört.
Sie benötigen deshalb eine spezielle Software, um den iPod mit Musik zu füllen. Als grafisches Frontend dazu hat sich Gtkpod [1] etabliert. Es gehört bei den meisten Distributionen zum Standard-Lieferumfang. Den Quellcode der neuesten Version 0.88, die auch den Shuffle unterstützt, finden Sie auf der Heft-CD.
Im Optimalfall schließen Sie den iPod über USB oder Firewire an den PC an, starten dann Gtkpod und wählen anschließend Einlesen/mnt/ipod einhängt, wie dies zum Beispiel Mandrake und Fedora Core tun. Unter Suse Linux müssen Sie zunächst den Mount-Punkt des iPods im Verzeichnis /media ausfindig machen, danach tragen Sie diesen in Gtkpod unter Bearbeiten | Einstellungen | iPod Mount Point von Hand ein. Alternativ legen Sie als root mit dem Befehl
ln -s /mnt/ipod /media/Lange-ID
einen entsprechenden Link an, wobei /media/Lange-ID durch den entsprechenden Mount-Punkt zu ersetzen ist. Den Mount-Punkt /mnt/ipod müssen Sie auch dann wählen, wenn Sie über den KDE-Player Amarok auf den iPod zugreifen wollen. Suse Linux 9.3 mountet iPods standardmäßig nach /media/iPod und stellt auch Amarok auf dieses Verzeichnis ein.
Nach dem Einhängen des iPods sollten Sie unter jeder Distribution im Dateimanager die Verzeichnisse CalendarsContactsiPod_Control und Notes sehen (Abbildung 1). Weitere Ordner können Sie nach Belieben anlegen.
Möchten Sie den iPod wieder aus dem System entfernen, so dass auf dem Display die Meldung “Bitte nicht trennen” verschwindet, müssen Sie den Player über eject /Mountpunkt entfernen, ein normales Aushängen genügt nicht. Hierzu bietet sich ein Skript .gtkpod/gtkpod.out an, das den iPod beim Beenden von Gtkpod automatisch entfernt:
#!/bin/bash eject /mnt/ipod
iPod mit HFS+
Sehen Sie nach dem Mounten des iPods anstelle der Verzeichnisse CalendarsContactsiPod_Control und Notes fünf Dateien, von denen lediglich die README-Datei lesbar ist, besitzen Sie einen iPod mit dem Dateisystem HFS+.
Damit Suse Linux beim automatischen Mounten eines iPods mit HFS+ das richtige Dateisystem wählt, müssen Sie als Benutzer root die Datei /etc/filesystems bearbeiten. Starten Sie dazu den Editor Kate mit dem Befehl kdesu kate und öffnen Sie im Editor die Datei /etc/filesystems. Ändern Sie den Eintrag hfs nach hfsplus ab, speichern Sie die Datei und schließen Sie den Editor. Nach einem Neustart des Rechners sehen Sie nun die richtigen Verzeichnisse.
Bei anderen Distributionen müssen Sie beim Mounten der Partition die Option -t hfsplus angeben. Dies geht am einfachsten durch ein Skript für Gtkpod. Aktivieren Sie dazu in Gktpod unter Bearbeiten | Einstellungen die Option Mount/Unmount des iPod-Verzeichnisses und legen Sie anschließend in Ihrem Home-Verzeichnis im Ordner .gtkpod/ ein Skript mit dem Dateinamen gtkpod.in und folgendem Inhalt an:
#!/bin/bash mount -t hfsplus /dev/sda2 /mnt/ipod
Beim Ein- und Aushängen von iPods mit HFS+ ist besondere Vorsicht geboten. Wird der iPod mehrmals nicht sauber ausgehängt, lässt er sich unter Linux nur noch read-only mounten. Es existieren zwar auch unter Linux Tools für den Dateisystem-Check, diese arbeiten allerdings nicht zuverlässig. Bei Problemen mit HFS+-iPods ist deshalb ein Mac unabdingbar.
Probleme, Probleme
Benutzen Sie einen neuen 4G iPod, besteht die Gefahr, dass Sie über eines der folgenden Probleme stolpern:
- Ihr iPod ist mit FAT formatiert. Das System erkennt zwar das neue Gerät, scheitert aber beim Einhängen über USB.
- Ihr iPod besitzt das Dateisystem HFS+. Sie sehen nur seltsame Dateien anstelle der erwarteten Verzeichnisse.
Das zweite Problem ist einfach zu lösen: Sie mounten dazu lediglich das Dateisystems des iPod als HFS+, wie im Kasten “iPod mit HFS+” beschrieben. Bei einem FAT-formatierten iPod müssen Sie sich entweder eine Firewire-Karte zulegen oder Sie kompilieren den Kernel neu, da sich 4G-iPods unter den meisten 2.6er Kerneln per USB nicht mehr mounten lassen. Verantwortlich dafür ist ein Bug in der Kernel-Option CONFIG_EFI_PARTITION.
Um den Support für EFI Guid Partition abzuschalten, wechseln Sie auf der Kommandozeile ins Verzeichnis /usr/src/linux und starten als root das grafische Frontend für die Kernel-Einrichtung:
make xconfig
Sie finden den fraglichen Parameter unter File systems | Partition Types am Ende der Liste. Alternativ zum grafischen Frontend editieren Sie direkt die Datei .config in /usr/src/linux und ändern den Eintrag CONFIG_EFI_PARTITION=y nach CONFIG_EFI_PARTITION=n.
Haben Sie noch nie einen Kernel konfiguriert, existiert die Datei .config noch nicht. Sie benutzen dann am besten die Konfigurationsdatei des aktuellen Kernels als Ausgangspunkt. Diese befindet sich bei den meisten Distributionen im Verzeichnis /boot unter dem Namen config-Kernelversion. Für Suse Linux erstellt auch der Befehl zcat /proc/config.gz > /usr/src/linux/.config eine neue Konfigurationsdatei.
Vor dem “ersten Mal” müssen Sie die Kernel-Quellen Ihrer Distribution einrichten. Bei den meisten Distribution installieren Sie dazu einfach das Paket kernel-source. Eine kurze Anleitung zu Fedora Core – das hier etwas aus der Reihe tanzt – finden Sie unter [3] im Beitrag Custom Kernel.
Sind die Kernelquellen installiert, legen Sie wie beschrieben die Datei .config an und geben dann im Verzeichnis /usr/src/linux als root die Befehle make, make modules_install und make install ein. Nach einem Neustart lädt Ihr Rechner automatisch den neuen Kernel. Ihr System sollte den iPod jetzt problemlos mounten.
Zufall-Stick
Der Shuffle ist das jüngste Kind der iPod-Familie. Als einziger Flash-Player arbeitet er ohne zusätzliche Software nicht mit Linux zusammen. Seine Funktionsweise entspricht weitgehend jener normaler iPods, Apple hat jedoch auf dem kleinen Stick das Datenbankformat geändert. Gtkpod eignet sich deshalb erst seit Version 0.88 für den grafischen iPod-Genuss. Als Alternative zum grafischen Frontend bietet sich hier GNUpod an [2]. Die Installation des Programms gestaltet sich dank Perl nicht allzu schwierig. Details dazu erläutert der Kasten “GNUpod installieren”. Ein fertiges RPM-Paket sowie den Quellcode finden Sie auch auf der Heft-CD.
GNUpod installieren
Entpacken Sie den Tarball in ein beliebiges Verzeichnis, wechseln Sie in das neue Verzeichnis und starten Sie anschließend ./configure. Je nachdem, wie viele Perl-Module auf Ihrem Rechner bereits installiert sind, bricht das Skript früher oder später mit einer Fehlermeldung ab:
marcel@kim:/test/mp3-players/gnupod-0.98> ./configure checking for perl-5.8… no checking for perl-5.6… no checking for perl… /usr/bin/perl GNUpod will use /usr/bin/perl checking for Digest::MD5… ok checking for XML::Parser… ok checking for Unicode::String… ok checking for MP3::Info… failed! You need to install MP3::Info Visit <http://search.cpan.org> to get the module Or try this: # perl -MCPAN -e 'install MP3::Info'
Führen Sie hier einfach als root den vom Skript vorgeschlagenen Befehl aus, um die fehlenden Perl-Pakete nachzuinstallieren. Sie benötigen dazu eine aktive Internetverbindung. Bei der Aufforderung Are you ready for manual configuration? [yes] drücken Sie die Eingabetaste. Auch die nachfolgenden Fragen können Sie in der Regel mit der Eingabetaste bestätigen. Nach der Installation der benötigten Perl-Module läuft ./configure durch, meldet aber für FLAC und OGG zwei Fehlermeldungen:
checking for optional Audio::FLAC::Header… failed! Audio::FLAC::Header not found. You can install it using this command: # perl -MCPAN -e 'install Audio::FLAC::Header' ..but GNUpod will also work without Audio::FLAC::Header checking for optional Ogg::Vorbis::Header::PurePerl… failed! Ogg::Vorbis::Header::PurePerl not found. You can install it using this command: # perl -MCPAN -e 'install Ogg::Vorbis::Header::PurePerl' ..but GNUpod will also work without Ogg::Vorbis::Header::PurePerl
Diese Module können Sie individuell installieren. Liegt Ihre Musiksammlung zum Beispiel im freien OGG-Format vor, wandelt GNUpod die Stücke auf Wunsch vor der Übertragung auf den iPod ins MP3-Format um. Dazu benötigen Sie die Perl-Module für OGG-Vorbis. Gleiches gilt bei Flac. Installieren Sie bei Bedarf auch diese Module, dann starten Sie make und als rootmake install.
GNUpod besteht aus einer Sammlung von Perl-Skripten, denen mit -m /Mountpunkt jeweils der Mount-Punkt des iPods übergeben werden muss.
gnupod_addsong.pl– Dieses Skript kopiert Songs auf den iPod. In der Grundeinstellung liest es dabei die ID3-Tags der Lieder aus. Mit entsprechenden Optionen lassen sich diese Angaben aber auch manuell eingeben. Die Option-pordnet Stücke Playlisten zu.mktunes.pl– GNUpod speichert seine Änderungen in einer XML-Datei. Dieses Skript überträgt die Modifikationen auf die iTunes-Datenbank des iPod. Über die Option-nändern Sie das Label des iPod, falls noch keines gesetzt ist. Ist Ihnen der iPod zu laut oder zu leise, stellen Sie mit--volume Prozentangabedie passende Lautstärke ein.gnupod_INIT.pl– Nehmen Sie Ihren iPod zum ersten Mal in Betrieb, legt dieses Skript die vom Player erwartete Verzeichnisstruktur an. Vorsicht: Der Befehl löscht sämtliche Daten auf dem iPod!
Alternativ zu Gtkpod und GNUpod steht mit dem Ipod-Kioslave von Konqueror auch ein KDE-Tool für den iPod-Zugriff zur Verfügung (Abbildung 2). Nach der Installation des Programms aus dem Quellcode oder über das RPM-Paket auf der Heft-CD greifen Sie bequem über die URL ipod:/ auf die Files des Musik-Players zu. Anschließend wechseln Sie in das Verzeichnis Utilities und klicken auf der Seite Synchronize auf den OK-Knopf, um die Datenbank des iPods neu zu schreiben.
Der Ipod-Kioslave erlaubt zwar das Hinzufügen und Löschen von Dateien per Drag & Drop, bietet aber im Vergleich zu Gtkpod und Gnupod einen leicht reduzierten Funktionsumfang.
Drei mal Creative
Auch Creative schickte drei MP3-Player ins Rennen (siehe Tabelle 1). Am einfachsten lässt sich der Flash-Player MuVo N200 in Betrieb nehmen. Einfach den Stick an den PC anschließen – gegebenenfalls mounten – und schon können Sie die Musikstücke auf den Stick kopieren. Bei Distributionen, die HAL und D-Bus unterstützen, lohnt es sich vor der ersten Inbetriebnahme, den Player neu zu formatieren und mit einem Label auszustatten. Suse Linux 9.3 mountet dann den Player automatisch mit dem angegebenen Label (siehe Abbildung 3), andere Distributionen, wie Fedora Core 3 oder Mandrake Linux 10.1 benutzen das Label zur Gerätebezeichnung.
Hängen Sie dazu den MuVo zuerst mit umount /dev/sda1 aus (und überprüfen Sie mit mount, dass kein Gerät /dev/sda1 eingehängt ist), dann formatieren Sie den Stick zum Beispiel mit
mkfs.vfat -n MuVoN200 /dev/sda1
wobei Sie MuVoN200 durch einen fantasievolleren, maximal elf Buchstaben langen Namen ersetzen können. Beachten Sie, dass das Formatieren sämtliche Daten auf dem Flash-Player löscht.
Der Zen Touch und der bedeutend handlichere Zen Micro besitzen eine eigene Festplatte. Analog zu Apples iPod ist der Zugriff auf diese Player nur über eine spezielle Client-Software möglich, da die Jukeboxen neben den eigentliche Songdaten auch eine Datenbank führen. Auch Creative liefert zu seinen Festplatten-Playern keine Linux-Software mit. Dank der Nomad Jukebox Library (libnjb) [4] und einigen darauf basierenden grafischen Tools funktionieren aber die meisten Creative- und einige Dell-Festplattenplayer auch unter Linux.
Gnomad
Gnomad2 [5] bietet eine komfortable Oberfläche für den Zugriff auf diverse Jukeboxen von Creative. Voraussetzung für die erfolgreiche Installation der GTK-Anwendung stellen libnjb und libid3tag dar. Letztere gehört zum Standardumfang der meisten Distributionen. Gnomad2 und Libnjb finden Sie als Quellcode auch auf der Heft-CD.
Das Programm sucht nach dem Start nach vorhandenen Jukeboxen und liest automatisch die Song-Datenbank ein (siehe Abbildung 4). Schließen Sie den Player erst nach dem Start von Gnomad2 an, wählen Sie Jukebox Bibliothek | Inhalt neu einlesen.
In der linken Fensterhälfte zeigt Gnomad2 das lokale Dateisystem an. Hier wechseln Sie nun zu Ihrer Musiksammlung. Enthält ein Ordner MP3-Dateien, dauert das Öffnen über den Doppelklick etwas länger als gewöhnlich, da Gnomad2 die ID3-Tags der darin enthaltenen Songs auswertet. Über die Pfeiltasten in der Mitte des Fensters kopieren Sie die Songs auf den Player, den Gnomad2 in der rechten Fensterhälte anzeigt.
Über den Reiter Playlisten erstellen Sie neue Playlisten, spielen vorhandene ab oder löschen einzelne Titel. Sämtliche Optionen funktionieren per Rechtsklick über das Kontextmenü. Auch Zen-Jukeboxen bieten Speicherplatz für gewöhnliche Dateien an. Da sich der Zen Touch aber im Unterschied zum iPod nicht mounten lässt, muss dieser Zugriff über Gnomad2 erfolgen. Wechseln Sie dazu auf den Reiter Datenübertragung und kopieren Sie dann die gewünschten Dateien auf die Jukebox.
Besser gelöst hat Creative dieses Problem beim Zen Micro. Hier legen Sie unter Extras | Wechselmedium über das Kontextmenü fest, ob Sie einen Teil des Players als USB-Storage-Gerät einrichten möchten. Sie können dann von jedem Linux-System aus auf die Daten des Wechselmediums zugreifen.
KZenExplorer
Für Anhänger des KDE stellt KZenExplorer [6] eine gute Alternative zu Gnomad2 dar. KZenExplorer arbeitet wesentlich schneller als das GTK-Programm, da es die ID3-Tag-Informationen erst beim Kopieren der Dateien einliest. Allerdings muss die Jukebox vor dem Start der Anwendung bereits angeschlossen sein, ein nachträgliches Einlesen ist nicht möglich.
KZenExplorer zeigt auf der linken Seite drei Reiter für die gesamte Sammlung, die Interpreten und Playlisten (die in der deutschen Übersetzung seltsamerweise “Rotationen” genannt werden). Neue Playlisten erstellen Sie entweder über die drei Symbole mit Ordner und Stern in der Werkzeugleiste oder per Rechtsklick auf eine bestehende Liste. KZenExplorer beherrscht auch das Anlegen so genannter Smart Playlists, zum Beispiel aller Titel mit einer Bewertung von 4 und 5.
Per Rechtsklick auf einen Titel und Auswahl des Menüpunktes Play Track(s) lassen sich Songs direkt über die Jukebox abspielen oder an die Playlist anhängen. Die gestarteten Songs laufen auch nach dem Beenden von KZenExplorer weiter. Somit können Sie bequem am PC eine Liedauswahl starten, und dann den Zen-Player einfach einstecken.
NJB-Kioslave
Analog zum iPod existiert auch für Creative-Jukeboxen ein Kioslave [7]. Die Installation des Programms erfolgt wie gewohnt über ./configure, make und make install. Suse Linux beschwert sich allerdings nach dem erfolgreichen ./configure bei make mit
cannot find -lkio
Um den Fehler zu umgehen, müssen Sie als root einen symbolischen Link von /opt/kde3/lib/libkio* nach /usr/local/lib/ anlegen:
ln -s /opt/kde3/lib/libkio.* /u? sr/local/lib/
Nach der Installation öffnen Sie über die URL njb:/ die Ordner albums, all, artists, data, etc und playlists. Neue Songs fügen Sie per Drag & Drop auf den Ordner all hinzu. Über das Verzeichnis data Dateien auf einer der beiden Zen-Player zu verschieben gelang im Test nicht.
i.Beat Organix
Als dritter Flash-Player stand der i.Beat Organix von Trekstor auf dem Prüfstand. Das Gerät funktioniert nach dem Anschließen über den USB-Port ohne weiteres Zutun als externer Speicher. Bei Distributionen ohne Automounter hängen Sie den Flash-Player mit
mount /dev/sda1 /Mount-Punkt
ins System ein. Zum Lieferumfang des i.Beat gehört auch ein kurzer USB-Adapter, der hilft, den Kabelsalat zu vermeiden. Der Player bietet zudem einen Line-In-Eingang, um Lieder direkt im MP3-Format aufzunehmen und Radio-Funktion.
Als einziger Flash-Player im Testfeld unterstützt der i.Beat Organix auch das freie OGG-Vorbis-Format: Dies erfordert allerdings ein Upgrade der Firmware, das nur unter Windows läuft. Unser Testgerät überstand das Upgrade problemlos und spielte danach – wie versprochen – auch OGG-Dateien ab. Ein ausführlicher Test von OGG-Vorbis-Playern ist für eine spätere Ausgabe des LinuxUsers vorgesehen.
Siegerehrung
Mit Ausnahme des mit HFS+ formatierten iPods gab es im Test keine Probleme. Dieser iPod ließ sich nach einiger Zeit nur noch read-only mounten, da einige Tests das Dateisystem nicht sauber aushängten. Ein Versuch, das Filesystem unter Linux zu reparieren, endete mit totalem Datenverlust.
Trotzdem geht bei den 20 GByte-Playern der Testsieg klar an den iPod. Er ist nicht nur 100g leichter und damit wesentlich handlicher als die Creative Jukebox, sondern bringt auch eine Kalender- und Adressbuch-Funktion mit. Kopieren Sie dazu einfach beliebige vCal-, iCal- oder vCard-Dateien auf den iPod in den dafür vorgesehenen Order. Über entsprechende Skripte, die zum Beispiel Gtkpod mitbringt, lässt sich auch ein Abgleich mit Kontact oder Evolution realisieren. Der iPod beherrscht allerdings kein UTF-8, alle Dateien müssen deshalb in der Kodierung ISO-8859-1 vorliegen.
Bei den Mittelgewichten gefiel beim Zen Micro gut, dass er sich auch als externer USB-Speicher verwenden lässt und einen FM-Tuner mitbringt. Sein direkter Konkurrent, Apples iPod Mini besticht durch das schöne Design, das kleinere Format und die Firewire-Schnittstelle. Creatives Zen Micro besitzt zwar 1 GByte mehr Speicher als der iPod Mini, bietet jedoch Linux-Benutzern keine Kalender- oder Adressbuch-Funktion. Da die zwei Musikmacher hinsichtlich des Preises und der Klangqualität gleich liegen, fällt hier die Entscheidung schwer.
Bei den Flash-Playern geht der Testsieg dank OGG-Vorbis-Unterstützung an den i.Beat Organix von Trekstor. Als einziger Player im Testfeld bot der MuVo von Creative zudem keine befriedigende Sound-Qualität. Hier war bei leiser Musik ein deutlicher Pfeifton zu hören. Der Player lässt sich auch nicht über den USB-Port aufladen, sondern bezieht seinen Strom über eine AAA-Batterie. Der Shuffle iPod von Apple ist zwar hübsch, disqualifiziert sich aber durch seinen geringen Funktionsumfang und die umständliche Bedienung unter Linux.
Fazit
MP3-Player unter Linux in Betrieb zu nehmen, stellt kein unüberwindbares Problem dar. Flash-Player funktionieren in der Regel ohne jegliche Spezial-Software: Einfach den Player anschließen und die Musikstücke auf den USB-Speicher kopieren. Für die beliebten Jukeboxen von Apple und Creative ist zum Teil etwas mehr Handarbeit angesagt. Zahlreiche Tools sorgen aber dafür, dass das Linux-Erfolgserlebnis auch hier nicht ausbleibt.
Tabelle 1: Testkandidaten
| Produkt | Zen Touch | Zen Micro | MuVo N200 | iPod | iPod Mini | iPod Shuffle | i.Beat Organix |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller | Creative | Creative | Creative | Apple | Apple | Apple | Trekstore |
| Kapazität | 20 GByte | 5 GByte | 1 GByte | 20 GByte | 4 GByte | 1 GByte | 1 GByte |
| Schnittstelle | USB 2.0 | USB 2.0 | USB 2.0 | USB 2.0/ Firewire | USB 2.0/ Firewire | USB 2.0 | USB 2.0 |
| USB-Storage | X1 | X1 | X | X | X | X | X |
| Dateiformate | MP3,WMA,WAV | MP3,WMA,WAV | MP3,WMA,WAV | MP3,AAC,AIFF,WAV | MP3,AAC,AIFF,WAV | MP3,AAC,AIFF,WAV | MP3,WMA,ASF,WAV,OGG1 |
| Besonderes | Radio | Radio, Line-In | Radio, Line-In | ||||
| Gewicht | 268 g | 108 g | 30 g | 158 g | 103 g | 25 g | 46 g |
| Preis ca. | 210 Euro | 190 Euro | 130 Euro | 300 Euro | 190 Euro | 160 Euro | 200 Euro |
| 1 Nur per Firmware Upgrade |
Glossar
-
HAL
-
Der Hardware Abstraction Layer stellt über so genannte Geräteinformationsdateien Informationen zu einzelnen Hardware-Elementen zur Verfügung. Die von HAL erkannten Geräte listet der Befehl lshal auf.
-
D-Bus
-
Kommunikationssystem, das Anwendungen über die Verfügbarkeit von Hardware informiert. Es soll in Gnome eine zentrale Rolle Spielen.
Infos
[1] Gtkpod: http://gtkpod.sourceforge.net
[2] GNUpod: http://blinkenlights.ch/cgi-bin/fm.pl?get=ipod
[3] Kernel-Quellen unter Fedora Core: http://www.fedoralinux.de/node/view/671
[4] Libnjb: http://libnjb.sourceforge.net
[5] Gnomad2: http://gnomad2.sourceforge.net
[6] KZenExplorer: http://http://kzenexplorer.sourceforge.net
[7] NJB-Kioslave: http://sf.net/projects/kionjb









