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01.05.2005

Kurz notiert

Auf der diesjährigen Fosdem-Konferenz in Brüssel überreichte Richard Stallman, Präsident der Free Software Foundation, den FSF-Award 2004 an Theo de Raadt. Dieser erhielt die Auszeichnung für die Gründung und Leitung des OpenBSD-Projekts, sowie für die Entwicklung von OpenSSH, womit er erheblich zur Netzwerksicherheit von freier Software beitrug. Im finalen Wahlgang setzte sich De Raadt gegen Samba-Entwickler Andrew Tridgell sowie Cesar Brod durch. Letzterer kämpft in Brasilien für freie Software.

Anfang März stellte IBM 30 freie Projekte auf das Open-Source-Entwicklungsportal Sourceforge. Zu den freigegebenen Projekten zählen unter anderem der Java-Compiler Jikes, das Journaling-Dateisystem JFS, verschiedene Tools für das Betriebssystem AIX und den Life Science Identifier, ein Programm, das Netzwerke nach Informationen durchsucht, die dem Bereich Biologie oder Bioinformatik zugeordnet sind. Außerdem kündigte IBM an, sich künftig mehr im Bereich PHP zu engagieren. Nähere Informationen sind auf der IBM-Internet-Seite Developer Works zu finden.

Das Internet-Portal Tuxmobil http://tuxmobil.org, das Anwendern bei der Installation von Linux auf einem Notebook hilfreich zur Seite steht, durchbrach Ende Februar die Schallmauer von 3000 Einträgen. Unter den verlinkten Installationsbeschreibungen ist jeder Hersteller und fast jedes Modell vertreten. Oft liegen für ein Produkt sogar Beschreibungen für unterschiedliche Distributionen vor. Die meisten Anleitungen sind in Englisch verfasst, allerdings finden Sie auch 350 deutschsprachige Abhandlungen unter den Beiträgen.

Am 28. Mai findet im Gustav-Heinemann-Haus in Bonn die erste Konferenz zum Content Management System Mambo statt. Organisator des Mambo-Day http://www.mamboday.de ist der extra zu diesem Zweck gegründete Mambo e.V. Das Programm der Veranstaltung umfasst Vorträge sowie Workshops mit Experten der Community und endet abends in einer Podiumsdiskussion. Karten für die Veranstaltung kosten zwischen 18 und 25 Euro und können online beim Mambo-Shop bezogen werden.

Nachdem OpenOffice.org 2.0 bereits in den Startlöchern steht, schickt Sun jetzt eine erste Beta von StarOffice 8.0 ins Feld. Kernfunktionen der kommenden Version sind mehr Bedienerfreundlichkeit, verbesserte Import- und Exportfilter für Microsoft-Dokumente und optimierte Interoperabilität mit anderen Programmen. Die neue Version besitzt außerdem ein neues Dateiformat, das den OASIS-Spezifikationen entspricht. Als Datenbank kommt bei StarOffice HSQLDB zum Einsatz. Ein verbessertes Datenbank-Frontend rundet das Gesamtbild ab. Die 150 MByte große Beta-Version für Windows, Linux und Solaris steht in sieben Sprachen bereit ab sofort zum Download.

Der Grafikkarten-Hersteller Nvidia gab Anfang März neue Treiber für seine Produktpalette heraus. Insbesondere die neueren Grafikkarten profitieren von den Korrekturen und der verbesserten Geschwindigkeit. Außerdem sollen die Treiber besser mit der Kernel-Reihe 2.6 interagieren. Hinzu kamen auch einige neue Funktionen, wie beispielsweise eine Timing-Kontrolle für Flachbildschirme. Die neuen Treiber sind jedoch nur für die x86 und x86-64 Prozessor-Reihen erhältlich.

Im März stellte Intel seinen 160 000 Entwicklungspartnern ein Toolkit zur Entwicklung von Linux-Treibern zur Verfügung, das dem Windows-Pendant in nichts nach steht. Allerdings gilt das Angebot nur für eingetragene Partner, eine offizielle Bezugsquelle gibt es nicht. Das Toolkit unterstützt die meisten Chipsätze vom i845 bis i915 und erlaubt den Partnern das Kopieren und Modifizieren der Treiber, solange der Copyright-Vermerk erhalten bleibt. Zur Zeit unterstützt das Toolkit Suse und Red Hat Linux sowie einige asiatische Distributionen.

Nach Motorola plant nun auch Siemens den verstärkten Einsatz von Linux in seiner Handy-Sparte. Medienberichten zufolge will Siemens dadurch die Kosten um bis zu 500 Millionen Euro senken. Dazu verzichtet man auf das bisher verwendete Symbian-Betriebssystem und spart erhebliche Lizenzausgaben. Positive Nebenwirkung: Alle für 2005 geplanten neuen Siemens-Modelle kommen schon mit einem Embedded-Linux auf den Markt.

Das unter Windows populäre CD- und DVD-Brennprogramm Nero steht ab sofort auch Linux-Anwendern zur Verfügung. Um in den Genuss von Nero Linux zu kommen, müssen Sie jedoch registierter Anwender sein, also bereits eine Windows-Version von Nero 6 ihr Eigen nennen. Für die Linux-Version fallen dann keine weiteren Kosten an. Offiziell unterstützt Nero zur Zeit nur alle aktuelleren Debian-, Red-Hat-, Fedora- und Suse-Versionen. Benutzer von Gentoo oder Slackware dürfen hingegen nicht auf Support hoffen. Der Funktionsumfang von Nero Linux steht CDRecord in nichts nach. Neben den üblichen CD- und DVD-Formaten besticht das Programm durch die Hotplug-Unterstützung bei USB-Brennern und die neue IDE-Schnittstelle des Kernel 2.6.

Einfacher nach Viren suchen mit Clamtk

Das Programm Clamtk (http://clamtk.sourceforge.net) stellt eine grafische Oberfläche für den freien Viren-Scanner Clamav (http://clamav.sourceforge.net) bereit. Die grafische Oberfläche erlaubt es Ihnen, bequem Dateien, Verzeichnisse oder ganze Verzeichnisstrukturen auf Viren zu untersuchen. Sie haben dabei die Wahl, ob das Programm infizierte Dateien nur anzeigt oder die gefunden Viren direkt in ein Quarantäne-Verzeichnis verschiebt. Selbstverständlich löscht die Software die Schädlinge auf Wunsch auch sofort an Ort und Stelle.

Die aktuelle Version 1.0.10 enthält nur marginale Änderungen. Unter anderem reduzierte der Entwickler die notwendigen Abhängigkeiten zu anderen Programmen. Außerdem prüft das Programm nun keine Rar-Archive mehr auf ihre Korrektheit. In früheren Version führte dies oft zu fehlerhaften Ergebnissen.

clamtk-01.png

Clamtk bietet eine komfortable Oberfläche für den freien Viren-Scanner Clamav.

Die Zeit im Blick mit Hourglass

Wer seine Arbeitszeit auf viele verschiedene Projekte effizient verteilen muss, der braucht eine Zeitverwaltung wie Hourglass (http://hourglass.sourceforge.net/). Das Java-basierte Tool erlaubt die einfache Verwaltung beliebiger Projekte und Unterprojekte in einer einfachen Oberfläche. Ein neues Projekt oder Unterprojekt legen Sie so in kurzer Zeit an. Anschließend wählen Sie einfach das Projekt aus, an dem Sie gerade arbeiten, und drücken den Startknopf. Das Programm merkt sich die Start- und Endzeit Ihrer Arbeit und fertigt aus den so gewonnenen Daten bei Bedarf einen Bericht an.

Zur Zeit liegt Hourglass in der Version 0.6 vor. Diese Version ist nun wieder rückwärtskompatibel zu älteren Datensätzen und lässt dem Benutzer die Wahl zwischen der 12- und 24-Stunden-Zeitdarstellung. Darüber hinaus lassen sich die Werte bei der Erfassung für den Bericht in unterschiedlicher Weise addieren.

hourglass-01.png

Wer an vielen Projekten arbeitet, verliert mit Hourglass nicht mehr den Überblick.

Komfortabel browsen mit Links

Es muss nicht immer ein Ressourcen-hungriger, grafischer Browser wie Mozilla oder Netscape sein: Der text-basierte Web-Browser Links (http://atrey.karlin.mff.cuni.cz/~clock/twibright/links/) zeigt eindrucksvoll, dass auch auf der Konsole effizientes Browsen möglich ist. Das Programm unterstützt den HTML 4.0 Standard, jedoch ohne Cascading Style Sheets, und ist im Gegensatz zum textbasierten Browser Lynx auch in der Lage, Frames korrekt darzustellen. Im Grafikmodus kompiliert, zeigt Links sogar Gif-, PNG- oder JPG-Grafiken an.

Die Bedienung von Links gestaltet sich relativ einfach. Über ein Pull-Down-Menü können Sie wie bei grafischen Browsern diverse Einstellungen vornehmen oder die Ansicht verändern. Starten Sie das Programm unter dem X-Window-System oder ist auf der Konsole der Maustreiber GPM installiert, steht Ihnen zusätzlich die gewohnte Maussteuerung zur Verfügung. Eine Reihe eingängiger Tastaturkürzel runden die Bedienung ab.

Links liegt zur Zeit in der Version 2.1pre17 für verschiedene Betriebssysteme vor. Diese Version besticht unter anderem durch verbessertes Cache-Handling und korrigiert Fehler im Framebuffer sowie beim Datei-Handling. An Neuerungen hielten neben einem SDL-Grafiktreiber auch die Unterstützung des MMS und des SMB-Protokoll in diese Version Einzug.

links-01.png

Die Web-Seite des LinuxUser in der Darstellung mit dem textbasierten Browser Links.

Saubere Dateinamen mit Detox

Wer häufig mit verschiedenen Betriebssystemen Dateien austauscht, kennt das Problem mit Sonder- und Steuerzeichen in Dateinamen. Das Programm Detox (http://detox.sourceforge.net/) hilft Ihnen bei der Entfernung derartiger Elemente. Die Software ersetzt beispielsweise automatisiert Leerzeichen in Dateinamen durch Unterstriche. Auch ASCII-Zeichenketten, wie sie beim Herunterladen von CGI-generierten Web-Seiten öfter auftreten, wandeln Sie mit dem Programm schnell in lesbare Symbole um.

Detox verarbeitet einzelne Dateien ebenso wie komplette Verzeichnisstrukturen. Sind Sie sich unsicher, welche Auswirkungen die Umwandlung hat, starten Sie am besten erst einen Versuchslauf. Dieser nimmt keine Änderungen vor. Setzen Sie das Programm häufiger mit der gleichen Konfiguration ein, haben Sie die Möglichkeit, diese in einer vorgefertigten Konfigurationsdatei abzulegen.

Die Software liegt in der Version 1.1.1 vor. Beim Übersetzen treten nun fast keine Warnungen mehr auf, und bei der Installation einer neuen Version bleiben vorhandene Konfigurationen unbehelligt.

detox-01.png

Detox macht Sonderzeichen im Dateinamen das Leben schwer.

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LinuxUser 05/2014

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