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Elektronische Zeichenfeder

Vektorgrafik mit Inkscape

01.05.2005 Vektorgrafik ist die Wahl der Profis, wenn es darum geht, auf dem Computer zu zeichnen. Mit Inkscape gelingen solche Bilder auch unter Linux. Unser Workshop demonstriert die Bedienung des Programms.

Selbst wenn Sie mit Bleistift oder Pinsel ein echter Künstler sind: Malen mit der Maus direkt auf den Bildschirm geht nur selten "glatt", die meisten Linien wirken krakelig. Profis benutzen daher häufig so genannte Bézierkurven, um am Computer glatte Linien zu zeichnen. Mit ihnen legen sie über Kontrollpunkte den Kurvenverlauf fest. Kontrolltangenten definieren zusätzlich die Krümmung der Kurve (vgl. Abb. 2).

Auch wenn umfangreiche Bitmap-Editoren wie Gimp die Zeichenmethode der Bézierkurven integrieren, kommen deren Vorzüge doch erst in Programmen voll zum tragen, die auf dem Vektorgrafik-Prinzip basieren [1]: Beliebig viele editierbare Elemente, Vergrößern und Verkleinern ohne den bei Bitmaps gefürchteten Treppeneffekt. Bei Zeichnungen, die vorwiegend aus Flächen und Linien bestehen, ist auch der Speicherplatzverbrauch viel geringer.

Mit Inkscape geht es glatt

Nachdem es lange Zeit kaum gute Linux-Alternativen zu den umfangreichen Vektorgrafikprogrammen aus der Windows- oder Mac-Welt gab, macht seit einiger Zeit das Open-Source-Programm Inkscape Hoffnung. Wenn es auch nicht die vielen Spezialeffekte bietet, die die teilweise sehr teuren kommerziellen Programme beherrschen: Die Funktionen, die Sie wirklich brauchen, um Logos oder Zeichnungen auf den Bildschirm zu zaubern, liefert Inkscape in der aktuellen Version 0.41 allemal. Wie Sie das Programm installieren, erfahren Sie im Kasten "Installation".

Installation

Suse 9.2 beinhaltet Inkscape in der Version 0.40. Für ältere Suse-Versionen, andere Distributionen, oder wenn Sie die neueste Version installieren möchten (bei Erstellung dieses Artikels Version 0.41, vor allem Bugfixes gegenüber 0.40), müssen Sie sich das Programm von der Website herunterladen [3]. Für die meisten Anwender ist static-rpm unter Official Releases die geeignetste Variante. Das Paket hängt im wesentlichen nur von Gtk 2.4.0 ab. Für einige Distributionen (unter anderem SuSE 9.1, Red Hat 9) muss Gtk also aktualisiert werden [4]. Debian-User können sich unter [5] bedienen. Wenn Sie bei den Binary-Paketen für Ihre Distribution nicht fündig werden oder sich zu den wagemutigen Geistern zählen, können Sie Inkscape aus den Quellen bauen [3].

Unter der Haube

Beim SVG-Dateiformat (Scalable Vector Graphics) handelt es sich um einen offiziellen Standard des W3C-Konsortiums, das auch die Standards fürs WWW ausgearbeitet hat [2]. Leider konnte sich SVG im Internet bisher nicht durchsetzen. Inkscape nutzt dieses Format zum Abspeichern der Zeichnungen. Wenn Sie mit Inkscape SVG-Dateien fürs Internet erstellen wollen, speichern Sie für exakte Standard-Konformität mit Speichern unter, Datei-Format Plain SVG.

Don't worry, be happy

Als erstes praktisches Beispiel dient der in Abbildung 1 gezeigte Smiley. Beim Anfertigen dieser Zeichung lernen Sie die wichtigsten Techniken kennen, die Sie für komplexere Werke brauchen.

Abbildung 1: Ein einfacher Smiley, bestehend aus einigen Kreisbögen und einer Bézierkurve.

Nach dem Start zeigt Inkscape ein neues, leeres Dokument. Den Anzeigemaßstab verändern Sie durch Drücken der [+]- und [-]-Tasten, bis gerade noch die Seitenränder sichtbar sind. Die einzelnen Zeichenschritte bis zum fertigen Smiley sehen sie in Abbildung 2.

Abbildung 2: Die einzelnen Zeichenschritte bis zum fertigen Smiley.

Aktivieren Sie in der linken Toolbar das Kreis-/Ellipsen-/Bogen-Werkzeug (siehe Abbildung 3). Drücken Sie jetzt die [Strg]-Taste, setzen Sie die Maus links oben im weißen Zeichenbereich an und ziehen Sie sie bei gedrückter linker Maustaste in die rechte, untere Ecke. So erstellen Sie einen rot gefüllten Kreis. Die [Strg]-Taste beschränkt das Verhältnis von Höhe und Breite auf 1:1, 2:1 oder 1:2. Die Tastenkombination [Strg]+[Z] macht Ihre letzte Aktion rückgängig.

Abbildung 3: Die wichtigsten Inkscape-Werkzeuge.

Das Zeichnen der Augen beginnt mit nach unten offenen Halbkreisen. Dazu dienen die beiden horizontalen Toolbars oberhalb der Zeichenfläche. Die obere Leiste stellt Ihnen Standardbefehle zur Verfügung (Abbildung 4). Bewegen Sie den Mauszeiger über einen Button, zeigt das Programm eine kurze Kontexthilfe. Die untere Leiste ändert sich je nach aktivem Zeichenwerkzeug.

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LinuxUser 06/2012

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