Das dürfte vor allem bei kleinen, portablen Computern von Vorteil sein, aber auch Desktop-Rechner werden durch beschleunigte Startzeiten davon profitieren.
Erreichen wollen die Entwickler den Performancezuwachs durch überarbeitete Kernkomponenten. Beispielsweise ermöglicht eine neue Zeichenengine den Einsatz von Vektorgrafiken, PostScript und sogar OpenGL. So werden künftig Aufgaben wie Antialiasing in der Grafik-Hardware ausgeführt.
Die Programmierschnittstellen der neuen Qt-Version sollen konsistenter werden und damit für Programmierer einfacher zu handhaben sein. Auch beim Multithreading gibt es Neues für Entwickler: Verbindungen zwischen Signalen und Slots werden künftig auch zwischen unterschiedlichen Threads möglich sein und jeder Thread kann durch einen eigenen Event-Loop gesteuert werden.
Weniger sichtbar sind die Fortschritte für den normalen Anwender. Auffallende Änderungen gibt es nur bei der Anzeige von Daten und den Dockingmöglichkeiten. So sollen künftig auch große Datenmengen in Tabellen, Listen oder Bäumen übersichtlich dargestellt werden. Fenster und Werkzeugleisten lassen sich in der neuen Qt-Version an Tabs andocken.
Cebit-Nachlese
Das deutsche KDE-Team war 2004 bei der weltweit größten Computermesse Cebit vor Ort. Vom 18. bis zum 24. März präsentierten die Entwickler in Hannover die Fortschritte des KDE-Projektes. Bedanken konnten sie sich dafür bei den Machern von Linup-Front, die KDE eine Ecke ihres Stands abtraten.
Neben dem neuen Release 3.2 interessierte die Besucher vor allem die stetig voranschreitende Integration von KDE in das OpenOffice-Projekt sowie das Outlook-Pendant Kontact.
Überraschend erschien hoher Besuch am KDE-Stand: Deutschlands Justizministerin Brigitte Zypries schaute persönlich am Stand vorbei und ließ sich eine Einführung in KDE geben. Natürlich nutzten die Developer die Chance, ihr die Problematik der Software-Patente für freie Entwickler und kleine Software-Firmen zu schildern.
Scribus veröffentlicht Zwischenversion
Der Firma SuSE ist es zu verdanken, dass das Scribus-Projekt eine quasi-stabile Zwischenversion 1.1.6 veröffentlicht hat. Hintergund ist, dass Scribus in der neuen SuSE-Version 9.1 eine besonders exponierte Stellung einnehmen soll.
Trotz des Entwicklungsstatus empfehlen die Scribus-Developer allen Benutzern die neue Version, die unter http://ahnews.music.salford.ac.uk/scribus/ zum Download bereitsteht. Binaries der aktuellen Version für SuSE finden sich zusätzlich bei http://packman.links2linux.de/?action=332.
Das Update lohnt sich, denn in der neuen Version sind viele Features hinzugekommen, so wurde beispielsweise die grundlegende Unterstützung für Tabellen eingearbeitet. Die Der Benutzer kann nun selbst die Schnittstelle zur Bildbearbeitung und zum Aufruf von Ghostscript festlegen.
Dadurch ist es künftig möglich, mit einem Klick Gimp direkt aus Scribus heraus zu starten. Die neue Scribus-Version verbessert außerdem Tastatursteuerung, SVG-Import und PDF-Export.
Jäger und Sammler
Mittlerweile haben viele KDE-Benutzer die schönen Crystal-Icons lieb gewonnen. Kein Wunder, dass die Bildchen in den meisten aktuellen KDE-Anwendungen auftauchen. Leider verteilen sich die Icons über das ganze CVS-Verzeichnis des KDE-Projekts, so dass es schwierig ist, alle auf einmal herunterzuladen.
Für alle, die keine Zeit oder Lust haben, sich dafür erst in die technischen Feinheiten des CVS-Systems einzuarbeiten, hat Frans Englich ein Skript geschrieben, das genau das übernimmt: Es sammelt alle Icons und stellt sie zu einem Paket zusammen. Das Ergebnis der Kollekte finden alle Interessierten als Zip-Archiv unter http://www-jcsu.jesus.cam.ac.uk/%7Epgs31/kdestuff/. (Stefanie Teufel/ofr)
Glossar
CVS
Wenn mehrere Entwickler für ein Projekt programmieren, brauchen sie Software, die sie bei der Gruppenarbeit unterstützt. Denn keiner soll Änderungen der Mitprogrammierer überschreiben oder die einzige funktionsfähige Programmversion zerstören. Viele Projekte verwenden dafür das "Concurrent Versions System", das alte Versionen dauerhaft sichert und Veränderungen dokumentiert.
Antialiasing
Schräge Linien wirken auf dem Bildschirm oft ausgefranst, denn quadratische Bildschirmpunkte (Pixel) ergeben diagonal untereinandergesetzt eine Treppe. Antialiasing erzeugt durch farblich angepasste Übergangs-Pixel den Eindruck eines glatten Randes.