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01.06.2005

Kurz notiert

Die Entwickler von Ark Linux (http://www.arklinux.org) veröffentlichten ein erstes Service-Release der Distribution. Dieser behebt insbesondere Probleme der Hardware-Erkennung. Ark Linux holt sich die Netzwerkkonfiguration beim Start jetzt automatisch per DHCP, sofern das System einen entsprechenden Server findet. Die Entwickler ergänzten außerdem die Unterstützung für kabellose Netzwerkkarten auf Basis des TI ACX100.

Mit Mobilinux ergänzt Montavista (http://www.mvista.com) sein Mobilinux Open Framework. Es handelt sich dabei um eine Distribution, die das Unternehmen auf den Einsatz in Handys und anderen Mobilgeräten optimiert. Sie zeichnet sich geringe Startzeiten, Echtzeitfähigkeit und sparsamen Ressourcenverbrauch sowie ein verbessertes Powermanagement aus.

Die Edition Home des Debian-basierenden SphinxOS 4.0 (http://www.sphinxos.com) steht kostenlos auf den Servern des Herstellers zur Verfügung. Gegenüber der Verkaufsversion enthält die Download-Ausgabe keine kommerziellen Programme sowie keinen Support vom Hersteller.

Studenten und Ehemalige des Georgia Institute of Technology riefen mit Peachtree Linux (http://peachtree.burdell.org) eine Distribution ins Leben, die kompakt und einfach zu bedienen sein soll, und die auf Performance optimiert ist. Die Entwickler verzichteten auf Desktops wie KDE und Gnome, um das System klein zu halten. Peachtree Linux steht für x86-, Alpha- und PowerPC-Prozessoren ab der IMac-Generation zur Verfügung.

Die Entwickler von Debian (http://www.debian.org) gaben mit der Version Debian GNU/Linux 3.0R5 ein weiteres Sicherheits-Update für den stabilen Zweig Woody heraus. Grund für die Aktualisierungen ist, dass die nächste stabile Version Sarge weiter auf sich warten lässt. Unterdessen läuteten die Entwickler die dritte Runde für den Release Candidate des neuen Debian-Installers ein. Die Entwickler behoben einige Fehler und verbesserten die Dokumentation. Ein endgültiger Termin für die Freigabe von Sarge steht jedoch noch immer nicht fest.

Das Gentoo-Projekt (http://www.gentoo.org) gab die Version 2005.0 der gleichnamigen Distribution frei. Eine wichtige Neuerungen stellt der Umstieg auf Kernel 2.6 dar. Darüber hinaus arbeiteten die Entwickler viele weitere Änderungen ein und brachten die Pakete auf den neuesten Stand. Gentoo wird zukünftig statt viermal nur noch zweimal im Jahr erscheinen, um den Entwicklern mehr Zeit zur Verbesserung der Distribution zu geben.

Linspire (http://www.linspire.com) vermarktet seine gleichnamige Distribution ab Mitte Mai auch in Deutschland. Linspire 5 kostet voraussichtlich 69,95 Euro und wird vom Distributor Top Systems vertrieben.

Mandriva, vormals Mandrake, hat seine Distribution Mandriva Limited Edition 2005 zum Download für jedermann freigegeben. Unter http://www.mandrivalinux.com/en/ftp.php3 findet sich eine Liste von Spiegel-Servern. Die freie Version umfasst drei CD-Images. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine DVD-Version zu kaufen, die 59 Euro kostet. Die Kaufvariante enthält zusätzlich einige kommerzielle Programme.

Die erste Beta von Vector Linux 5 (http://www.vectorlinux.com) steht auf den Server des Projekts zum Download bereit. Vector Linux basiert auf Slackware und legt den Schwerpunkt auf Desktop-Software. Die Version 5 bietet als Neuerungen vor allem Kernel 2.6.11, X.org 6.8.2 und zahlreiche Verbesserungen in der Unterstützung von WLAN-Karten.

Entgegen den Erwartungen läuft auf den den 14 000 Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung München künftig kein Suse Linux. Die Stadt entschied sich für eine angepasstes Debian-Version, die von den Firmen Softcon (http://www.softcon.de) und Gonicus (http://www.gonicus.de) betreut wird.

Die Live-Distribution Kanotix (http://www.kanotix.com) bringt in der aktuellen Version 2005-02 neben KDE 3.4 und Kernel 2.6.11 einige Verbesserungen für Benutzer von Notebooks mit. Kanotix erkennt Mobile-Prozessoren und kann deren Stromsparfunktionen nutzen. Auch Touchpads von Synaptic und ALPS werden erkannt. Kanotix ist für Prozessoren ab i586 optimiert.

Debian Sarge für AMD64 wird voraussichtlich nicht zusammen mit Sarge für die anderen Archtekturen erscheinen. Als Grund nannten die Entwickler, dass der Aufwand für die Übernahme der Sicherheitsaktualisierungen aus Sarge für das Debian-Sicherheitsteam zu hoch sei. Aus diesem Grund entschlossen sich die Portierer dazu, selbst für die Security zu sorgen und Änderungen an den Quellpaketen sofort einzuarbeiten. Auch das Einspielen von Patches für Programme, die sich zur Zeit noch nicht unter AMD64 übersetzen lassen, nimmt noch einige Zeit in Anspruch.

Slackware für Windows

Die Slackware-basierende Live-Distribution Slax (http://slax.linux-live.org) bereichert die Linux-Fauna mit einer weiteren Variante. Die Killbill-Version der Distribution führt mit Hilfe von Wine und Qemu Windows- und DOS-Programme aus. Ansonsten befindet sich "Killbill" auf dem Stand von Slax 5.0.4. Als Desktop kommt das aktuelle KDE 3.4 zum Einsatz. Neben den Emulatoren sind mit KOffice, Konqueror und Kontact alle Programme für die tägliche Arbeit dabei.

Slax enthält den Ndiswrapper, Linux-wlan-ng sowie Madwifi und unterstützt so eine große Zahl von drahtlosen Netzwerkkarten. Seit kurzem lässt sich die Konfiguration des Systems auf dem Slax-Webserver zu speichern. Die Entwickler warnen jedoch ausdrücklich davor, an dieser Stelle persönliche Daten oder gar Passwörter abzulegen.

Für die X- und KDE-Konfiguration erscheint diese Webconfig genannte Option jedoch sehr nützlich. Die Daten liegen passwortgeschützt auf dem Slax-Server und lassen sich von jedem Rechner laden, der mit dem Internet verbunden ist. Dazu müssen Sie Slax beim Start nur die Bootoption webconfig mit dem Passwort mitgeben, das System holt sich die Konfiguration aus dem Netz.

Slax lässt sich mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms auf der Festplatte einrichten und mit Programmen aus dem großen Slackware-Pool erweitern.

Die Killbill-Variante von Slax erlaubt das Ausführen von Windows-Programmen.

Slackware für PowerPC

Adrian Ulrich arbeitet an einem Port des aktuellen Slackware für die PowerPC-Architektur. Unter dem Namen Slackintosh (http://workaround.ch) entsteht zur Zeit eine leicht reduzierte Fassung von Slackware 10.1. Der Autor entfernte KDE und Gnome aus der Distribution und liefert stattdessen ein aktuelles Xfce als Desktop mit.

Als Kernel verwendet Slackintosh ausschließlich die 2.6er-Reihe, die nach Ansicht des Autors besser auf PowerPC läuft. Bei den Binutils hingegen war die Verwendung der Programme aus Slackware 9.1 nötig, da die aktuellen Programme nicht funktionierten. Das Installationsprogramm erfordert noch etwas Arbeit, das System läuft aber schon auf MiniMac und IBook2. Ulrich heißt Tester jederzeit willkommen.

Arks kleiner Bruder

Auf der Basis von Ark Linux entstand das Projekt Archie (http://user-contributions.org/archie.html). Das Live-System startet direkt von der CD und lässt sich bei Bedarf auf der Festplatte installieren. Archie liegt in verschiedenen Ausführungen vor: Eine Variante verwendet Xfce als Desktop, eine weiter KDE. Zwei sehr kompakte Systeme basieren auf der Uclibc und finden so auch auf kleineren USB-Sticks Platz.

Die Entwickler legten besonderen Wert darauf, das System schlank und schnell zu halten. Tatsächlich startet Archie mit hoher Geschwindigkeit: Selbst auf einem 400-MHz-Gerät war der Xfce-Desktop nach zwei Minuten geladen. Zur Hardware-Erkennung verwendet die Distribution ein eigenes Programm namens Lshwd, das seine Arbeit sicher erledigt. Einzig bei der Einbindung einiger PCMCIA-Netzwerkkarten traten Probleme auf.

Mit der Software-Ausstattung – sie umfasst Firefox in der neuesten Version, Thunderbird und Abiword – lassen sich die wichtigsten Aufgaben des Büroalltags meistern. Gimp liegt ebenfalls in der aktuellsten Version bei.

Abbildung 2: Als Kompaktversion von Arklinux passt Archie sogar auf kleine USB-Sticks.

Novell Linux für kleine Unternehmen

Novell bietet mit der Novell Linux Small Business Suite 9 (http://www.novell.com/products/linuxsmallbiz/) ein Server- und Desktop-System an, das für kleinere Unternehmen geeignet ist. Die Suite enthält Suse Linux Enterprise Server 9, Novell Linux Desktop 9, Groupwise, eDirectory und iManager. Lokalisierungen in Englisch, Französisch, Polnisch, Portugiesisch, Italienisch, Deutsch und Spanisch ermöglichen grenzübergreifende Zusammenarbeit auf einer Plattform.

Die Novell Linux Small Business Suite löst die Novell Small Business Suite 6.5 ab. Eine Lizenz für fünf Benutzer kostet 475 US-Dollar. Eine Erweiterung der Lizenz für weitere fünf Benutzer kostet 252 US-Dollar. Maximal unterstützt das System einhundert Benutzer und drei Server.

Fedora multimedial

Die Brixton Linux Action Group http://www.blagblagblag.org konzipierte und entwickelte eine auf Fedora Core 3 basierende Distribution mit dem Namen Blag. Sie reduzierten die Anzahl der Software-Pakete, sodass das System auf einer CD Platz findet. Die in Fedora fehlende Unterstützung für MP3- und zahlreiche Videoformate ergänzten sie dagegen. Zusätzlich integrierten sie alle Sicherheits-Updates von Fedora Core 3.

Die Installation geht mit Hilfe des Fedora-eigenen Programms Anaconda schnell über die Bühne. Neben der weitgehend automatisch ablaufenden Installation eines Desktop-Systems steht eine Server-Installation sowie eine benutzerdefinierte Auswahl der Software zur Verfügung.

Nach der Installation begrüßt ein Gnome-Desktop den Benutzer. Für leistungsschwache Maschinen haben die Entwickler noch die Window-Manager Fluxbox und Xfce mitgegeben. Die Software-Ausstattung reicht für die tägliche Arbeit aus. Als Textverarbeitung dient Abiword, als Tabellenkalkulation Gnumeric.

Der Zugriff auf das Internet erfolgt mit Thunderbird und Firefox. Im Bereich Multimedia sorgen MPlayer, Xine und Xmms für Augen- und Ohrenschmaus. Neben den Playern bietet die Distribution weitere Programme zum Editieren von Audio- und Videodateien, wie etwa Gtkpod zum Bearbeiten von Musikdateien auf dem iPod.

Insgesamt präsentiert sich Blag als eine gut zusammengestellte, leicht zu installierende Desktop-taugliche Distribution. Das System lässt sich leicht mit Paketen für Fedora Core ergänzen und eignet sich auch für Einsteiger.

Blag bringt eine Reihe von Programmen für Sound und Video mit.

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LinuxUser 03/2012

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